Es sollte der große Schlag gegen Schwerkriminelle werden. Doch stattdessen wird es zum Sinnbild deutscher Behörden-Pannen. Das Gemeinsames Kompetenz- und Dienstleistungszentrum (kurz: GKDZ) lässt weiter auf sich warten. Statt 2024 heißt es nun: frühestens 2027. Und bis dahin? Abwarten, zahlen, hoffen.
IT-Chaos, Fachkräftemangel, Frust
Der Grund für die jahrelange Verzögerung klingt wie ein Behörden-Dreiklang des Grauens. IT-Probleme, Programmierpannen und Personalmangel. Besonders das Herzstück des Ganzen, das sogenannte TKÜ-System zur Telekommunikationsüberwachung, macht Ärger. Schon vor einem Jahr räumte das Sächsisches Innenministerium massive Schwierigkeiten ein.
Statt Hightech-Einsatz gegen Terror und Mafia heißt es bislang „Warten auf funktionierende Software.“
Ohne Abhörbetrieb bereits Millionen kassiert
Besonders pikant: Das beauftragte Unternehmen muss wegen der Verzögerung Schadensersatz zahlen. Satte 5,7 Millionen Euro sind bereits geflossen – monatlich kommt weiteres Geld dazu. Bezahlt werden davon unter anderem Personalkosten für aktuell 28 Beschäftigte. Am Ende sollen es rund 40 sein. Arbeiten tun sie. Nur eben noch nicht im Echtbetrieb.
Technik schon alt, bevor sie startet
Der Linken-Politiker Rico Gebhardt schlägt laut dpa Alarm. Die jahrelange Verzögerung könnte fatale Folgen haben. Seine Sorge: Server, Speicher, Technik – alles schon veraltet, bevor das Zentrum überhaupt richtig loslegt. Eine Ersparnis sei das nicht, sondern teuer erkaufte Zeitverschwendung.
Und das bei einem Projekt, das bereits 2017 per Staatsvertrag beschlossen wurde. Acht Jahre Planung mit null Abhörbetrieb.



