Es war die schrecklichste Schiffskatastrophe in Europa seit dem 2. Weltkrieg, 852 Menschen starben beim Untergang der Fähre Estonia in der Ostsee. Noch immer ist die Ursache nicht wirklich bekannt. Eine neuerliche Untersuchung des Untergangs am 28. September 1994 hat keine Hinweise auf eine Kollision oder Explosion ergeben.
Drei Länder untersuchten den Untergang der Estonia
Das teilten Untersuchungsbehörden aus Estland, Finnland und Schweden am Montag mit. Ihr gemeinsamer Zwischenbericht enthielt keine neuen Beweise, die den Ergebnissen der offiziellen Unfalluntersuchung von 1997 widersprechen.
„Es gibt weder Hinweise auf eine Kollision mit einem Schiff oder einem schwimmenden Objekt noch auf eine Explosion im Bugbereich“, heißt es in dem vorläufigen Bericht der Untersuchungsbehörden. Die offizielle gemeinsame Untersuchung durch dieselben Länder von 1997 war zu dem Schluss gekommen, dass die Fähre sank, weil die Verriegelung des Bugtores versagte und Wasser ins Schiff eindrang.
Loch im Rumpf führte zu neuer Untersuchung
Die jüngste Untersuchung war eingeleitet worden, nachdem in einer Fernsehdokumentation von 2020 Videoaufnahmen von der Wrackstelle veröffentlicht worden waren. Sie zeigten ein vier Meter großes Loch im Rumpf auf der Steuerbordseite.
Das Loch und weitere Schäden seien besser sichtbar, weil sich das Wrack aufgrund von Veränderungen am Meeresboden um 13 Grad gedreht habe, sagte Jonas Bäckstrand, stellvertretender Leiter der schwedischen Unfalluntersuchungsbehörde. „Es sieht so aus, als sei das Schiff durch den Aufprall auf den Meeresboden beschädigt worden“, sagte Bäckstrand bei der Vorstellung des Zwischenberichts in der estnischen Hauptstadt Tallinn.
Wrack liegt in 80 Meter Tiefe
Die Kommission hatte Unterwasseraufnahmen und Computersimulationen des Wracks ausgewertet, das in einer Tiefe von 80 Metern in internationalen Gewässern vor einer finnischen Insel auf dem Meeresgrund liegt.


