Neue Forschung

Rätsel gelöst! Darum lassen Katzen ihr Futter liegen – und das kann man dagegen tun

Während Hunde ihr Futter verschlingen, rühren Katzen manchmal den Napf nicht mal an. Japanische Wissenschaftler fanden jetzt heraus, warum das so ist. Mit Tricks für Katzenbesitzer

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Die Katze scheint mit dem Fressen im Napf nicht zufrieden zu sein und erwartet etwas anderes.
Die Katze scheint mit dem Fressen im Napf nicht zufrieden zu sein und erwartet etwas anderes.Svetlana Sultanaeva / Imagebroker / Imago

Katzenbesitzer kennen das: Man serviert liebevoll das Lieblingsfutter – und die Katze schnuppert kurz, frisst zwei Happen und lässt den Rest liegen. Während Hunde ihr Futter verschlingen, als wolle es ihnen jemand wegnehmen, scheinen Katzen wahre Feinschmecker zu sein, die sich schnell „überfressen“ haben. Doch genau das ist laut neuen Forschungsergebnissen nicht der Grund.

Die Katze ist nicht wählerisch, sie ist gelangweilt

Ein Team der Iwate-Universität in Japan hat herausgefunden, dass Katzen nicht aufhören zu fressen, weil sie satt sind – sondern weil sie der Geruch des Futters langweilt. Sie sind also nicht satt, sondern sie haben nur den Geruch satt. Er verliert für die Katze an Reiz, wenn sie ihn zu oft wahrgenommen hat.

„Katzen hören nicht auf zu fressen, weil sie satt sind, sondern weil sie das immer gleiche Futteraroma langweilt“, erklärt Professor Masao Miyazaki, der die Studie leitete. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Science Direct veröffentlicht.

Das Fressen kann noch so schön serviert sein – wenn die Mieze nicht will, will sie nicht. Oder gibt es doch Tricks, sie zum Fressen zu bringen?
Das Fressen kann noch so schön serviert sein – wenn die Mieze nicht will, will sie nicht. Oder gibt es doch Tricks, sie zum Fressen zu bringen?Svetlana Sultanaeva / Imagebroker / Imago

Selbst bei Lieblingsfutter blieb der Napf kaum berührt

Die Forscher führten ihre Versuche mit zwölf Katzen unterschiedlichen Alters und Geschlechts durch. Sie erhielten handelsübliches Trockenfutter im gleichen Zyklus: zehn Minuten Zugang zum Futter, gefolgt von zehn Minuten mit einem leeren Napf. Dieser Ablauf wiederholte sich insgesamt sechs Mal.

Das Ergebnis der Fress-Tests war eindeutig. Wenn die Katzen dasselbe Trockenfutter bekamen, fraßen sie im Laufe der Zeit immer weniger. Auch dann, wenn das Futter eigentlich zu ihren Favoriten gehörte. Wurde jedoch beim letzten Durchgang ein anderes Futter serviert, stieg der Appetit sofort wieder – selbst wenn das neue Futter weniger lecker war.

Noch erstaunlicher: Schon ein anderer Geruch in der Nähe des Futters reichte aus, um die Katze wieder zum Fressen zu animieren. Dafür nutzten die Forscher spezielle Schalen mit zwei Ebenen – oben das eigentliche Futter, unten ein anderes, nur riechbares Futter.

Tolle Tricks: So bringen Sie Ihre Katze zum Fressen

Die Katzen wurden also aufgetrickst. Heißt: Mit kleinen Tricks können auch Sie ihre wählerische Katzen zum Fressen animieren. Man muss nur ihren Geruchssinn animieren. Sie können zum Beispiel:
- Kleine Mengen eines anderes Futters im Napf untermischen
- Geruchsintensive „Toppings“ verwenden
- Bonito-Flocken (getrockneter Fisch) für mehr Aroma verwenden
-Eine Schale mit zwei Ebenen nutzen, und so den Geruch variieren

Ein neuer Duft, ein anderes Topping oder ein kleiner Trick mit einer Doppelschale kann Wunder wirken. Und plötzlich ist der Napf leer, die Katze zufrieden – und Sie müssen weniger teures Futter wegwerfen.

Kennen Sie das Problem mit einer wählerischen Katze? Was halten Sie von diesen Tricks, um sie zum Fressen zu bringen? Bitte schreiben Sie uns an leser-bk@berlinerverlag.com