In Deutschland sind am Donnerstagnachmittag mehrere Mobilfunknetze ausgefallen, in Hamburg und Bremen sind die Notrufnummern 110 und 112 ausgefallen. Es gab Warnungen über die Warn-Apps „Nina“ und „Katwarn“.
Das Netz von O2 scheint das Zentrum der Störungen zu sein
Die Firma Telefónica mit O2 machte die Störungen über Twitter bekannt. VoLTE, VoWIFI sowie Festnetztelefonie sind laut Telefónica nicht möglich. Die Firma meldete auf ihrer Homepage: „Aktuell kommt es im O2 Netz zu Einschränkungen bei der Telefonie über 2G, 4G sowie Festnetz (Voice over WiFi)“. GSM funktioniere zwar, aber wegen des Ausfall der anderen Kommunikationswege stark belastet.
Derzeit kommt es zu Einschränkungen bei der Telefonie. Grund ist eine Störung an einem Voice-Server. Der Großteil der Telefonate wird über andere Server übermittelt. Unsere Netztechniker arbeiten mit Hochdruck an der Entstörung. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten. Update folgt pic.twitter.com/KDvCAQCHzL
— Telefónica Germany (@telefonica_de) November 17, 2022
Ursache seien Probleme eines „Voice-Servers“, der Gespräche übermittelt. Die Störung ist vor 15 Uhr aufgetreten. Die erste Warnung über Katwarn kam um 17.23 Uhr, um 18.11 Uhr eine zweite.
Deutschlandweit gelte: „Es werden immer noch Störungen mehrerer Mobilfunknetze gemeldet. Auch der Notruf zur Feuerwehr und Polizei kann davon betroffen sein.“ Gegebenenfalls solle man die 110 und 112 über ein Festnetztelefon anwählen.
Auch bei der Berliner Feuerwehr gingen am Donnerstagnachmittag verstärkt Hinweise ein, dass der Notruf 112 nicht erreichbar sei. Aufseiten der Feuerwehr funktioniere der Notruf aber, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Wenn man nicht durchkomme, liege das am eigenen Telefonnetz. Ein Polizeisprecher sagte, Störungen beim Notruf 110 seien nicht bekannt.
Am späten Donnerstagabend gab es in Berlin nach den Störungen Entwarnungen über die Warnsysteme Katwarn und Nina. Für den Raum Berlin seien keine Störungen mehr bekannt, hieß es dort dann dort.
Warum es in Hamburg und Bremen zu so starken Einschränkungen bei der Erreichbarkeit der Notrufnummern kam, war zunächst nicht ganz klar. Ein O2-Sprecher teilte der dpa mit, dass Kundinnen und Kunden wegen der Einschränkungen der Telefonie teilweise den Notruf nicht anwählen konnten. „Andere Zusammenhänge im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Notrufen können wir aktuell nicht bestätigen.“
In Hamburg sollten sich Bürger bei Bedarf an einen Streifenwagen oder eine Wache wenden. Im absoluten Notfall sei die DRK-Notrufnummer 19222 durch die Polizei besetzt, hieß es.

Telekom und Vodafone teilten mit, bei ihnen gebe es keine Probleme. Allerdings stimmt das nur zum Teil, weil Anrufe aus diesen Netzen zu O2 nicht durchkommen. Bei allestoerungen.de stiegen auch die Meldungen über angebliche Ausfälle bei Vodafone und bei der Telekom, wenngleich längst nicht so stark wie bei O2. Kunden von Vodafone, O2, 1&1, Alditalk, Telekom, WinSim, Blau meldeten Störungen.
Anrufe mit Apps wie Whatsapp waren über Datenübertragungsserver möglich.
Es kommt aktuell zu Einschränkungen bei der mobilen Telefonie in Richtung Telefónica. Unsere Techniker:innen arbeiten an einer Lösung für Dich. Damit bald wieder alles so läuft wie vorher. Für regelmäßige Updates schau mal hier: https://t.co/fscWjnQ8zh. pic.twitter.com/vBePsAts4t
— Vodafone Service (@vodafoneservice) November 17, 2022
Von der Telekom kamen gute Wünsche in Richtung O2 in München, dass man das Problem schnell löst.
Das Mobilfunknetz der #Telekom ist nicht von dieser Störung betroffen.
— Telekom Netz (@telekomnetz) November 17, 2022
Wir drücken den Kolleginnen und Kollegen in München die Daumen, dass die Störung schnell behoben werden kann.
In den Farben getrennt, in der Sache vereint 🤝#Mobilfunk https://t.co/JeJe9b5K0Y
In der Vergangenheit hatte es mehrmals großflächige Ausfälle bei der Telefonie, aber auch beim Internet gegeben. Besonders schwerwiegend war das vor einem Jahr, als die Notrufnummern 110 und 112 auch in Berlin in einer Nacht stundenlang nicht erreichbar waren.
Die Ursache war, dass beim Aufspielen einer neuen Software trotz vorheriger Prüfung plötzlich die Leitungen zu den Notrufzentralen gekappt worden waren. Polizei und Feuerwehr machten über die sozialen Medien andere Rufnummern bekannt, um erreichbar zu sein. Zu ernsthaften Folgen, zum Beispiel ausbleibender Hilfe durch Rettungskräfte oder Polizei, sei es damals nicht gekommen.
Der Ausfall hatte neben Berlin mindestens auch Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Bayern und das Saarland betroffen. In einigen Regionen war nur die Feuerwehr nicht erreichbar.


