
Schon der Wert vom Montag hatte deutlich unter dem der Woche zuvor gelegen (9. November: 13 363; 16. November: 10 824). Damit lag der Montagswert erstmals seit August nicht über dem der Woche zuvor. Einen weiteren Hinweis darauf, dass die Zahl der Neuinfektionen womöglich ein Plateau erreicht hat, gibt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz: Die vom RKI gemeldete Zahl der binnen einer Woche pro 100 000 Einwohner aufgetretenen Neuinfektionen lag am Dienstag mit 141,4 leicht unter der des Vortages (143,3).
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Auch am vergangenen Mittwoch (11. November) hatte die 7-Tage-Inzidenz mit 138,1 leicht unter der des Vortages (139,1) gelegen. Im gesamten Oktober hingegen stieg der Wert hingegen stets über den vom Vortag. Könnte also eine Trendwende beim Infektionsgeschehen erreicht sein - und sinken die Fallzahlen demnächst so rasch wie beim Frühjahrs-Lockdown?
Wenn da jetzt noch eine Schippe draufkommt, scheint eine Trendumkehr möglich."
Niemand könne derzeit sagen, ob der Rückgang der Neuinfektionen so schnell wie im Frühjahr oder aber merklich langsamer ablaufen werde, sagte der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). «Da kommen einfach zu viele Faktoren zusammen.» Einer davon seien Wettereffekte, ganz zentral sei zudem das Verhalten der Menschen.
Dass der Anstieg der Fallzahlen schon abgeflacht sei, bevor sich die Auswirkungen des seit Anfang des Monats greifenden Teil-Lockdowns zeigen konnten, sei ein ermutigendes Zeichen, erklärte Schmidt-Chanasit, Virusforscher am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Schon zuvor habe es offenbar - neben regionalen Maßnahmen wie Sperrstunden - ein verändertes Verhalten der Menschen gegeben, das zu der Abflachung geführt habe. «Wenn da jetzt noch eine Schippe draufkommt, scheint eine Trendumkehr möglich.»
Wegen der Spannen von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung dauert es nach RKI-Angaben jeweils zwei bis drei Wochen, bis sich die Wirkung von Maßnahmen wie dem seit 2. November greifenden Teil-Lockdown in den Fallzahlen zeigt.
Ende März, Anfang April hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen mehrfach über 6000 gelegen. Der Höchstwert der Infektionswelle war mit 6294 am 28. März erreicht worden. Zwei Wochen darauf hatte der Wert bei 4133 (11. April) gelegen, sechs Wochen nach dem damaligen Höchststand bei nur noch 1251 (9. Mai).
Reproduktionszahl zeigt keinen deutlichen Trend zu sinkenden Ansteckungszahlen
Die sogenannte Reproduktionszahl als weitere wichtige Kenngröße des Infektionsgesche‚h‘ens lässt bisher keinen deutlichen Trend zu sinkenden Ansteckungszahlen erkennen: Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,97 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.