Razzia bei der Deutschen Bank. Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) durchsuchen seit Mittwochvormittag einen Standort in Berlin sowie die Zentrale in Frankfurt am Main. Die Beamten handeln im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Das berichtet der Spiegel.
Nach Informationen des Nachrichtenmagazins hätten rund 30 Ermittler um kurz nach 10 Uhr den Sitz des Geldhauses in Frankfurt betreten.
Verdacht auf Geldwäsche bei der Deutschen Bank
Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main führt die Behörde „gegen bislang unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank“ ein Ermittlungsverfahren. Der Verdacht: Geldwäsche!
Wie es heißt, soll das Geldhaus Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten haben. Die stünden im Verdacht, „zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein“.
Deutsche Bank bestätigt Razzia im eigenen Haus
„Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst können keine weiteren Angaben gemacht werden“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen auf Anfrage, ohne weitere Details zu nennen: „Wir bestätigen, dass in den Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird“, teilte der Sprecher mit. „Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern.“

Spur könnte zu Roman Abramowitsch führen
Der Vorfall könnte brisant sein und weitere Ermittlungen nach sich ziehen. Wie der Spiegel berichtet, steht die Razzia in Zusammenhang mit Unternehmen, die dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch zugeordnet werden. Er steht seit Frühjahr 2022 auf der Sanktionsliste der Europäischen Union.
Nicht die ersten Vorwürfe gegen die Deutsche Bank
Geldwäsche-Vorwürfe bei der Deutschen Bank sind nicht neu. Ende April 2022 durchsuchten Ermittler von Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale in Frankfurt. Auch Bußgelder wegen verspäteter Geldwäscheverdachtsmeldungen musste die Bank schon zahlen.
Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, bei einem Verdacht, dass Kunden Gelder aus kriminellen Geschäften waschen wollen oder dass Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen, dies unverzüglich zu melden. Häufig betreffen solche Verdachtsanzeigen den Korrespondenzbankbereich. Dort hilft die Deutsche Bank mit ihrer globalen Reichweite anderen Geldhäusern bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.



