Der Gasstreit mit Russland spitzt sich zu, Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) forderte Verbraucher und Firmen wegen des Ukraine-Kriegs zum Energiesparen auf. Und auch staatliche Maßnahmen wie ein Tempolimit und autofreie Sonntage rücken wieder in den Mittelpunkt.
Der Deutsche Städtetag forderte die Ampel-Koalition bereits auf, die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen zu prüfen. Dies war bei den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP noch am Widerstand der Liberalen gescheitert. Dabei würde „ein Tempolimit von 100 auf Autobahnen acht Prozent Benzin und Diesel einsparen. Das ist schon mal ein ordentlicher Beitrag“, rechnete Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor.
Neben Tempolimit auch ein Stopp von Kurzstreckenflügen denkbar
Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim Umweltverband BUND, geht sogar noch weiter: „Um die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren, müssen sofort Erfolge beim Energiesparen realisiert werden. Im Verkehrsbereich sind dafür kurzfristig wirksame Maßnahmen wie ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen, autofreie Sonntage und ein Stopp von Kurzstreckenflügen sofort umzusetzen.“
Wirtschaftsweise: Deutsche müssen Energieverbrauch drosseln!
Die „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm hatte am Mittwoch gesagt, es sei wichtig, Signale zu setzen, die darauf hindeuteten, dass es im Falle eines Lieferstopps russischer Energielieferungen eine brisante Lage geben könnte. Ein solches Signal könnte die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen sein.
„Die Menschen müssen jetzt weniger verbrauchen“, sagte Monika Schnitzer, wie Grimm ebenfalls Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sie sollten Fahrgemeinschaften bilden, langsamer fahren und wenn möglich den öffentlichen Nahverkehr nutzen, sagte die Ökonomin.



