Im Fall der Familienkatastrophe, bei der Familienvater Devid R. (40) in Senzig bei Königs Wusterhausen seine drei Töchter Rubi (4), Janni (8) und Leni (10) sowie seine Frau Linda (40) umgebracht und sich dann selbst getötet hatte, hat Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon jetzt das Motiv bekannt gemacht. Laut seinem Abschiedsbrief habe er Angst vor einer Verhaftung gehabt. Hinzu kam die Befürchtung, dass man ihm und seiner Frau die Kinder wegnehmen werde.
Der Lehrer hatte dem Brief zufolge ein Impfzertifikat für seine Frau fälschen lassen. Ihr Arbeitgeber, die TH Wildau, habe dies erfahren. Nun hatte er Angst vor der Verhaftung und dem Verlust der Kinder. Den Brief fanden die Ermittler im Haus der Familie.
Die Umstände der Tat hatten schnell darauf hingewiesen, dass es keinen Täter außerhalb der Familie gegeben hatte. So fanden sich keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen, für Kampfspuren oder für die Anwesenheit Dritter zur Tatzeit.
Polizei findet Schusswaffe
Die Leichen waren am Samstagnachmittag in dem Haus entdeckt worden. Anwohner hatten die Polizei alarmiert. Bei der Spurensuche sei dann eine Schusswaffe entdeckt worden, die als Tatwaffe in Betracht kommen könnte, hieß es. Über einen Waffenschein verfügten nach den Erkenntnissen weder der Mann noch seine Ehefrau. Meldungen, dass einige der Opfer erstochen worden seien, haben sich so als falsch herausgestellt.

„Diese Tragödie lässt mich fassungslos zurück“, sagte die Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen, Michaela Wiezorek. Ihr tiefstes Mitgefühl gehöre zuallererst den Angehörigen, Freunden und Bekannten. Sie denke aber auch an alle Einsatzkräfte, die vor Ort ihre Aufgaben erfüllt hätten und nun dieses Geschehen verarbeiten müssten, sagte sie.

