Ist ein ur-menschlicher Überlebensinstinkt tief in unserem Gehirn schuld daran, dass Altersdemenz ausgelöst wird? Forscher der Universität von Colorado haben entdeckt, dass ein „instinktiver Nahrungssuche-Mechanismus“ die (Frucht-)Zuckerproduktion im Gehirn antreibt – und dass das der Schlüssel zur Behandlung von Alzheimer sein könnte.
Laut der neuen Studie, die im Fachjournal American Journal of Clinical Nutrition veröffentlich wurde, liegt die Ursache für Demenz in unserer Evolution. Studienleiter Professor Richard Johnson: „Die ersten Menschen mussten sich auf Nahrungssuche machen, um zu überleben. Und ihr Gehirn half ihnen dabei, dass sie auf nichts anderes fokussiert waren. Es hat mithilfe von körpereigener Fruktose bestimmte Gehirnbereiche blockiert, wodurch unsere Vorfahren Kurzzeit-Erinnerungen und Zeitgefühl verloren haben.“
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Der Fruchtzucker vermindert nämlich unter anderem den Blutfluss in die Großhirnrinde, die für Selbstkontrolle zuständig ist. Gleichzeitig wird der Blutfluss in die Sehrinde erhöht – eine Region, die mit Belohnung durch Essen in Verbindung steht. Prof Johnson: „Das Herunterfahren des Hirn-Stoffwechsels in diesen Hirnregionen war reversibel und von Vorteil. Es war wie ein Überlebensschalter – der heute noch immer in der ‚An‘-Position ist.“
Genau das ist laut Fazit der Studie heute auch die Ursache von Demenzkrankheiten. Da der moderne Mensch ein Überangebot an fetthaltiger, zuckerhaltiger und salziger Nahrung hat, führt das zu einer ständigen Überproduktion von Fruktose im Gehirn. Diese führt zu Entzündungsreaktionen, die im Laufe der Jahre Alzheimer auslösen. Professor Johnson: „Wir glauben, dass der Instinkt zur Nahrungssuche der Grund ist, warum Alzheimerkranke oft von zu Hause oder ihrem Heim ausbrechen und durch die Gegend irren.“



