Traditionsbruch

Neue Kaufland-Regel ab März: Was Millionen Kunden wissen müssen!

Der Supermarktriese stellt wichtige Abläufe um – für viele Kunden bedeutet das eine spürbare Veränderung beim Einkaufen.

Author - Tobias Esters
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Kaufland verschickt das Prospekt ab März nur noch am Samstag.
Kaufland verschickt das Prospekt ab März nur noch am Samstag.Oliver Berg/dpa

Nach vielen Jahren müssen sich Kunden von Kaufland auf eine spürbare Veränderung einstellen. Ab März 2026 kommt das beliebte Prospekt nicht mehr wie gewohnt zur Wochenmitte in den Briefkasten. Der Einzelhandelsriese stellt die Zustellung seiner Werbung grundlegend um – und das betrifft Millionen Haushalte in ganz Deutschland.

Kaufland bricht mit 20 Jahren Tradition

Bisher war es für viele Verbraucher ein festes Ritual. Jeden Mittwoch lag das Kaufland-Prospekt im Briefkasten, mit Angeboten für den Wocheneinkauf und Sonderaktionen. Rund 20 Jahre lang hatte sich dieser Rhythmus kaum verändert. Doch damit ist nun Schluss. Wie der SWR berichtet, werden die Handzettel ab März nicht mehr mittwochs, sondern samstags verteilt.

Zudem trennt sich Kaufland von der Deutschen Post und setzt künftig auf eine eigene Direktverteilung. Der Konzern reagiert damit auf deutlich gestiegene Versandkosten und ein verändertes Kundenverhalten. Immer mehr Menschen informieren sich heute digital über Angebote, etwa per App oder online. Gleichzeitig bleiben gedruckte Prospekte für viele weiterhin wichtig.

Millionenfach gedruckt, bald anders verteilt: Das Kaufland-Prospekt kommt ab März nicht mehr zur Wochenmitte.
Millionenfach gedruckt, bald anders verteilt: Das Kaufland-Prospekt kommt ab März nicht mehr zur Wochenmitte.biky/IMAGO

Von der Umstellung sind laut DerWesten rund 25 Millionen Haushalte betroffen. Sie müssen sich auf einen neuen Zustelltag einstellen. Wer bisher mittwochs seine Einkäufe geplant hat, bekommt die Informationen künftig erst am Wochenende.

Prospekte kommen weiter

Kaufland nennt zwei Hauptgründe für die Entscheidung. Zum einen seien die Preise der Post für große Werbeauflagen zuletzt stark gestiegen. Zum anderen habe sich das Nutzungsverhalten der Kunden verändert. Durch die eigene Verteilung am Samstag könne der Konzern Millionenbeträge einsparen, berichtet Heidelberg24.

Ein wesentlicher Treiber für die steigenden Versandkosten sind höhere Zustellpreise bei der Deutschen Post. In den vergangenen Jahren wurden Portogebühren mehrfach angehoben. Hinzu kommen gestiegene Energiepreise, höhere Löhne im Logistikbereich und zusätzliche Kosten durch Tarifabschlüsse. All das verteuert die flächendeckende Zustellung von Millionen Prospekten spürbar.

Auch strukturelle Veränderungen spielen eine Rolle. Die Briefmenge in Deutschland sinkt seit Jahren deutlich, weil immer mehr Kommunikation digital läuft. Dadurch verteilen sich fixe Kosten für Personal, Transport und Infrastruktur auf weniger Sendungen. Für große Werbeauflagen wie Prospekte bedeutet das höhere Stückpreise.

Immer mehr Händler setzen auf Digital-Angebote

Der Wandel von gedruckten Prospekten hin zu digitalen Angeboten ist im Einzelhandel längst im Gange. Einige Lebensmittelhändler reagieren bereits mit konkreten Maßnahmen. So testen Aldi Filialen in ausgewählten Regionen bereits ohne gedruckte Prospekte.

Zwar zeigen Studien, dass gedruckte Handzettel bei vielen Verbrauchern nach wie vor beliebt sind und regelmäßig genutzt werden, doch der Anteil der Kunden, die sich über digitale Alternativen informieren, wächst spürbar. Viele Händler reagieren darauf, indem sie digitale Kanäle stärken und gedruckte Prospekte dort reduzieren, wo es möglich ist.

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