Sie wurde 2019 die weltweit jüngste Regierungschefin, fiel danach durch fröhliche Auftritte, klare Aussagen zu Russlands Angriff auf die Ukraine und den von ihr betriebenen Beitritt Finnlands zur Nato auf. Aber jetzt wurde sie abgewählt: Die Sozialdemokraten von Sanna Marin (37) landeten bei der Parlamentswahl trotz Zugewinnen mit knappem Abstand nur auf Platz 3 (19,9 Prozent).
Früherer Finanzminister dürfte Finnlands Ministerpräsident werden
Sieger ist die konservative Nationale Sammlungspartei von Ex-Finanzminister Petteri Orpo (20,8 Prozent), und auch die rechtspopulistische Partei Die Finnen (20,1) zog an den Sozialdemokraten vorbei. Orpo (53), der jetzt die Regierung bilden soll, sprach von einem „großen Sieg“ seiner Konservativen. Andere Parteien wie die Grünen und das Zentrum verloren deutlich.

Für eine Mehrheit im finnischen Parlament müssen mindestens drei Parteien koalieren.
Für eine Mehrheit der 200 Sitze im Parlament werden jedoch mindestens drei Parteien benötigt - und solch ein Bündnis ist nicht leicht zu schmieden. Die Konservativen erreichten 48 Mandate, die Finnen-Partei 46, die Sozialdemokraten 43. Auf welche Partei Orpo zuerst zugehen wird, ist offen. Er hat keine Koalitionsmöglichkeit ausgeschlossen. Marin dagegen hatte im Wahlkampf klargemacht, keine gemeinsame Sache mit der Finnen-Partei zu machen.


