Akku-Horror

Saugroboter explodiert! So geht es Lachie (25) vier Wochen nach dem Feuer-Drama

Vor vier Wochen erlitt ein junger Australier schwerste Verbrennungen, nachdem ein Staubsaugerroboter explodiert war und sein Haus in Flammen gesetzt hatte.

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Der Australier Lachie Perrem (25) in der Klinik. Er hat nach der Explosion eines Saugroboters schwerste Verbrennungen überall am Körper erlitten.
Der Australier Lachie Perrem (25) in der Klinik. Er hat nach der Explosion eines Saugroboters schwerste Verbrennungen überall am Körper erlitten.Fiona Perrem / Gofundme

Der 25-jährige Lachie Perrem ist wieder wach, er kann kommunizieren und die Hauttransplantate heilen. An rund 75 Prozent seines Körpers hat der junge Australier Verbrennungen erlitten, nachdem ein Saugroboter in seinem Haus explodiert war. Mehr als eine Woche lang lag er im künstlichen Koma. Seine Genesung macht Fortschritte, doch Lachie hat noch einen langen, schmerzvollen Weg vor sich.

Lachie Perrem und seine Verlobte Bri Thompson vor dem Unglück.
Lachie Perrem und seine Verlobte Bri Thompson vor dem Unglück.Fiona Perrem / GoFundMe

Der Saugrobeter ging in Flammen auf

Das Unglück geschah am 2. Juli im Vorort Brabham im Nordosten von Perth.Gegen 17 Uhr Ortszeit ging bei der Feuerwehr ein Notruf aus dem Wohnhaus ein: In der Küche brannte es. Auslöser war nach der späteren Einschätzung der Feuerwehr ein Saugroboter — das Gerät ging in Flammen auf, während Lachie Perrem in der Küche stand.

Vier Löschfahrzeuge rückten aus, gegen 19.15 Uhr war das Feuer gelöscht. Die Bilanz war verheerend. Fenster wurden aus dem Gebäude gerissen, Wände geschwärzt, Möbel zerstört, Böden verkohlt – das Haus ist seither unbewohnbar. 

Lachie Perrem wurde mit lebensgefährlichen Verbrennungen in die Verbrennungsstation des Fiona-Stanley-Krankenhauses in Perth gebracht und dort in ein künstliches Koma gelegt. Ob der 25-Jährige überleben würde, war zunächst nicht klar.

Lachie Perrem  kurz nach dem Unglück in einer Klinik. Eine Woche lag er im künstlichen Koma.
Lachie Perrem kurz nach dem Unglück in einer Klinik. Eine Woche lag er im künstlichen Koma.Fiona Perrem / Gofundme

Eine schwerer Weg mit vielen Operationen

Seine Mutter Fiona berichtet auf der Spendenplattform Gofundme regelmäßig über den Zustand ihres Sohnes, über das Bangen um sein Leben. Am 9. Juli konnte sie erstmals Positives berichten: Ihr Sohn sei aufgewacht und kommuniziere wieder mit ihr, seiner Verlobten und dem Behandlungsteam.

Seine Stimme habe er noch nicht vollständig zurück, er finde aber andere Wege, sich zu verständigen. „Wir wissen, dass noch ein sehr langer und schwieriger Weg mit vielen Operationen und Monaten der Genesung vor ihm liegt", schrieb sie. „Aber heute fühlt sich wie ein bedeutender Meilenstein an."

Wenige Tage später folgte der nächste Eingriff, seine dritte Operation: Erneut seien Wunden entfernt und Hauttransplantationen vorgenommen worden – an den Fingern, am linken Ellenbogen und am Oberkörper. Jede Operation sei ein weiterer Schritt nach vorn, schrieb Fiona Perrem.

Noch immer schwer gezeichnet von dem Feuer-Unglück. Das ist das neueste Foto, das seine Mutter von Lachie Perrem aus der Klinik auf der Spendenplattform postete.
Noch immer schwer gezeichnet von dem Feuer-Unglück. Das ist das neueste Foto, das seine Mutter von Lachie Perrem aus der Klinik auf der Spendenplattform postete.Fiona Perrem / Gofundme

Knapp zwei Wochen nach dem Unglück gelang dann etwas, das die Familie besonders bewegte: Lachie konnte kurze Zeit im Innenhof der Klinik verbringen und frische Luft schnappen. „Es mag wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber Momente wie diese bedeuten uns so viel."

Zuletzt schrieb die Mutter, die Transplantate würden gut heilen. Das Physiotherapie-Team sei äußerst zufrieden mit den Fortschritten – vor allem mit der Beweglichkeit seiner Hände.  Die Magensonde konnte entfernt werden – für die Familie ein großer Meilenstein. Jeder Schritt nach vorn sei ein enormer Erfolg, so Fiona Perrem. Die  dankte für die Pflege, die ihr Sohn erhalte, sowie für die anhaltende Unterstützung und die Spenden.

Auch Lachies Verlobte ist obdachlos geworden

Durch den Brand verlor nicht nur Lachie sein Zuhause: Auch seine Verlobte Bri Thompson und weitere Mitbewohner können nicht in das Gebäude zurück. Die Familie stehe vor der Aufgabe, ihr Leben von null an wieder aufzubauen, schrieb Fiona Perrem in ihrem Spendenaufruf. Neben den Behandlungskosten laufen die Rechnungen weiter, unter anderem die Raten für Lachies Auto. Von den angestrebten 55.000 australischen Dollar sind bislang knapp 46.000 Dollar zusammengekommen, umgerechnet rund 26.000 Euro.

Feuerwehr hält Saugroboter für Auslöser des Feuers

Was die Explosion genau auslöste, ist auch vier Wochen später nicht geklärt. Die Feuerwehrbehörde DFES hatte den Brand kurz nach dem Unglück als Unfall infolge eines Defekts an einem Saugroboter eingestuft. Ob ein Fehler in der Elektronik oder im Lithium-Ionen-Akku vorlag, ließ sie offen. Marke und Modell des Geräts wurden bis heute nicht öffentlich gemacht.

Die für Produktsicherheit zuständige Behörde DLGIRS, die den Saugroboter und weitere aus dem Haus beschlagnahmte Gegenstände untersucht, äußerte sich zurückhaltender als die Feuerwehr: Es sei zu früh, Schlüsse über Ursache oder Ausgangspunkt des Feuers zu ziehen. Die Ermittler prüften eine Reihe von Faktoren, um Brandherd und Zündquelle zu bestimmen.

Feuerwehr warnt vor defekten Akkus

Autonome Saugroboter haben vor rund 20 Jahren weltweit die Märkte erobert, auch in Deutschland sind die Smart-Home-Geräte sehr beliebt. Wie viele andere Haushaltsgeräte sind sie mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Solche Akkus gelten im Normalbetrieb als sicher. Kommt es jedoch zu Produktionsfehlern, Beschädigungen oder Überhitzung, können sie sich entzünden oder im Extremfall explosionsartig reagieren. Deshalb warnen Feuerwehren regelmäßig vor dem Laden beschädigter Akkus und empfehlen, nur zugelassene Ladegeräte zu verwenden.