Wer hat hier jetzt eigentlich das Sagen? Das wird sich vielleicht der eine oder andere Gesprächspartner von Noch-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und wohl Bald-Kanzler Olaf Scholz (SPD) beim G20-Gipfel fragen. Als Duo treten die scheidende Regierungschefin und ihr Vizekanzler in Rom auf. Die beiden haben sich vorgenommen, damit Kontinuität in der deutschen Außenpolitik nach dem bevorstehenden Regierungswechsel zu demonstrieren.

Protokollarisch war aber alles wie immer bei den G20-Gipfeln: Merkel saß zusammen mit den Staats- und Regierungschefs am ovalen Verhandlungstisch, die Finanzminister und damit auch Scholz nahmen dahinter an Einzeltischen Platz. Am Samstagnachmittag wollten sich die beiden zusammen mit US-Präsident Joe Biden treffen, der zum ersten Mal an einem Präsenzgipfel der G20 teilnimmt.
Ziel ist, zwei Drittel der Weltbevölkerung zu impfen
Die Corona-Impfungen voranzutreiben und der Kampf gegen die globale Klimakrise sind die wichtigsten Themen auf Merkels letztem G20-Treffen. In seiner Eröffnungsrede bekräftigte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi im streng abgeschirmten Kongresszentrum in Rom das Ziel der G20, bis Mitte des nächsten Jahres mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen.
Man sei nah dran, das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, bis Ende Dezember 40 Prozent der Menschen zumindest eine Impfdosis zu geben, sagte Draghi. „Nun müssen wir alles tun, um bis Mitte 2022 70 Prozent zu erreichen.“

Gastgeber Italien war eines der von Corona am härtesten getroffenen Länder. Mit ein Grund, warum die Staats- und Regierungschefs für ihr traditionelles Familienfoto Corona-Helfer mit auf das Podest holten.
Nachdem sich die Spitzenpolitiker der wichtigsten Industrieländer am Samstag aufgestellt hatten, holte Draghi auch noch Ärzte, Krankenpfleger und Sanitäter auf die Bühne. Unter dem Applaus der Politiker stellten sich diese dann zwischen die Staatschefs. Angela Merkel wurde von zwei Ärzten in die Mitte genommen und plauderte kurz mit ihnen.


