Der Mann zeigt auch in den schwersten Stunden des Vereins Flagge. Präsident Kay Bernstein (42) fuhr Sonnabend mit den Hertha-Fans im Konvoi zum vorerst letzten Bundesligaspiel der Blau-Weißen nach Wolfsburg. Die Anhänger wollten gemeinsam die Tour machen und sich mit wehenden blau-weißen Fahnen aus dem Fußball-Oberhaus verabschieden. Dazu wurde auch Bernstein eingeladen – und der Boss kam.
Um 10 Uhr war Treffpunkt am Messegelände. Viele Busse und Autos kamen und rund 1000 Fans hatten sich versammelt. Die Trauer wegen des Abstiegs am vergangen Sonnabend nach dem 1:1 gegen den VfL Bochum war schon fast wieder verflogen. Es kam schon vor der Abfahrt Partystimmung auf. Mittendrin Präsident Bernstein, der das gemeinsame Happening genoss.

Bernstein, der ehemalige Vorsänger der Ultras, ist ein Kind aus der Kurve. Als Boss in der schwersten Krise des Klubs baut er auf die Anhänger. „Wir Herthaner brauchen Geschlossenheit“, sagt er immer. Abstieg, Finanzprobleme, Lizenzsorgen, alles ist dramatisch. Doch der 131-jährige Traditionsverein erlebt gerade ein kleines Wunder.
Statt Zoff und Chaos wie in früheren Jahrzehnten wächst gerade eine neue Euphorie um den Klub. Neuer Zuschauerrekord, immer mehr Mitglieder. Und jetzt dieser Konvoi zur Endstation Bundesliga in Wolfsburg. Wohin Herthas Reise in den nächsten Wochen geht, hängt von der Lizenzvergabe ab.
