Im Rahmen einer Aktion in 14 Bundesländern gegen Hass im Internet hat die Berliner Polizei am Mittwochmorgen in mehreren Stadtteilen insgesamt neun Wohnungen durchsucht: „Unsere Durchsuchungen stehen heute im Zusammenhang mit dem 8. bundesweiten Aktionstag gegen Hass-Postings. Hatespeech ist keine freie Meinungsäußerung. Beleidigung, Volksverhetzung und rassistische Kommentare sind strafbar und werden verfolgt.“
70 Beamte waren in Begleitung der Staatsanwaltschaft im Staatsschutz-Einsatz, um in Hellersdorf, Prenzlauer Berg, Spandau, Moabit, Gesundbrunnen, Mariendorf und Köpenick „anzuklopfen“, wie sie bei Twitter vermeldete. In Gesundbrunnen und Köpenick war das Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt. Die Aktion richtete sich gegen zwei Frauen und sieben Männer im Alter zwischen 24 und 72 Jahren. Gegen sie wird wegen Verdachts der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten ermittelt.
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Unser #Staatsschutz beim #LKA vollstreckt aktuell mehrere Durchsuchungsbeschlüsse in #Berlin.
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) November 30, 2022
Weitere Infos folgen... https://t.co/HL3a0tRGJD
Laut Polizei waren pro Wohnung bis zu sechs Beamte zugegen: Die Teams „überreichen die Durchsuchungsbeschlüsse, erläutern die Maßnahmen und belehren die Beschuldigten. Die Beweismittel können freiwillig herausgegeben werden, andernfalls wird durchsucht. Unsere Kollegen machen außerdem das Angebot einer Vernehmung.“ Zu diesen Beweismitteln, von denen etliche für die Auswertung beschlagnahmt wurden, zählten Datenspeicher, Laptops, Handys oder Tablet-Computer.
Waffenbesitzer soll Juden als Satanisten bezeichnet haben, bei ihm erschien das SEK
Im Laufe des Morgens folgten weitere Twittermeldungen von verschiedenen Orten. So wurde bei einem 59-Jährigen in Gesundbrunnen das Laptop beschlagnahmt. Der Mann, rechtmäßiger Besitzer einer Waffe, soll im Netzwerk VK einen Text veröffentlicht haben, der randvoll mit antisemitischen Aussagen sei und und unter anderem Juden als Satanisten bezeichnet.
#Aktionstag gegen #Hassposting #Beschluss 1
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) November 30, 2022
Ein 38-Jähriger aus #Spandau soll unter einem YouTube-Video: „Für 500 pro Kopf breche ich Nasen“ kommentiert haben. Der Beschuldigte gab die Tat zu, der Kommentar wurde per Screenshot gesichert, eine Beschlagnahme war so entbehrlich.
Ein Mann (72) aus Moabit soll – gleichfalls bei VK – gleich zweimal gefordert haben: „Islam raus aus Europa und verbieten und alle Moscheen abreißen und alle Moslem kastrieren und sterilisieren.“ Er ist ebenfalls sein Laptop los.
Bei einem Beschuldigten (63) in Hellersdorf fanden die Beamten ein ganzes Waffenarsenal, darunter waren ein Säbel, zwei Dolche, eine Machete, mehrere Messer und Einhandmesser sowie ein Luftgewehr und eine Armbrust. Beschlagnahmt.



