Die vierte Corona-Welle in Deutschland hat für das Robert Koch-Institut bereits begonnen. Deshalb plant Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jetzt, Auffrisch-Impfungen im Herbst nicht nur Risikogruppen und Älteren anzubieten, sondern allen das Angebot zu machen.
Die Länder starteten jetzt schrittweise mit den sogenannten Booster-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zudem könnten sich die noch einmal impfen lassen, die bislang nur Vektorimpfstoffe – dazu zählt etwa Astrazeneca – bekommen hätten. „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrisch-Impfung anzubieten“, sagte er.
Genügend Impfstoff für Booster-Kampagne vorhanden
„Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, erklärte er. Auch sei Impfstoff ausreichend vorhanden. Für die Auffrischimpfungen setzt Spahn nach eigenen Worten vor allem auf die Arztpraxen. Ende September gingen viele Impfzentren in den Standby-Modus, sagte er. „Aber die Arztpraxen sind ja noch da. Allein die schafften bis zu fünf Millionen Impfungen in der Woche.“
Zur Forderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), vor einer dritten Impfung zunächst die ärmeren Staaten mit Impfstoff zu versorgen, sagte Spahn: „Mein Ziel ist beides: Auffrisch-Impfungen gewährleisten und den ärmeren Staaten Impfstoff spenden.“ Letzteres tue Deutschland bereits, indem alle noch ausstehenden Astrazeneca-Lieferungen direkt an die internationale Impfstoffinitiative Covax gingen.

