Seit dem 3. September liegt Italiens skandalumwobener Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit schweren Corona-Symptomen in einem Mailänder Krankenhaus. Der 83-Jährige, der zur Risikogruppe gehört, bezeichnete die Krankheit als „schlimmste Erfahrung meines Lebens“. Inzwischen gehe es ihm besser, wie er aus dem Krankenhaus mitteilen lies. Das hat er offenbar auch dem Fortschritt der Forschung zu verdanken, wie der renommierte Arzt Alberto Zangrillo aus Mailand jüngst im italienischen Fernsehen sagte. Vor einigen Monaten wäre Berlusconi mit großer Sicherheit an Covid-19 gestorben.
Arzt: Berlusconi hatte eine sehr hohe Viruslast
Der Leiter des San-Raffaele-Krankenhauses, in dem Berlusconi liegt, sagte in einem Interview mit dem Sender LA7, dass die Viruslast bei Berlusconi derart hoch gewesen sei, dass „die Sache im März oder April sicherlich nicht das Ergebnis gehabt hätte, das es jetzt zum Glück gibt“. Auf die Nachfrage, ob das Virus ihn getötet hätte, sagte Zangrillo: „Absolut ja, höchstwahrscheinlich ja, und er weiß es.“

Für die veränderten Rahmenbedingungen sind laut Zangrillo gar nicht so sehr neue Therapiemethoden verantwortlich. Die gebe es nämlich nach wie vor kaum. Geholfen hatte Berlusconi laut dem Mediziner mehr Wissen über den Ablauf der Infektion und eine höhere Aufmerksamkeit der Ärzte. Es habe Berlusconi gerettet, dass „man wusste, dass er ins Krankenhaus muss – und zwar zu diesem Zeitpunkt“. Schon zehn Stunden später hätte es für einen Risikopatienten wie Berlusconi zu spät sein können, sagte er.
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