Dieser Fall sorgte deutschlandweit für Wirbel und für Empörung – und wurde erst vor Wochen juristisch entschieden: In Taucha in Sachsen wurde ein Feuerwehrmann auf dem Weg zu einem Einsatz geblitzt – und bekam vom Ordnungsamt 369 Euro Bußgeld aufgebrummt. Er wehrte sich, trat aus der Feuerwehr aus, der Stadtwehrleiter legte sein Amt nieder. Doch vor Gericht bekam der Feuerwehrmann nun Recht. Die Folgen zeigen sich auch in der Tauchaer Verwaltung: Der Chef des Ordnungsamtes muss gehen.
Feuerwehrmann Ray Lange im Einsatz geblitzt
Der Fall von Feuerwehrmann Ray Lange machte bundesweit Schlagzeilen: Er war im Mai 2025 mit der Drehleiter unterwegs zu einem Feuerwehreinsatz in der Tauchaer Grundschule und wurde dabei geblitzt. In einem Baustellenbereich mit 30 km/h fuhr er 69 km/h.
Die Folge: 369 Euro Bußgeld sollte Lange zahlen, außerdem gab es Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot. Und: Lange sollte das Bußgeld aus eigener Tasche zahlen, obwohl er für die Stadt unterwegs war.
Es folgte ein Beben bei der Feuerwehr in der sächsischen Stadt: Ray Lange trat nach 34 Jahren aus der Feuerwehr aus, auch der Stadtwehrleiter schmiss hin. Juristisch wehrte sich Lange dagegen. Erst vor Wochen urteilte das Amtsgericht Eilenburg: Freispruch für den Feuerwehrmann! Das Gericht befand die Überschreitung für gerechtfertigt, weil Lange im Einsatz Sonderrechte in Anspruch nehmen durfte. Die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer sei zum Zeitpunkt der Einsatzfahrt außerdem gewährleistet gewesen.

Aufatmen für den Feuerwehrmann. „Ich bin sehr erleichtert und mir fällt ein Riesenstein von der Seele. Ich hoffe, nun auch wieder besser schlafen zu können“, sagte er nach dem Urteil (KURIER berichtete). Was mit ihm gemacht wurde, habe wehgetan. Zur Feuerwehr zurückkehren wollte er nicht. Die Behörden von Taucha kündigten indes an: „Die Stadtverwaltung wird den Verfahrensablauf hausintern auswerten und Schlussfolgerungen für zukünftige Verwaltungsverfahren ziehen.“
Stadt baut nach Feuerwehr-Zoff die Verwaltung um
Das ist nun passiert: Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, wird die Behörde nach dem monatelangen Streit umgebaut. Das Verfahren habe Schwächen aufgezeigt, sowohl bei einzelnen Abläufen als auch in der internen Kommunikation, sagte Bürgermeister Tobias Meier (FDP). „Dass uns diese Verbesserungen nicht früher gelungen sind und der Fall negative Folgen hatte, bedauern die Stadtverwaltung und ich persönlich sehr.“ Eine der Folgen: Zum 1. Januar 2027 soll der Bereich „Öffentliche Sicherheit und Soziales“ zu einem neuen Bereich werden.
Der soll „Bürgerdienste“ heißen und verschiedene Behörden unter einem Dach vereinen. Dazu gehören zukünftig das Einwohnermeldeamt, das Gewerbeamt, das Standesamt, die Straßenverkehrsbehörde, die Bußgeldstelle, der Gemeindevollzugsdienst, der Brandschutz, die Feuerwehr und der Katastrophenschutz.
Chef des Ordnungsamtes geht früher in den Ruhestand
Der bisherige Leiter des Fachbereichs muss seinen Hut nehmen – und zwar früher als gedacht. Er wäre eigentlich Ende Juni 2027 in den Ruhestand gegangen. Die Leitung des neuen Bereichs soll nun aber überraschend schon zum 1. Januar 2027 besetzt werden – also ein halbes Jahr früher.


