Die nächste Eskalationsstufe zwischen Hertha BSC und Erfolglosstürmer Wilfried Kanga (25) ist erreicht. Erst Arbeitsverweigerung vor dem Spiel in Düsseldorf (0:1) vor neun Tagen. Dann Suspendierung vom Profikader. Jetzt meldet sich der Franzosen-Ivorer auch beim Training der U23 krank ab. Kanga will nichts mehr mit Hertha zu tun haben. Der Zoff geht in die nächste Runde.
Sonnabend hatte Cheftrainer Pal Dardai zum internen Testspiel zwischen den Ersatzspielern der Profis und der U23 gebeten. Wer war nicht da? Na klar, Willy Kanga! Offiziell heißt es vom Verein, er habe sich krank abgemeldet. Doch eigentlich kann man es nur noch als Streik verstehen. Kanga will den Klub verlassen, und Hertha plant auch nicht mehr mit ihm.
Bobic holte Kanga für vier Millionen

Vergangenes Jahr wurde der Angreifer von Ex-Manager Fredi Bobic für vier Millionen Euro geholt. Er war die große Sturmhoffnung. Doch heraus kamen nur mickrige zwei Tore in der Abstiegssaison. Dardai hatte schon im April gesagt, dass er mit Kangas Trainingsleistungen nicht zufrieden sei. Nach der kurzen Sommerpause ging das Drama weiter. In den ersten Tagen der Saisonvorbereitung war der Angreifer total unfit. Für drei Wochen riss sich Kanga dann zusammen und arbeitete professionell.
Doch dann das! Am Freitag vor der Abreise zum ersten Zweitligaspiel bei Fortuna Düsseldorf erklärte Kanga, dass er sich mental nicht bereit fühle. Ein Affront gegen den Verein, gegen die Mannschaft und den Trainer. Sportdirektor Benjamin Weber war geschockt und sagte am Donnerstag: „Willy hat die Vorbereitung angefangen. Zum Schluss war er fit, er war bereit gewesen. Wir waren positiv gewesen. Wir waren dann schon überrascht, als er uns vor dem Düsseldorf-Spiel mitgeteilt hat, dass er sich nicht bereit fühlt. Jetzt geht es darum, damit seriös umzugehen. Jetzt trainiert er bei der U23, und wir sind im ständigen Austausch mit seinem Berater, um eine Lösung zu finden.“
Hässlicher Poker um Millionen
Nur zwei Tage später meldet sich der Stürmer jetzt auch bei der U23 krank ab. Kanga und sein Berater gehen auf Konfrontationskurs. Es ist mal wieder ein hässlicher Poker um Millionen. Kanga hat noch einen Vertrag bis 2026. Er bettelt quasi um den Rausschmiss.




