Dramatische Hüte, kunstvolle Frisuren, viel Gold, teurer Schmuck und auch schlichtes Schwarz: Im prächtigen Ambiente eines Wiener Palais hat Modeschöpfer Harald Glööckler am Donnerstagabend eine Modenschau präsentiert, die eine Retrospektive auf sein 35-jähriges Schaffen sein sollte. Es wäre wieder Zeit für ein Kaiserreich, in dem er alle Frauen zu Prinzessinen verwandeln könnte, befand der 57-Jährige vor rund 200 geladenen Gästen.
Modemacher Glööckler kritisiert „Einheitsbrei“ in der Branche
Der Designer ließ Kreationen vorführen, die oft sehr seinem Motto und seiner Marke Pompöös entsprachen - aber es waren auch deutlich weniger opulente Modelle dabei. Zuvor hatte Glööckler von der Branche deutlich mehr Mut und Fantasie gefordert. „Das ist notwendiger denn je. Alles scheint gleich, vieles ist fade“, sagte Glööckler der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist höchste Zeit, den Einheitsbrei zu beenden.“ Er denke auch nach mehreren Jahrzehnten nicht ans Aufhören. „Ich bin noch lange nicht am Ende. Es ist höchstens Halbzeit.“

Die Show sollte ein Zeichen gegen die Langweile sein. „Es ist nötig, wieder Mode und Schönheit zu zelebrieren. Es gilt auch, den Menschen in diesen Krisenzeiten mehr Raum für Fantasie zu geben.“ Dafür sei die österreichische Hauptstadt der richtige Ort. „Wien steht für Eleganz und Kunst und als ehemalige Kaiserstadt auch für Macht und Einfluss. Das passt.“
