Spanien

Flughafenchaos auf Lanzarote: 89 Ryanair-Passagiere verpassen Flug

Die Koffer waren schon verladen, doch 89 Urlauber standen noch in der Schlange. Der Flieger nach Bristol startete trotzdem.

Author - Tobias Esters
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Eine Ryanair-Maschine über dem Flughafen Lanzarote – hier kam es zu massiven Verzögerungen bei der Passkontrolle.
Eine Ryanair-Maschine über dem Flughafen Lanzarote – hier kam es zu massiven Verzögerungen bei der Passkontrolle.Markus Mainka/Pacific Press Agency/Imago

Flughafenchaos auf Lanzarote! Die Koffer waren schon an Bord, das Gate geschlossen – doch 89 Passagiere standen noch in der Schlange. Am Flughafen César Manrique auf Lanzarote kam es zu massiven Verzögerungen bei der Passkontrolle für Nicht-Schengen-Reisende. Für die betroffenen Fluggäste endete die Urlaubsreise abrupt am Terminal statt im britischen Bristol.

Ryanair hebt ohne 89 Passagiere ab

Wie die britische Sun berichtet, verpassten die 89 Ryanair-Passagiere ihren Flug nach Großbritannien, weil sie nicht rechtzeitig durch die Kontrollen kamen. Das Bodenpersonal musste daraufhin das bereits eingeladene Gepäck wieder aus dem Flugzeug holen.

Die Maschine hob schließlich mit nur etwa halb so vielen Reisenden ab wie geplant. In Bristol landete sie mit 52 Minuten Verspätung. Wie lange die zurückgelassenen Urlauber noch auf Lanzarote festsaßen, ist bislang unklar.

Nach dem Vorfall meldete sich auch Ryanair zu Wort. Die Fluggesellschaft macht die Verzögerungen bei der Passkontrolle am Flughafen Lanzarote für das Chaos verantwortlich. In einer Stellungnahme erklärte die Airline: „Aufgrund von Verzögerungen bei der Passkontrolle am Flughafen Lanzarote (25. Februar) haben einige Passagiere diesen Flug von Lanzarote nach Bristol verpasst.“ Weiter heißt es: „Hätten sich diese Passagiere vor Schließung des Boarding-Schalters dort eingefunden, hätten sie diesen Flug zusammen mit den 90 Passagieren, die sich rechtzeitig am Schalter eingefunden hatten, antreten können.“

Ryanair erklärt Ablauf nach Boarding-Schluss

Nach Angaben der Airline wird nach Schließung des Boardings ein gesetzlich vorgeschriebener Bericht über die Passagierliste unterzeichnet und an den Kapitän übermittelt. Ist dieser Prozess abgeschlossen, kann das Boarding nicht erneut geöffnet werden.

Passagieren, die ihren Flug verpassen, werde jedoch die Möglichkeit angeboten, gegen Zahlung einer Gebühr von 100 Euro beziehungsweise 100 Pfund auf einen späteren Flug umgebucht zu werden.

Lange Warteschlangen am Ryanair-Schalter: Am Flughafen von Lanzarote kam es bei der Passkontrolle zu massiven Verzögerungen.
Lange Warteschlangen am Ryanair-Schalter: Am Flughafen von Lanzarote kam es bei der Passkontrolle zu massiven Verzögerungen.Javier Fuentes Figueroa/IMAGO

Der Vorfall auf Lanzarote ist offenbar auch kein Einzelfall. Schon im vergangenen Jahr kam es am Flughafen der Kanaren-Insel zu chaotischen Zuständen, als 17 Nicht-EU-Flüge gleichzeitig landeten. Da bei allen Reisenden die Pässe gestempelt werden mussten, kam es zu langen Warteschlangen und massiven Verzögerungen.

Und es könnte noch komplizierter werden. Vertreter der lokalen Wirtschaft warnen laut Sun, dass das neue europäische Ein- und Ausreiseregister, das bis zum 10. April vollständig eingeführt werden soll, zu „ernsten Zusammenbrüchen“ an den Grenzen führen könnte.

Neues EU-Grenzsystem ersetzt Passstempel

Das sogenannte Entry/Exit System (EES) ist ein automatisiertes IT-System der EU zur Registrierung von Reisenden aus Nicht-EU-Staaten. Es wird seit dem 12. Oktober 2025 schrittweise eingeführt und soll bis zum 10. April 2026 vollständig umgesetzt sein. Statt manueller Passstempelung werden dann biometrische Daten wie Gesichtsbild und Fingerabdrücke digital erfasst.

Nicht nur in der Luft, auch auf See kam es kürzlich zu ähnlichen Szenen. Wegen starker Winde musste ein deutsches Kreuzfahrtschiff seinen Aufenthalt auf Madeira verkürzen. Zwei Passagiere schafften es nicht rechtzeitig zurück an Bord. Die Reederei versuchte vergeblich, die beiden telefonisch zu erreichen. Am Ende blieb das Schiff nicht länger – die Urlauber blieben zurück. Aida Cruises organisierte nach eigenen Angaben ihre Weiterreise.