Der Flugzeugbauer Airbus und die IG Metall haben sich am Dienstag auf eine Beschäftigungssicherung an den deutschen Standorten geeinigt. Danach sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausgeschlossen. Das Paket sieht auch Erhaltung und Weiterentwicklung der einzelnen Standorte bis Ende 2030 vor, wie beide Seiten erklärten. Vorangegangen waren rund zehnmonatige Auseinandersetzungen mit Warnstreikserien und sieben Verhandlungsrunden. Für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen hatte die IG Metall mit einer Urabstimmung über einen Streik gedroht.
Airbus kann nun mit halbjähriger Verzögerung die Montage von Flugzeugrümpfen und -strukturen auch in Deutschland in einem neuen Tochterunternehmen zusammenfassen. Betroffen sind nach Angaben von Deutschlandchef André Walter Teile des größten deutschen Airbus-Standorts Hamburg, das Airbus-Werk Stade sowie die Airbus-Tochter „Premium Aerotec“ (PAG) mit den Standorten Bremen und Nordenham. Die noch namenlose Tochter, intern „ASA“ genannt, wird ihren Hauptsitz in Hamburg haben und hat rund 12.000 Beschäftigte. In Frankreich ist eine vergleichbare Struktur mit der neuen Tochter „Airbus Atlantic“ bereits seit Jahresanfang am Start.
Zulieferfirma übernimmt fünf Airbus-Fabriken
Aufgegeben wurde der ursprüngliche Plan, auch drei der vier PAG-Werke in Augsburg in die „ASA“ aufzunehmen. Diese sollen nun gemeinsam mit der Teilefertigung im vierten Augsburger PAG-Werk sowie am Standort im niedersächsischen Varel an den Autozulieferer Muhr und Bender KG (Mubea) im nordrhein-westfälischen Attendorn verkauft werden.
Von Mubea liege ein „überzeugendes Angebot“ vor, wie Airbus mitteilte. „Das Angebot beinhaltet ein umfangreiches Konzept zur langfristigen Arbeitsplatzsicherung und ermöglicht die Schaffung eines wettbewerbsfähigen deutschen Unternehmens.“ In der betroffenen Sparte sind nach Angaben von Walter derzeit gut 3000 Menschen beschäftigt.
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