Friedrich Merz wird neuer Vorsitzender der CDU. Bei einer Mitgliederbefragung erhielt der 66-Jährige 62,1 Prozent der Stimmen, wie Generalsekretär Paul Ziemiak mitteilte. Merz' Mitbewerber Norbert Röttgen erhielt 25,8 Prozent, Konkurrent Helge Braun kam auf 12,1 Prozent.
Für Merz ist es ein Sieg im dritten Anlauf: 2018 war er bei der Abstimmung an Annegret Kramp-Karrenbauer gescheitert. 2020 unterlag er Armin Laschet.
64,31 Prozent der rund 400.000 CDU-Mitglieder hatten sich online oder per Brief an der Abstimmung beteiligt. Die meisten (53,4 Prozent) stimmten über das Internet ab, 46,6 Prozent sendeten ihr Votum per Post.

Der siegreiche Bewerber zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung von rund zwei Dritteln der Mitglieder bei der Befragung. Dies sei ein „beeindruckendes und tolles Ergebnis einer Partei, die lebt und die mitgestalten will“, sagte Merz. Er habe große Aufgaben vor sich und „davor auch großen Respekt“. Als ihm das Ergebnis übermittelt wurde, habe er „im Stillen 'Wow' gesagt“.
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Er nehme diese Nominierung an und freue sich „auf gute Zusammenarbeit mit wirklich allen“, so der 66-Jährige. Offen ließ er weiter, ob er als Parteichef auch den Fraktionsvorsitz im Bundestag für sich beanspruchen will. „Das Thema seht zur Zeit nicht auf der Tagesordnung“, sagte Merz.
Röttgen und Braun gratulierten dem Sieger und sagten dem designierten Vorsitzenden ihre Unterstützung zu.
Erste CDU-Mitgliederabstimmung in der Geschichte
Die rund 400.000 Parteimitglieder konnten erstmals in der Geschichte der CDU eine Vorentscheidung über den Vorsitz treffen. Offiziell muss der neue Parteichef noch von den 1001 Delegierten bei einem digitalen Parteitag am 21./22. Januar gewählt werden. Es gilt als sicher, dass sich die Delegierten an das Votum der Mitglieder halten. Anschließend muss dieses noch per Briefwahl bestätigt werden.
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Die Neuwahl der Parteispitze ist die Konsequenz aus dem Desaster der Union bei der Bundestagswahl am 26. September. CDU und CSU hatten damals ihr historisch schlechtestes Ergebnis von 24,1 Prozent geholt und mussten den Gang in die Opposition antreten. Der als Kanzlerkandidat gescheiterte CDU-Chef Armin Laschet kündigte daraufhin seinen Rückzug an. Er ist jetzt einfacher Abgeordneter im Bundestag und dort Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.
