Das Phänomen geht weiter. Hertha BSC ist abgestiegen, doch die Euphorie der Fans wird immer größer. Über 10.000 Anhänger (rund 6000 Herthaner) kamen zum 2:0-Testspiel der Blau-Weißen beim BFC Dynamo im Jahnsportpark. Einfach irre! Da kommt sogar Hertha-Ikone Pal Dardai ins Schwärmen.
„Das war eine tolle Atmosphäre mit den vielen Fans. Ein schöner Fußballabend“, sagte der blau-weiße Cheftrainer. Und er lobte sogar die BFC-Spieler: „Das war ein fairer Gegner auf dem Platz und der Schiedsrichter war auch gut vorbereitet. Ich kann mich nicht beschweren.“

Fans von Hertha und BFC singen gemeinsam: „Scheiß-Union!“
Der Hintergrund ist klar: Dardai hat eine junge Truppe, die seit elf Tagen Kondition bolzt. Ein übermotivierter Gegner, der zu hart die Zweikämpfe gegangen wäre, um den Hauptstadtklub zu aus falsch verstandener Rivalität es mal so richtig zu zeigen, hätte das Verletzungsrisiko erhöht.
Für Gastgeber BFC war dieses Spiel ein echter Image-Gewinn. Der DDR-Rekordmeister, der jetzt in der Regionalliga spielt, hat damit ein erstes Highlight gesetzt, bevor überhaupt die Saison losgeht.
Es könnte sogar eine Fan-Freundschaft mit Hertha knapp 34 Jahre nach dem Mauerfall entstehen. Wer hätte das gedacht? Früher pflegten die Blau-Weißen diese mit dem 1. FC Union. Jetzt sangen beide Fanlager sogar zusammen und zelebrierten eine neue Neid-Folklore mit „Ohoho, Scheiß- Union“. Ja, die Köpenicker spielen nächste Saison in der Champions League.



