Dieser Vorstoß schlägt bereits jetzt hohe Wellen: Ärztevertreter wollen die Öffnungszeiten sämtlicher Arztpraxen massiv einschränken. Krankenkassen laufen jetzt schon Sturm gegen den Vorschlag. Die Ärzte nennen Gründe für ihr Vorhaben. Aber sind die tatsächlich nachvollziehbar? Krankenkassenvertreter halten Fakten dagegen.
Wenn es nach Ärztevertretern geht, werden Patienten demnächst Mitte der Woche stets vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie ihren Fach- oder Hausarzt aufsuchen. Mittwochs sollen diese nämlich grundsätzlich geschlossen bleiben. Ärzte sollen fortan nur noch vier Tage in der Woche für ihre Patientinnen und Patienten da sein. Zu dieser Vier-Tage-Woche hat der Ärzteverband Virchowbund nun sämtliche Arztpraxen aufgerufen.
Mittwochs sollen Ärztinnen und Ärzte „zur Bewältigung der Bürokratie und zur Fortbildung“ nutzen
Mittwochs sollten diese generell auf eine ambulante Versorgung von Patienten verzichten und den Tag stattdessen „zur Bewältigung der Bürokratie und zur Fortbildung“ nutzen, teilte der Berufsverband am Mittwoch in Berlin mit. Scharfe Kritik an der Ankündigung kam von den gesetzlichen Krankenkassen.
Der Virchowbund begründete den Vorschlag mit wirtschaftlichen Erwägungen. Arztpraxen stünden durch hohe Energiepreissteigerungen und Inflation „unter enormem Kostendruck“, müssten auf der anderen Seite aber zugleich gegen „ein budgetiertes Finanzierungssystem und die Streichung von Geldern“ kämpfen.
Der Bundesvorsitzende des Virchowbunds, Dirk Heinrich, erklärte: „Für uns ist deshalb klar: Leistungen, die nicht bezahlt werden, können auch nicht erbracht werden - deshalb müssen wir unsere Leistungen einschränken.“
Der Verband, der niedergelassene Haus- und Fachärztinnen und -ärzte vertritt, bezeichnete den Vorstoß zugleich als ein „Zeichen gegen die immer stärker ausufernde Bürokratie in den Arztpraxen und als Mittel gegen den Fachkräftemangel“. Eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich etwa mache die Tätigkeit in Praxen für medizinische Fachangestellte attraktiver. Gleiches gelte aus Gründen der Familienfreundlichkeit auch für junge Ärztinnen und Ärzte, hieß es.



