Bei einem Angriff im Zentrum von Würzburg hat es drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. „Der Angreifer wurde überwältigt“ und sei festgenommen worden, erklärte die Polizei Unterfranken am Freitagabend auf Twitter. Demnach gibt es keine Hinweise auf weitere Täter. Der Täter soll durch einen Schuss in den Oberschenkel von den Beamten gestoppt worden sein.
Täter besorgte Messer im Kaufhaus
Zuvor soll der Angreifer nach Informationen der Bild-Zeitung in einer Würzburger Woolworth-Filiale gefragt haben, wo es in dem Laden Messer gebe. Dort nahm er sich eins und stach dann zu.

Wie die in Würzburg ansässige Main Post unter Verweis auf Polizeikreise berichtete, wurden bei dem „Amoklauf“ drei Menschen getötet und mindestens sechs weitere schwer verletzt.
lel bei der Verhaftung sind die auch nur knapp an einem Lynchmob vorbei geschrammt #Wuerzburg pic.twitter.com/739n61eKTq
— Mohr (@meddl_mohr) June 25, 2021
„Wir sind nach wie vor mit starken Kräften vor Ort“, erklärte die Polizei weiter. Es bestehe aber „keine Gefahr mehr“. Die Polizei sperrte den Bereich um den zentralen Barbarossaplatz nach eigenen Angaben weitläufig ab.
Täter angeschossen, aber außer Lebensgefahr
Der mutmaßliche Täter, ein 24 Jahre alter Somalier, sei überwältigt und festgenommen worden, hieß es später. Die Polizei habe dafür schießen müssen. Der Verdächtige sei verletzt worden, aber außer Lebensgefahr. Er war in psychiatrischer Behandlung, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte.
Auf Videos in den sozialen Medien ist der mutmaßliche Angreifer zu sehen, wie er mit einem Messer bewaffnet und barfuß durch die Innenstadt läuft. Passanten versuchen, ihn aufzuhalten.

Über die möglichen Motive des Festgenommenen weiß man noch nichts. Die Polizei war um 17 Uhr alarmiert worden, um 17.20 Uhr veröffentlichten die Behörden eine Gefahrenwarnung. Bei der Einordnung der Messerattacke schloss Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) einen islamistischen Anschlag nicht aus. «Es gibt jedenfalls Indizien dafür, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte», sagte er der dpa. Ein Zeuge gab Herrmann zufolge an, der Verdächtige habe bei der Tat «Allahu Akbar» gerufen. Andere Zeugen berichteten, der Täter habe mit unglaublicher Brutalität auf seine Opfer eingestochen.
Respekt an die mutigen Menschen, die den Bastard im Schach gehalten haben.#Wuerzburg
— Alex 🇩🇪 (@realAlexBlank) June 25, 2021
pic.twitter.com/SLGNfCvXrd
Am frühen Abend meldete sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) auf Twitter:
Entsetzliche und schockierende Nachricht aus Würzburg: Wir trauern mit den Opfern und deren Familien. Wir bangen und hoffen mit den Verletzten.
— Markus Söder (@Markus_Soeder) June 25, 2021
Dank an die Polizei für das rasche Eingreifen. #würzburg
Wenig später twitterte er erneut: „Ein großer Dank und Respekt für das beherzte Eingreifen vieler Bürger, die sich dem mutmaßlichen Angreifer entschlossen entgegenstellten. Und allen Rettungskräften für ihren Einsatz vor Ort.“
Amok-Angreifer war der Polizei bekannt
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte sich sofort auf den Weg nach Würzburg gemacht. Der Minister bestätigte, dass der Täter polizeibekannt sei: „Er ist bereits zuvor aufgefallen und zwangsweise in eine psychiatrische Behandlung eingewiesen worden. Bei den Schwerstverletzten ist noch nicht bei allen sicher, dass sie auch überleben werden“, so Herrmann weiter. Ein kleiner Junge sei verletzt worden, sein Vater sei wahrscheinlich tot, sagte der Minister weiter.
