In 20 Tagen beginnt die WM in den USA, Kanada und Mexiko. Fußballfans auf der ganzen Welt fiebern dem 11. Juni mit dem Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika entgegen. Den Klubs geht es anders: Sie können den Finaltag am 19. Juli kaum erwarten. Erst dann wird der der WM-Transferstau aufgelöst, erst dann kommt so richtig Bewegung in den Spielermarkt. Und deswegen muss auch Hertha BSC lange auf neue Spieler warten.
Hertha-Boss: „Es müssen erst die große Verkäufe her“
Hertha-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich erklärt die Mechanismen bei den Spielerkäufen- und Verkäufen so: „Es gibt momentan nicht viel Bewegung auf dem Transfermarkt. Da müssen erst die großen Verkäufe erfolgen. Dann ist wieder Geld im Markt und das geht dann schrittweise runter zu den kleineren Klubs.“ Alle Klubs warten erstmal das Ende der Weltmeisterschaft ab. Und die dauert diesmal wegen des künstlichen Aufblasens von 32 auf 48 Nationalteams noch eine Woche länger …
Die WM ist die größte Spielerbörse der Welt
Die WM wird wie immer zur größten Spielerbörse. Die Nationalspieler aller Länder stehen im Schaufenster. Die Gründe für eine Verpflichtung sind so vielschichtig wie die Klubs selbst. Ein Topverein will unbedingt einen Weltmeister verpflichten oder zumindest einen Weltstar, der beim Turnier viele Tore geschossen hat. Ein anderer Verein schaut genau auf eine Schlüsselposition in den Nationalteams, die der eigenen Mannschaft noch fehlt. Und dann gibt es die ewige Suche nach den jungen Stars, die zum ersten Mal im Rampenlicht stehen und überzeugen.
Wenn die WM gelaufen ist, erfolgen erstmal die großen Deals jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze. Das Geld wird dann wieder verteilt. Für 100 Millionen bekommt man fünf Spieler, die 20 Millionen wert sind, für 20 Millionen bekommt man fünf Spieler die vier Millionen an Marktwert haben. Das ist die Kette des modernen Fußballkapitalismus.

Marktbewegung setzt diesen Sommer später ein
Das hat wiederum Auswirkungen auf die Mannschaften. Einzelne Profis, die vergangene Saison noch Stammspieler waren, sind bei neuer Konkurrenz nur noch zweite Wahl und überlegen, ob sie den Klub wechseln oder sich ausleihen lassen.
Aber das alles dauert. Bis diese Marktbewegung in der Zweiten Liga bei Hertha angekommen ist, werden so manche Wochen vergehen. Daher bleibt es wohl dabei: Neue Spieler kommen eher zum Transferende als Anfang August. Der Verein will und kann gar nicht bis sehr wenig Ablösesummen zahlen.




