Zum Münchner Oktoberfest gibt es wohl nur zwei Meinungen: Man liebt es oder man hasst es. Für die einen ist es der Höhepunkt des Jahres. Für die anderen bleibt der Wiesn-Wahnsinn einfach nur ein Rätsel. Bis zum 3. Oktober wird in München noch geschunkelt, getrunken – und kräftig verdient.
Denn die Preise treiben in den Festzelten vielen Besuchern den Schweiß auf die Stirn! Für den Liter Tafelwasser müssen Sie in diesem Jahr 10 Euro hinblättern. Die Limonade kostet zwischen 8,20 Euro und 12,40 Euro pro Liter. Brezeln sind für 3 bis 4 Euro zu haben. Ein halbes Hähnchen kostet zwischen 15 und 20,50 Euro, für eine „Haxn“ zahlt man 25 Euro.
Oktoberfest: Maß Bier kostet 14,90 Euro
Entscheidender Gradmesser aber: Was kostet die Maß Bier? 14,90 Euro sind es in diesem Jahr. Unglaublich. Und trotzdem sind die Festzelte auf dem Gelände pickepackevoll. Laut der Augsburger Allgemeinen trinkt jeder Besucher im Schnitt etwas mehr als eine Maß Bier. Im Jahr 2019 wurden 7,3 Millionen Liter Bier ausgeschenkt. 2022 waren es 5,6 Millionen Maß.
In einem Zelt mit 2500 Menschen, in dem jeder Gast ein Bier trinkt, fließen also satte 37.250 Euro für Oktoberfest-Bier in die Kassen.
„Ein Prosit der Gemütlichkeit“
Der Münchner Radiosender „charivari“ hatte die Rechnerei noch auf die Spitze getrieben. Denn: Es gibt auf dem Oktoberfest eine besonders alte Tradition des Zuprostens: Wenn die Kapelle im Zelt „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ spielt, heben alle Gäste mehrfach ihre Krüge, dann wird angestoßen - und natürlich ein kräftiger Schluck getrunken. Das Lied gehört zu den meistgespielten auf dem Oktoberfest, erklingt im Festzelt laut Schätzungen etwa zwei- oder dreimal pro Stunde.

Daran schließt sich die Rechnung an: Gehen wir zunächst davon aus, dass bei einem Bierpreis von 14,90 Euro pro Liter zehn Milliliter des Festzelt-Bieres 1,49 Cent kostet. Ein kräftiger Schluck Bier wird in der Rechnung mit 50 Milliliter veranschlagt, was bedeutet: Ein Schluck kostet den Trinker 74,5 Cent.
Oktoberfest: So viel Geld fließt, wenn das Bier fließt...
Jetzt wird es spannend: Sitzen in einem der größeren Festzelte 6000 Menschen, jeder mit einem Bier, trinken bei „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ 6000 Menschen jeweils einen Schluck, verdient der Wirt in diesem Moment also stolze 4470 Euro – in wenigen Sekunden!
Die Rechnung ist unglaublich, aber wahr – auch wenn sie natürlich nicht ganz fair ist. Denn selbstverständlich ist der Umsatz kein Reinverdienst. Es müssen noch die Ausgaben der Wirte abgezogen werden. Die Kosten für Materialbeschaffung, Miete, Personal, Versicherungen usw. sind erheblich. Aber: Fakt ist, dass beim „Prosit“ im Zelt mit 6000 Gästen im Moment des Trinkens 300 Liter Bier die durstigen Kehlen hinabstürzen – und das ist nur ein Zelt auf dem riesigen Oktoberfest… Laut der Augsburger Allgemeinen gibt es in diesem Jahr 40 Festzelte in unterschiedlichen Größen. Insgesamt warten auf die Gäste rund 120.000 Sitzplätze!








