Über drei Monate geisterte der Name Diego Demme (31) vom italienischen Meister SSC Neapel bei Hertha BSC herum. Es sollte der angeblich wichtigste Transfer des Sommers werden, um das dezimierte blau-weiße Mittelfeld nach zahlreichen Abgängen wegen der Finanznot zu verstärken. Demme soll vergangene Woche kurz vor Vertragsunterschrift gewesen sein. Dann soll er Freitag angeblich abgesagt haben. Und jetzt das! Herthas Cheftrainer Pal Dardai überrascht alle mit einer ganz anderen Version und sagt: „Ich habe mit Diego Demme noch nie einen Satz geredet.“
Hoppla, was ist denn da los? Es ist Sonntagmorgen nach dem tollen 5:0 gegen Greuther Fürth. Pal Dardai ist gut gelaunt und spricht im Presseraum über die Entwicklung seines Teams und lobt das neue Wir-Gefühl in der Kabine. Dann kommt diese Frage in der Journalistenrunde: „Wie sehr hat Sie die Absage von Diego Demme enttäuscht?“
Dardai: „Ich habe noch nicht mal eine Analyse über Demme gesehen“

Dardai antwortet so: „Also Leute, ich sage ganz ehrlich, Diego soll nicht beleidigt sein. Aber ich lese das nur in der Presse. Ich habe mit ihm noch nie einen Satz geredet. Das Gerücht kommt vor Monaten von der Presse. Das kommt nicht von mir. Ich habe noch nicht mal eine Video-Analyse gesehen, wie er in letzter Zeit gespielt hat.“
Zur Einordnung: Demme war nicht nur ein Gerücht, sondern wirklich ein Thema bei der Klubführung. Es gab auch bereits im April Anfragen beim SCC Neapel über die Höhe der Ablösesumme. Bei der ersten Preisvorstellung von sechs Millionen Euro Ablöse winkte Sportdirektor Benjamin Weber ab. Danach gab es weitere Annäherungsversuche zwischen den Vereinen, mehr nicht. Demme war also nur ein Kandidat von vielen, die Hertha im Visier hat. Dardai macht es klar: „Der Verein war nie so weit, sich intensiv mit ihm zu beschäftigen.“
Initiative zum Wechsel kam von Demme
Heißt: Erst wenn der mögliche Deal richtig heiß geworden wäre, hätte sich auch Dardai mit der Personalie beschäftigt. Er war aber nie so heiß, wie einige Transferexperten es darstellten. Denn die wiederum erhalten ihre Information hauptsächlich von Spielerberatern, die ihre Klienten auch manchmal nur durch Halbwahrheiten interessant für Klubs machen wollen.



