Boris Palmer sorgte mit seinen Aussagen immer wieder für Kontroversen. Seine rassistischen Aussagen im April bei einer Podiumsdiskussion brachten das Fass zum Überlaufen. Als er dann noch die Kritik an ihm mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich verglich, musste er aus seiner Partei, den Grünen, austreten. Er zog sich für eine Auszeit aus der Öffentlichkeit zurück.
Jetzt sprach er in der Talkshow von Markus Lanz über die Pause und seine Pläne für die Zukunft.
Boris Palmer musste raus aus der Mühle
In der Talkshow gab sich Palmer zumindest bezüglich des Holocaust-Vergleichs geläutert. Es gebe in Deutschland „aus gutem Grund eine rote Linie. Man darf, egal wie, keine Vergleiche dieser Art machen, weil es dann immer jemanden gibt, der eine üble Absicht hat und wirklich den Holocaust relativieren will, die Nazikeule relativieren will.“
Die Kritik, die er in der ZDF-Sendung als „den x-ten Shitstorm“ bezeichnete, sei schlimm für ihn gewesen – so sehr, „dass ich gesagt habe: Ich muss jetzt irgendwie mal raus aus dieser Mühle. Ich schaffe das auch nicht mehr.“
Obwohl Palmer an einem „toten Punkt“ war, ging er nicht in Therapie
„Ich war für mich an einem toten Punkt“, sagte der Tübinger Oberbürgermeister. Während der Auszeit habe er an sich gearbeitet, an „diesen Impulsen, da so überzureagieren“ – ausdrücklich mit einem Coach, keinem Therapeuten, so Palmer: „‚Therapie‘ würde ich es nicht nennen.“
Das Ergebnis dieser Gespräche sei für ihn klar: „Es geht nicht um eine krankhafte Deformation, sondern es geht wirklich darum, Techniken der Selbstbeherrschung zu trainieren.“

Will Palmer künftig in die Bundespolitik?
Will Palmer sich bei denen entschuldigen, die er mit seinen Worten getroffen hat? Ja, aber nur, „wenn ich den Eindruck habe, dass das tatsächlich der Fall ist“. Er habe das auch schon gemacht. „Wenn ich den Eindruck habe, die Verletzung wird nur instrumentell vorgetäuscht, um damit Macht über andere auszuüben, tue ich es nicht.“




