Seit Jahren klagen Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften, dass es in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen an Fachkräften mangelt. Doch trotz verschiedenster Bemühungen gelingt es bislang nicht, mehr Bewerber aus einer sehr großen Gruppe von Schulabgängern für sogenannte „Mint“-Berufe zu gewinnen, also Jobs, die mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu tun haben: Mädchen und junge Frauen wollen eher Kauffrau für Büromanagement als Kfz-Mechatronikerin werden, lieber Medizinische Fachassistentin als Anlagenmechanikerin.
Der Frauenanteil in der beruflichen Mint-Bildung stagniere seit mehr als 20 Jahren bei 10 bis 15 Prozent, stellt eine Arbeitsgruppe des „Nationalen MINT Forums“ fest, dem unter anderem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Bundesagentur für Arbeit, die Arbeitgeberverbände und der DGB angehören.
Nur ein Zehntel der Lehrlinge in Mint-Berufen ist weiblich
Nach Zahlen von 2018 sieht es bei der klassischen dualen Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule düster aus: Von 183.000 Menschen, die eine solche Ausbildung im Mint-Bereich antraten, waren nur elf Prozent weiblich. Über alle Ausbildungsverträge hinweg waren es dagegen 36,9 Prozent.
Mädchen und junge Frauen sollten mit spezifischen Fördermaßnahmen für den Mint-Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gewonnen werden, heißt es in einem Papier der Arbeitsgruppe Menschen mit Mint-Qualifikationen würden dringend gebraucht, um Themen wie den Klimaschutz zu meistern.
Die Lage verbessern könnte zum Beispiel ein Mindestangebot an Unterrichtsstunden in Mint-Fächern an den Schulen. Projekte wie der jährliche „Girls' Day“, bei denen Schülerinnen seit 2001 Firmen besuchen und Berufe kennen lernen, müssten stärker genutzt werden.

