Er warf sie aus dem Zelt. Nach acht gemeinsamen Jahren. Sie soll sich mit Flammen gerächt haben. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.
Die Frau sitzt nun regungslos auf der Anklagebank. „Obdachlos“, hauchte Jaqueline W. (46). Seit der Tat allerdings hat sie eine Adresse: Justizvollzugsanstalt.
Geschah es aus Wut und „übersteigerter Eifersucht“? Davon geht die Anklage aus. Heimtückisch, aus niedrigen Beweggründen und grausam habe sie versucht, ihren Ex zu töten.
Der Morgen des 20. Dezember. Der obdachlose Markus L., damals 45, kampierte am Spreeufer im Regierungsviertel. Nach wiederholtem Zoff soll er Schluss gemacht, seine Ex aber wegen der Kälte doch wieder ins Zelt gelassen haben.
Mit einer brennenden Plastikkarte legte die Berlinerin Feuer
Die Anklage: „Er hatte sich knapp eine Woche zuvor von Jaqueline W. getrennt und sie wiederholt – zuletzt wenige Minuten vor der Tat – seines Zeltes verwiesen.“
Mit einer brennenden Plastikkarte und einem Feuerzeug soll sie Feuer gelegt haben. Brennende Eifersucht? Der letzte Rauswurf erfolgte wohl, weil sie ihm unterstellte, fremdzugehen.
Die Staatsanwältin überzeugt: „Sie wusste, dass er wieder eingeschlafen war.“ Jaqueline W. sei auch klar gewesen, dass sich im Zelt vier Gaskartuschen und eine Gasheizung befanden. Sie habe „an einer Ecke auf Kopfhöhe“ die Plane angezündet.
Angeklagte Berlinerin schweigt vor Gericht
Flammen an der Außen- und Innenplane. Schnell entwickelte sich starker Rauch. Eine andere Frau schrie laut. Markus L. wachte auf, konnte mit einer Jacke und seinen bloßen Händen die Flammen noch rechtzeitig ersticken. Er erlitt dabei Verbrennungen am linken Ringfinger.




