Sie leben in ewiger Dunkelheit, bei unvorstellbarer Hitze, tief unten im Ozean: Genau hier hat ein internationales Forschungsteam von der Universität Wien einen ungewöhnlichen und faszinierenden Lebensraum entdeckt, in dem es vor exotischen Lebewesen nur so wimmelt.
Neues Ökosystem im Pazifik entdeckt
Das neue Ökosystem befindet sich unter der Oberfläche hydrothermaler Schlote eines bereits gut untersuchten Unterwasservulkans vor der Küste Mittelamerikas – in 2500 Metern Tiefe. Der Vulkan gehört zu dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer der aktivsten Vulkanregionen der Welt. In den Hohlräumen des Gesteins hat das Forschungsteam um Monika Bright Röhrenwürmer, Schnecken und weiteren Lebensformen gefunden.
Dreißig Tage lang waren die Forscher auf dem Schiff „Falkor“ des Schmidt Ocean Institute unterwegs. „Falkor“ ist benannt nach dem Glücksdrachen Fuchur in Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ (Falkor heißt er in der englischen Übersetzung). Und Glück gebracht hat der Glücksdrache den Forschern tatsächlich. Denn mit der Entdeckung des neuen Ökosystems haben sie die Wissenschaft revolutioniert.

Neues Ökosystem revolutioniert die Wissenschaft
„Mit dieser Entdeckung hat sich unser Verständnis des tierischen Lebens in den Hydrothermalquellen der Tiefsee erheblich erweitert“, erklärte Bright. „Es gibt zwei dynamische Lebensräume in den Quellen. Tiere oberhalb und unterhalb der Erdoberfläche gedeihen gemeinsam, abhängig von der Thermalflüssigkeit von unten und dem Sauerstoff im Meerwasser von oben.“
In heißen Unterwasserquellen wird neues Leben entdeckt
Hydrothermalquellen sind heiße Unterwasserquellen, die durch die Verschiebung der Erdplatten entstehen. Das Wasser, das durch die Risse in der Erdoberfläche aufsteigt, kann bis zu 380 Grad heiß sein. Das neue Ökosystem beweist, dass Leben an den überraschendsten Orten existieren kann.



