Der designierte Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, fordert, dass Arbeitnehmer Mehrarbeit ohne vollen Lohnausgleich leisten sollen. Dies könnten „mal zwei oder auch mal vier Stunden pro Woche sein“, sagte Wolf der „Bild“-Zeitung (Samstagsausgabe). Eine starre 35-Stunden-Woche passe „nicht mehr in die Zeit“. Er wolle davon „flexibel abweichen, je nach Auftragslage“, sagte Wolf, der auch Chef des Automobilzulieferers ElringKlinger ist.
Auch die Spätzuschläge - etwa für Dienstantritte um 12.00 Uhr - möchte Wolf teilweise abschaffen. Diese seien „nicht mehr zeitgemäß“. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld sowie Pausenregelungen sollten ebenfalls auf den Prüfstand kommen, verlangte er. „Wenn Sie reinhören in die Betriebe: Viele Menschen wären zu Zugeständnissen bereit“, sagte der designierte Gesamtmetall-Chef.

Wolf monierte außerdem, dass die Arbeitskosten pro Stunde in Deutschland zu hoch seien: „Die erdrücken die Unternehmen.“ Die drohende Folge sei, dass Unternehmen ins Ausland abwanderten und Arbeitsplätze wegfielen.
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie arbeitet sich nur langsam aus dem Corona-Tief heraus. Vor allem die Automobilindustrie, die zu Beginn der Krise eingebrochen war, hat zuletzt deutlich zugelegt. Doch im sonstigen Fahrzeugbau, unter den auch der Schiffs- und Flugzeugbau fällt, bleibt weiter angespannt. Beim Umsatz erwarten laut Gesamtmetall-Umfrage 72 Prozent der Unternehmen für 2020 einen Rückgang - und zwar im Durchschnitt um 23 Prozent.
