Erneut steht die Polizei in Mannheim im Fokus eines kontroversen Einsatzes: Ein Mann ist offenbar an den Folgen seiner Verletzungen gestorben, nachdem ihm Polizeikräfte gezielt ins Bein geschossen hatten. Doch bei näherem Hinsehen stellt sich der Fall komplizierter dar, als es den Anschein hat.
Dramatischer Polizeieinsatz: 31-Jähriger sticht mit Messer auf sich selbst ein
Am Dienstvormittag war bei der Polizei ein Notruf eingegangen. In der Nachbarwohnung der Anruferin im Mannheimer Stadtteil Waldhof war ein lauter Streit ausgebrochen. Die Mieterin (55) war mit ihrem Sohn (31) aneinandergeraten. Als die Polizei eintraf, öffnete niemand die Tür. Die Beamten verschafften sich gewaltsam Zutritt zu der Wohnung.
Den Polizisten zeigte sich ein Bild des Grauens: In einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt heißt es, der 31-Jährige habe im Streit mit seiner Mutter gedroht, sich selbst zu töten. Vor dem Einsatz habe dieser sich selbst erhebliche Schnitt- und Stichverletzungen beigebracht!
Vorwürfe gegen Mannheimer Polizei nach tödlichem Polizeieinsatz
Drastisch die Beschreibung von LKA-Sprecher David Fritsch in der Bild-Zeitung: „Der 31-Jährige hatte ein Messer in der Hand, drohte sich zu töten, stach sich selbst dabei auch in den Hals.“ Die Polizisten versuchten nun, den Mann mit Reizgas zu überwältigen, doch dieser war außer sich, hörte nicht auf, auf sich selbst einzustechen! Er habe sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, hieß es.



