Schon wieder wird Frankreich von einem Messer-Terroranschlag erschüttert!
Bei einer Attacke in Nizza hat es laut Berichten französischer Medien mindestens drei Tote und mehrere Verletzte gegeben. Der Täter wurde nach Angaben der Stadtverwaltung festgenommen. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um einen 21-jährigen Tunesier. Der Mann sei Ende September über die italienische Insel Lampedusa in die EU gelangt und anschließend nach Frankreich gekommen, hieß es. Bürgermeister Christian Estrosi erklärte, der Attentäter habe vor seinem Angriff und nach seiner Festsetzung immer wieder „Allahu Akbar“ gerufen.
Eine 70-jährige Frau soll von dem Täter geköpft worden sein. Das bestätigt auch die Zeitung „Nice Matin“. Nach deren Bericht wurde "mindestens ein Opfer enthauptet". Ein weiteres Opfer wurde durch Messerstiche in den Hals getötet. Das berichtet der Nachrichtensender BFMTV.
Die grausame Tat geschah in der Kirche Notre-Dame. Das dritte Opfer schleppte sich laut „Nice Matin“ noch aus der Kirche in ein Café, verstarb dort. Unter den Toten soll der Hausmeister der Kirche sein.

Nizzas Bürgermeister Estrosi schreib via Twitter, alles deute auf einen Terroranschlag hin. Er besuchte umgehend den Ort des Anschlags. Auch Präsident Macron reiste zum Tatort.
Macron verstärkt Anti-Terroreinsatz
Die Messerattacke war ein „islamistischer Terroranschlag“, sagte der Staatschef in der südfranzösischen Küstenmetropole. Er kündigte einen verstärkten Schutz von Kirchen und Schulen an. Der schon länger laufende inländische Anti-Terroreinsatz „Sentinelle“ des Militärs solle von bisher 3000 auf nun 7000 Soldaten aufgestockt werden.

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, erklärte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Im ganzen Land gilt die höchste Terrorwarnstufe.
Je suis sur place avec la @PoliceNat06 et la @pmdenice qui a interpellé l’auteur de l’attaque. Je confirme que tout laisse supposer à un attentat terroriste au sein de la basilique Notre-Dame de #Nice06. pic.twitter.com/VmpDqRwzB1
— Christian Estrosi (@cestrosi) October 29, 2020

Erst vor zwei Wochen war der Lehrer Samuel Paty in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen. Paty hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt, um das Recht auf Meinungsfreiheit zu dokumentieren.
Die Polizei riet via Twitter , den Bereich zu meiden. Die Kirche wurde nach Sprengkörpern durchsucht.
IMPORTANT#Nice : une opération de police est en cours. Évitez le secteur et suivez les consignes. Après avoir eu le maire de Nice @cestrosi, je préside une réunion de crise au Ministère de l’Intérieur.
— Gérald DARMANIN (@GDarmanin) October 29, 2020

Offenbar war die Gemeinde zuletzt vor Anschlägen gewarnt worden. Priester Gil Florini sagte dem Sender BFMTV: „Wir wurden gewarnt, dass es am Allerheiligenfest Angriffe geben könnte. Aber wir dachten nicht, dass es so kommen würde.“

Kurze Zeit später hat die Polizei im südfranzösischen Avignon eine weitere Attacke vereitelt. Sicherheitskräfte erschossen einen mutmaßlichen Angreifer, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Der Radiosender Europe 1 berichtet, auch dieser Mann habe „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen.
Auch in Saudi-Arabien hat ein Mann am französischen Konsulat in Dschidda einen Sicherheitsbeamten angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Donnerstag. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem „scharfen Werkzeug“ angegriffen, sagte Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi demnach. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.
