Jäger haben nach Angaben des Deutschen Jagdverbands in der vergangenen Saison so viele Waschbären erlegt wie noch nie. Mit bundesweit 202.000 geschossenen Exemplaren im Zeitraum von 1. April 2019 bis 31. März 2020 werde ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zur vorigen Saison verzeichnet, teilte der Verband mit.
Sprecher Torsten Reinwald sagte, Grund sei die zunehmende Ausbreitung der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Art in Deutschland. Besonders verbreitet sind die Kleinbären laut Reinwald in einem Band vom Nordosten bis nach Hessen. Allein zwischen 2006 und 2017 habe sich das Verbreitungsgebiet der nachtaktiven Kleinbären mehr als verdoppelt, betonte Reinwald.
Jagd zum Schutz der Sumpfschildkröte
Waschbären stehen auf einer Liste gebietsfremder invasiver Arten, für die in der Europäischen Union Managementmaßnahmen umgesetzt werden müssen. Die Bejagung von Waschbären diene etwa dem Schutz der Europäischen Sumpfschildkröte, erläuterte Reinwald. In der Fachsprache gelten Waschbären als „Nahrungsgeneralisten“ – Reinwald drückt es so aus: „Vor Waschbären ist nichts sicher.“ Sie kletterten Bäume hoch und gelten auch als gute Schwimmer.
