Viele Kinder träumen davon, irgendwann als Astronauten ins All zu fliegen - nun könnte sich dieser Traum wieder für einige Menschen erfüllen: Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt sucht die Europäische Weltraumagentur ESA wieder neue Astronauten! Das Bewerbungsverfahren beginnt offiziell am 31. März, am 28. Mai endet die Bewerbungsfrist, wie die ESA jetzt mitteilte. Die Bewerber müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst, bekannt als „Astro-Alex“, ermutigte Interessenten aber, sich dadurch nicht einschüchtern zu lassen.
Er selbst habe auch gedacht, er habe „eh keine Chance, die suchen nur Supermänner und Superfrauen“. Andererseits habe er sich überlegt, „das bin ich meinem 80-jährigen Selbst schuldig“, wenigstens ein Mal eine Bewerbung für den Astronauten-Job abzuschicken. Es habe ihn „selbst am meisten erstaunt, als ich dann genommen wurde“, versicherte Gerst. Für ihn habe damit „ein tolles Abenteuer“ begonnen.
Astronauten müssen mehrere Fremdsprachen beherrschen
Als ESA-Astronaut komme es „nicht darauf an, dass man alles gut kann oder ein Überflieger ist, sondern dass man mit den Leuten zurecht kommt“, verwies Gerst auf die notwendige soziale Kompetenz der Bewerber. Sie müssen außerdem einen Masterabschluss in Naturwissenschaften, Medizin, Informatik oder Ingenieurswissenschaften und mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einem dieser Fachbereiche haben. Die Bewerber müssen außerdem fließend Englisch und eine weitere Fremdsprache sprechen und eine Bescheinigung eines Flugmediziners vorlegen, dass sie ausreichend fit sind. Abgesehen von einem umfangreichen Fragebogen gehört auch ein Motivationsschreiben zu der Online-Bewerbung.

Der neue ESA-Chef Josef Aschbacher sagte, die Ausbildung zum Astronauten sei „natürlich zeitaufwendig“. Dafür hätten die Bewerber die Chance, an einer der vielen derzeit geplanten interessanten Raumfahrt-Missionen teilzunehmen. Gerst verhehlte nicht, dass auf die Raumfahrt-Azubis auch schwierige Zeiten zukämen. Die Ausbildung sei „lang und hart“ und bei der Vorbereitung von Raumflügen gebe es „schon Momente, in denen einem Zweifel kommen“ - etwa wenn man beim Training unter Schlafmangel leide oder „bei minus 20 Grad im Wald ohne Schlafsack und ohne Zelt“.
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