Für die einen ist sie eine kaltblütige Mörderin, für die anderen ein Justizopfer. Es gab unterschiedliche Urteile und zahlreiche Recherchen, die beide Interpretationen zulassen. Letztendlich wurde Amanda Knox aber 2015 aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nach dem abschließenden Urteil schien das leben der US-Amerikanerin wieder in geordnete Bahnen zu laufen. Sie erhielt eine Entschädigung vom italienischen Staat, fand einen Job, heiratete und wurde nun sogar schwanger. Doch das Glück hielt nicht lange an. Sie verlor das ungeborene Kind im ersten Trimester.
Amanda Knox: Ich hatte eine Fehlgeburt
In ihrem Podcast „Labyrinths: Getting Lost with Amanda Knox“ (deutsch: Labyrinthe: Verloren gehen mit Amanda Knox) sprach die 34-Jährige unter Tränen über den Moment, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass das Kind in ihrem Bauch keinen Herzschlag habe. Es habe schon zuvor Probleme gegeben, sagte sie. So hätten die Ärzte festgestellt, dass der acht Wochen alte Embryo auf dem Entwicklungsstand eines sechs Wochen alten Embryos sei. „Es war nicht gewachsen“, sagt sie.
Es sei nur schwer für sie zu verstehen gewesen, dass ihr ungeborenes Kind tot war. Schließlich habe sie lange nichts davon gemerkt, da der tote Embryo in der Gebärmutter blieb, bis der Tod festgestellt wurde. „Ich war unglaublich enttäuscht, dass das die Geschichte meiner ersten Schwangerschaft war“, so Knox.
Immer mehr Frauen machen ihre Fehlgeburt öffentlich
Knox begann anschließend alles zu hinterfragen. Stellte auch die These auf, dass die Fehlgeburt etwas mit ihrem Gefängnisaufenthalt in Italien zu tun haben könnte, doch diese Gedanken verwarf sie offenbar wieder. Sie versuche nun, erneut schwanger zu werden. Das, so sagt sie, sei der beste Weg, um nach vorne zu schauen.
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Schon vor Amanda Knox haben zahlreiche berühmte Frauen ihre Erfahrungen mit Fehlgeburten öffentlich gemacht, um Frauen ihre Sorge zu nehmen, sie seien unnormal. Noch immer werden Fehlgeburten in unserer Gesellschaft stigmatisiert und Frauen, die sie erleben, als unvollkommen abgestempelt. Berühmte Frauen wie Model Chrissy Teigen oder auch Herzogin Meghan machten ihre Fehlgeburten im vergangenen Jahr öffentlich, um das zu ändern.

