
Immer wieder klagen Corona-Pantienten, auch Wochen nachdem sie eigentlich als geheilt gelten, über Atemprobleme. Dabei muss die Infektion nicht einmal schlimm verlaufen sein, wie Oberarzt Torsten Blum von der Berliner Lungenklinik Heckeshorn beobachtet. Unklar ist bisher, ob diese Schäden noch abheilen oder dauerhaft bleiben.
Wie viele Kollegen warnt auch Blum ein gutes halbes Jahr nach den ersten Covid-Fällen in China vor einer Verharmlosung der Pandemie, denn noch habe kein Mediziner diese Krankheit wirklich vollständig verstanden. Und oft zeigt sich: Genesen heißt nicht immer fit. Computertomographen vieler Patienten zeigen mehr oder weniger starke Lungenschäden. Die Uniklinik Augsburg veröffentlichte vor kurzem Bilder nach Obduktionen. Die Lungen mancher Corona-Opfer sahen erschreckend aus – löchrig wie ein Schwamm.

Die Augsburger Ärzte kamen zu dem Schluss, dass diese Schäden nicht durch die Beatmung, sondern direkt durch das Virus entstanden waren. „Es wird vermutet, dass es Spätfolgen im Bereich der Lunge geben kann“, sagt Blum. Dabei gehe es nicht allein um Covid-Patienten, die lange an Beatmungsgeräten lagen – auch leichte Fälle sind betroffen. Menschen, die nicht ins Krankenhaus mussten. „Möglicherweise kann dieses neue Coronavirus auch bei ihnen länger anhaltende oder gar dauerhafte Folgeschäden in der Lunge auslösen“, sagt Blum. Konkret heißt das: Luftnot – vor allem bei Anstrengung.
Die Computertomographie eines seit zwei Monaten geheilten Patienten von Blum zeigt viele gesunde Abschnitte, aber eingestreut auch krankhafte Veränderungen des Gewebes. Milchglasmuster nennen Ärzte diese weißen Einsprengsel, es sind entzündliche Stellen. Daraus könnten später Narben werden. Für eine Prognose sei es zu früh, so Blum. Weitere Untersuchungen sollen folgen.