In Beirut haben sich die Hoffnungen zerschlagen, einen Monat nach der Explosionskatastrophe im Hafen doch noch Überlebende in den Trümmern zu finden. „Traurigerweise können wir heute sagen, dass wir technisch gesehen kein Lebenszeichen in dem Gebäude haben“, sagte der chilenische Bergungsspezialist Francesco Lermando am Samstagabend vor Journalisten. Bei der Untersuchung des letzten Luftlochs in den Gebäudetrümmern sei niemand gefunden worden.
Am Mittwochabend hatte bei dem Einsatz im Viertel Gemmaiseh ein auf die Suche nach verschütteten Überlebenden trainierter Spürhund des chilenischen Bergungsteams angeschlagen. Danach hatten Hightech-Sensoren einen Herzschlag unter den Schuttmassen des Gebäudes angezeigt. Außerdem machten Experten ein langsames Atmen unter den Schuttmassen aus.

Drei Tage lang gruben die Einsatzkräfte in der Hoffnung auf die wundersame Rettung eines Überlebenden mehrere Tunnel durch die Schuttmassen. Der Chef des libanesischen Zivilschutzes, George Abou Moussa, sagte am Samstagmorgen, die Aussichten, noch jemanden lebend zu finden, seien „sehr gering“. Nachdem zwei weibliche Bergungskräfte durch einen der Tunnel in einem letzten Luftloch zwischen den Trümmern niemanden fanden, gab auch das chilenische Einsatzteam die Hoffnung auf. Die Arbeiten gingen aber weiter, um das Gebiet zu sichern und sicherzugehen, dass sich kein Opfer mehr unter den Schuttbergen befinde, sagte Lermanda.
Die Hoffnung auf Überlebende unter den Trümmern hatte die Einwohner von Beirut elektrisiert. „Mir war nicht klar, dass ich ein Wunder so sehr brauche. Bitte Gott, gib Beirut dieses Wunder, das es verdient hat“, sagte der 32-jährige Filmemacher Selim Mourad zu den Sucharbeiten.
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