Das Happy-Go-Lucky-Hostel am Stuttgarter Platz sticht schon von Weitem ins Auge. Die Fassade wurde über und über mit Street-Art des irischen Künstlers Dom Browne bemalt – leuchtendes Orange und Smileys, wo man auch hinschaut. Für viele Berliner ist das kunterbunte Haus, in dem auch Pippi Langstrumpf gerne wohnen würde, absoluter Kult. Andere halten den schrillen Anblick für einen Schandfleck.
Tatsächlich hat der Eigentümer den jahrelangen Kampf vor ein paar Monaten verloren: Die Fassade muss überstrichen werden – und zwar in Grau oder Beige. Wieso? Die Street-Art würde laut Urteil ein nahe liegendes denkmalgeschütztes Haus beeinträchtigen und das „Ortsbild verunstalten“. Bisher wurden die geforderten Streicharbeiten nicht umgesetzt. Doch jetzt gibt es ein Ultimatum vom Bezirk.
Fans müssen spätestens im Oktober Abschied von der bunten Fassade nehmen
Laut RBB hat Eigentümer Alexander Skora jetzt eine letzte Frist vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf per Mail erhalten: „Letztmalig“ gebe man dem Hostel die „Gelegenheit zur selbsttätigen und vollständigen Umsetzung der behördlichen Entscheidungen“, heißt es hier. Stichtag ist der 1. Oktober.
Und wenn der Eigentümer sich weiter querstellt, seine kühne Fassade deutlich „langweiliger“ zu gestalten? Dann droht der Bezirk mit einer Zwangsvollstreckung – oder wohl eher Zwangsstreichung – des Gebäudes auf Kosten von Skora.

Berliner ärgern sich über das Hostel-Urteil
Dass hier ein Stück Street-Art-Geschichte vernichtet werden soll, schmeckt den Berlinern überhaupt nicht. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) wird die Zwangsübermalung der Fassade heftig kritisiert:



