Großeinsatz für die Polizei in Schleswig-Holstein: Anlass ist offenbar eine Beziehungstat! In einem Wohngebiet in der Ortschaft Dänischenhagen (3800 Einwohner) nördlich von Kiel sind in einem Wohngebiet Schüsse gefallen. Anwohner hatten um zehn Uhr morgens die Polizei alarmiert. Nachdem die Polizei in einem Wohnhaus zwei Leichen gefunden hat, übernimmt die Mordkommission. Opfer der Bluttat: ein Mann und eine Frau. Der Täter, ein mit Sturmgewehr bewaffneter Mann, ist mit einem Auto geflüchtet. Die Polizei geht inzwischen von einer Tat im persönlichen Umfeld des Verdächtigen aus. Hinweise auf eine Gefahr der Öffentlichkeit bestünden nicht.
Aktuell wird nach dem Täter sowohl im Kieler Stadtgebiet, wie auch im Umland gefahndet. Es liegen keine Hinweise vor, dass eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht. Die Tat dürfte sich im persönlichen Umfeld ereignet haben. #Kiel
— Polizei SH (@SH_Polizei) May 19, 2021
Der Tatort ist die Hälfte eines Doppelhauses in einer idyllischen Siedlung mit Einzel- und Doppelhäusern. Die Vorgärten sind gepflegt. Auf den Straßen ist es ruhig. Eine Passantin hatte von den schrecklichen Vorfällen noch gar nichts mitbekommen, andere haben durch die sozialen Medien oder andere Anwohner von den Ereignissen erfahren.
Innenstadt-Anwohner berichten von Schüssen, Polizei dementiert

Kurze Zeit später riegelte die Polizei auch das Brauereiviertel in der Kieler Innenstadt ab. Dort soll ein weißer SUV mit Euskirchener Kennzeichen gesehen worden sein, wie eine Sprecherin des Landespolizeiamtes sagte. Anwohner in Dänischenhagen hatten der Polizei berichtet, dass sich ein solcher Wagen aus der Straße, in der der Tatort liegt, entfernt habe. Eingesetzt wurden ein Polizeihubschrauber, mehrere Streifenwagen, auch Rettungswagen waren vor Ort. Das Gebiet wurde weiträumig abgeriegelt. Viele Menschen konnten ihre Wohnung laut Medienberichten weder betreten noch verlassen. Anwohner hatten von angeblichen Schüssen berichtet. Die Polizei hat dies dementiert.
Polizei zieht Einsatzkräfte aus Brauereiviertel zurück
Am späten Mittwochnachmittag beendete die Polizei ihre Suche in dem Kieler Brauereiviertel. Die Polizei rücke ab, sagte ein Sprecher vor Ort. „Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass hier eine Gefahr vorhanden ist“, sagte er.
Wir sind einem Hinweis auf einen möglichen Tatverdächtigen im Brauereiviertel gefolgt. Dieser Hinweis hat sich nicht bestätigt. Der polizeiliche Einsatz im Brauereiviertel ist beendet. #Kiel
— Polizei SH (@SH_Polizei) May 19, 2021
In dem Viertel war ein weißer SUV mit Euskirchener Kennzeichen gesehen, der mit dem Täter in Verbindung gebracht werden konnte. Doch die Absuche stellte sich als falsche Fährte heraus: Eine große Autovermietung lässt ihre Wagen in Euskirchen zu, so dass sie häufiger in anderen Regionen zu sehen sind.
Unruhe hatten Tweets der Stadt Kiel ausgelöst, in denen zunächst von einem „Amoklauf“ die Rede war.
Verdacht auf #Amoklauf in #Kiel: Das Brauereiviertel und die Holtenauer Straße ist abgesperrt, meidet die Bereiche und bleibt zu Hause. https://t.co/YTxk3g4iMq
— Landeshauptstadt Kiel (@stadt_kiel) May 19, 2021
Die Polizei versuchte daraufhin, die Menschen in der Region zu beruhigen. Zwar werde empfohlen, zu Hause zu bleiben, Hinweise auf eine akute „Amoklage“ gebe es aber derzeit nicht.
Den Tweet von eben wiederholen wir nochmal, der ist versehentlich gelöscht worden aber sehr wichtig: In #Dänischenhagen ist es zu einem Tötungsdelikt gekommen. Wir fahnden nach dem Täter. Hinweise auf eine #Amoklage gibt es NICHT. #Kiel
— Polizei SH (@SH_Polizei) May 19, 2021
Erst am Abend gibt es Entwarnung
Nach Angaben der Polizei wurden diverse Patronenhülsen am Tatort in Dänischenhagen gefunden. Es hieß, dass der Täter noch bewaffnet sei. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Ob der Täter noch unerkannt auf der Flucht sei? Ein Polizeisprecher vor Ort: „Ich kann nur sagen, dass jetzt an diesem Ort keine Gefahr mehr vorhanden ist.“ Die Suche nach dem Täter ging aber zunächst weiter.
Erst am Abend gab es dann endgültig Entwarnung: Der 47-jährige Gesuchte stellte sich in Hamburg der Polizei. Nach Angaben von shz.de soll es sich um einen Zahnarzt aus Westensee (Kreis Rendsburg-Eckernförde) handeln, der seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und ihren neuen Freund erschossen haben soll. Auf der Suche nach dem Tatverdächtigen hatte es Durchsuchungen in Westensee gegeben.

Wir haben zurzeit einen laufenden #Polizei|einsatz in der Kieler Innenstadt.
— Polizei SH (@SH_Polizei) May 19, 2021
Wir werden hier in Kürze weiter informieren.#Kiel pic.twitter.com/Dg04czxs9o
