Der Trend ist unverkennbar: Immer öfter präsentieren sich Männer auf Dating-Plattformen wie Tinder zusammen mit ihren Vierbeinern. Doch was steckt eigentlich dahinter, was wollen die liebeshungrigen Männer damit signalisieren – und wie kommt das bei denen an, an die sich das Liebes-Werben richtet?
Das hat sich die kanadische Psychologin Maryanne Fisher genauer angeschaut und dabei hunderte Profile auf diversen Online-Dating-Plattformen analysiert. Die Professorin an der St. Mary's Universität von Haifax hat das Ergebnis nun im Fachblatt Evolutionary Psychological Science veröffentlicht.
Die schnelle Affäre: nichts für Hundehalter
Wichtigste Erkenntnis: Ein Date für eine Nacht, das ist für Männer mit Hund nichts. Sie suchen den Partner fürs Leben! Dabei verwundert, warum sie die Frau oder den Mann fürs Leben ausgerechnet auf Plattformen wie Tinder suchen, die doch eher nicht so bekannt für die Anbahnung langanhaltender Beziehungen ist. Wie auch immer: Es ist das Ergebnis der Tiefenanalyse von 750 Profilen sowohl von Männern als auch von Frauen. Maryanne Fisher befragte die Liebeshungrigen auch danach, wie ernst es ihnen eigentlich mit der Beziehung ist.
Dabei kam heraus, dass unter den Männern, die eine ernsthafte, langanhaltende Beziehung suchen, nicht weniger als acht von zehn ein Foto mit ihrem Hund einstellen. Allerdings ist der Trend mit dem Hund auch bei Quickie-Suchenden beliebt. Hier sind es allerdings nur fünf von zehn Männern, die sich mit ihrem Hund präsentieren und auf eine heiße Affäre aus sind. Die anderen signalisieren ihre schnelle Sehnsucht mit Bildern ihrer Motorräder, Boote oder ihrer nackten Brust. Besonders beliebt ist auch das Bild mit „den großen Fischen, die sie am Wochenende gefangen hatten“.
Vorsicht vor der miesen Online-Abzocke mit „Dogfishing“
Umgekehrt legen Umfragen nahe, dass das Online-Wedeln mit dem Hund bei den Umworbenen gut ankommt: Vor allem Frauen fühlen sich von der mehr oder wenigen subtilen Botschaft angesprochen. Und die erklärt Maryanne Fisher folgendermaßen: Ein Hundehalter strahle Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein aus. Denn: „Einen Hund zu halten, ist eine große finanzielle Investition. Man muss auch mit ihm Gassi gehen und ihn pflegen“, so Fisher. Wer solche Mühen auf sich nimmt, muss doch ein verlässlicher und treuer Mensch sein, so kommt es tatsächlich bei vielen Frauen an.



