Die Polizei, dein Freund und Helfer – so sollte es zumindest sein. Doch zwei Beamte in Berlin sollen sich grob falsch verhalten und einen Mann bei der Festnahme schwer verletzt haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage gegen sie erhoben.
Gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt
Die Berliner Staatsanwaltschaft gibt bekannt: Gegen zwei Polizisten wird wegen der mutmaßlichen Misshandlung eines Tatverdächtigen Anklage erhoben. Ihnen wird „gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung im Amt“ vorgeworfen.
Doch was ist genau vorgefallen? Die beiden 26 und 45 Jahre alten Beamten verfolgten im März nachts einen Mann wegen Diebstahlsverdachts. Der Anklage zufolge lief der Verdächtige in Mitte im Bereich des Denkmals für die ermordeten Juden Europas eine Treppe hinunter, bis er gestellt wurde. „Obwohl er selbstständig die Hände auf seinen Hinterkopf gelegt und sich hingekniet haben soll, um seine Festnahme zu ermöglichen, sollen die beiden Polizisten ihn treppabwärts gedrückt haben“, so die Generalstaatsanwaltschaft.
Doch damit nicht genug: Der 26-jährige Beamte soll den Tatverdächtigen dann festgehalten haben, während sein 45-jähriger Kollege insgesamt elfmal zielgerichtet und kraftvoll in den Kopf-, Nacken- und Schulterbereich des Manns getreten habe. Der Mann soll dabei mit seinem Kopf auf der Kante der Steinstufe gelegen haben.

Ging es bei der Misshandlung um Rassismus?
Nach Informationen des Tagesspiegels sind die beiden Polizisten von Überwachungskameras gefilmt worden und konnten damit überführt werden. Das Opfer ist Aserbaidschaner. Hinweise auf ein rassistisches Motiv fanden die Ermittler jedoch nicht, das Verfahren wurde nicht in der Abteilung für Hasskriminalität geführt.


