Gesundheitsminister Karl Lauterbach twittert viel und gerne. Einblicke in seinen privaten Alltag gewährt er dabei selten. Doch Samstagabend konnte er seinem Ärger wohl nicht anders Luft machen. Die Schnapsregale im Kassenbereich bei Edeka stießen ihm übel auf. Seiner Meinung nach würde das Angebot Menschen mit Alkoholkrankheit gefährden. Er teilte seine Gedanken nach seinem Einkauf in dem Supermarkt bei Twitter. So wurde ganz schnell aus seinem privaten Ausflug eine öffentliche Debatte.
Karl Lauterbach: „Eine unethische Form der Werbung“
„Über diese Art Regale an der Supermarktkasse muss gesprochen werden“, schrieb Lauterbach. „Hier werden Menschen mit Alkoholkrankheit gezielt gefährdet. Das ist eine unethische Form der Werbung.“
Werden die kleinen Fläschchen an der Kasse jetzt etwa verboten?
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Über diese Art Regale an der Supermarktkasse muss gesprochen werden. Hier werden Menschen mit Alkoholkrankheit gezielt gefährdet. Das ist eine unethische Form der Werbung. pic.twitter.com/lUqHy1HxrS
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) February 4, 2023
Tweet von Karl Lauterbach löst hitzige Debatte aus
Der Beitrag schlägt auf Twitter hohe Wellen. Tausende Nutzerinnen und Nutzer diskutieren über den Vorstoß des Gesundheitsministers. „Blödsinn, die Supermärkte sind Wirtschaftsunternehmen und nicht Psychotherapeuten. Es gibt eine nicht delegierbare Verantwortung des Menschen für sich selbst“, kommentiert ein User. Ein anderer erwidert darauf: „Eigenverantwortung schön und gut, aber man muss es Menschen mit akutem oder ehemaligem Alkoholproblem nicht unnötig schwer machen. Sucht kann die eigene Verantwortung schnell in den Hintergrund rücken.“ Anderen geht die Diskussion in die falsche Richtung: „Vielleicht macht sich der Gesundheitsminister mal lieber Gedanken wie er Therapieplätze für missbrauchte Kinder anbieten oder wie die Situation der Kinderkrankenstationen verbessert werden kann.“


