Mal kurz durchatmen, sich die Beine vertreten, auf die Toilette gehen oder auch einen kleinen Snack besorgen – genau dafür sind Rastplätze da. Doch nicht überall macht die Pause wirklich Spaß. Statt einer sauberen Toilette erwarten Autofahrer oft vor allem kaputte Einrichtungen, Vandalismus und mangelnde Hygiene. Der aktuelle ADAC-Test zeigt, wo Reisende im Osten besser zweimal überlegen sollten, ob sie anhalten.
Dieser Rastplatz ist das Schlusslicht im Osten
Wer auf der A4 in Sachsen-Anhalt eine Pause einlegt, sollte sich auf wenig Komfort einstellen. Das sagt zumindest das neue Rastplatz-Ranking vom ADAC, der 50 unbewirtschaftete Rastplätze erneut getestet hat. Das Ergebnis: Der Rastplatz „Wüstenforst“ an der A2 in Sachsen-Anhalt ist der schlechteste Rastplatz Ostdeutschlands. Die Anlage erhält die Gesamtnote „sehr mangelhaft“.

Auch Rodablick an der A4 in Thüringen und Rödertal an der A4 in Sachsen schneiden nicht besonders gut ab. Beide kommen im aktuellen Test nur auf die Bewertung „ausreichend“ und belegen damit Platz zwei und drei der schlechtesten Orte zum Anhalten in Ostdeutschland.
Überraschung: Die schlimmsten Rastplätze liegen diesmal nicht im Osten
Bundesweit überrascht das Ergebnis dennoch: Von 11 Schlusslichtern liegt nur eines in Ostdeutschland. Während bundesweit fast jeder zweite Rastplatz mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ bewertet wurde, schafft es nur ein ostdeutscher Rastplatz in die Gruppe der Plätze mit der Note „sehr mangelhaft“.

Insgesamt verschlechtert sich das Bild jedoch deutlich. 46 Prozent aller getesteten Rastplätze fallen im ADAC-Test durch. Gleichzeitig halbiert sich der Anteil der guten Rastplätze nahezu von 40 auf nur noch 18 Prozent. Ein „Sehr gut“ vergibt der ADAC diesmal gar nicht.
Die größten Probleme beginnen auf der Toilette
Nach Ansicht des ADAC besteht vor allem bei den Sanitäranlagen dringender Handlungsbedarf. Denn wer auf einer langen Autofahrt eine Pause macht, erwartet zumindest funktionierende und saubere Toiletten und keinen zusätzlichen Frust.
Für die meisten Autofahrer ist Sauberkeit das wichtigste Kriterium, gleichzeitig aber auch das größte Problem. 62 Prozent der Rastplätze erhalten in dieser Kategorie lediglich die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Teilweise waren Toiletten sogar gesperrt, häufig fehlten Toilettenpapier oder Seife, Handtrockner funktionierten nicht. Und von genereller Sauberkeit brauchen wir gar nicht erst anfangen.

Oft gibt es keine Stellplätze für Wohnmobile oder Fahrzeuge mit Anhänger, nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügen über einen Spielplatz. Eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile sucht man auf allen Anlagen vergeblich.
Und ein weiterer wichtiger Punkt: das Sicherheitsgefühl. Der ADAC kritisiert unter anderem schlecht beleuchtete Parkflächen und schlecht einsehbare Toilettengebäude. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt zudem eine Notrufeinrichtung. Sicherheit? Fehlanzeige!
Eine halbe Milliarde Euro gegen Rastplatz-Frust
Die Autobahn GmbH des Bundes reagierte auf die Kritik des ADAC. Ein Sprecher erklärte, man nehme die Ergebnisse „sehr ernst“. In den kommenden Jahren seien rund 500 Millionen Euro nötig, um Rastanlagen und die dazugehörigen WC-Anlagen zu sanieren und zu modernisieren. Kurzfristig stehen nach Angaben der Gesellschaft bereits 100 Rastplätze auf der Liste. Künftig sollen zudem bundesweit standardisierte Toilettengebäude mit pflegeleichter Ausstattung gebaut werden, um Hygiene und Komfort zu verbessern.


