Seit dem 20. November rollt der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Welcher Kicker wird der beste Spieler des Turniers, welche Stars trumpfen in Katar auf? Im KURIER-Live-Ticker sind täglich aktuell alle Nachrichten, Ergebnisse, Tabellen und Aufreger zur DFB-Elf sowie allen anderen Teams bei der Wüsten-WM zu finden.
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+++ Dienstag, 20. Dezember +++
Messis Instagram-Post bricht alle Rekorde
Der frisch gekürte Fußball-Weltmeister Lionel Messi hat nun auch bei Instagram einen Meilenstein erreicht. Ein Post des 35-Jährigen mit Fotos, die ihn samt WM-Pokal im Jubel nach dem gewonnenen Finale gegen Frankreich am Sonntag zeigen, bekam in dem sozialen Netzwerk bis zum Dienstagvormittag mehr als 56,2 Millionen Likes mit weiter steigender Tendenz. Damit überholte Messi den Beitrag von dem Account „world_record_egg“, der bislang als Instagram-Beitrag mit den meisten Likes galt.
Das Foto eines Eis war am 4. Januar 2019 gepostet worden, mit dem Ziel einen Weltrekord aufzustellen. Bis zum Dienstagvormittag hatte es mehr als 55,9 Millionen Likes bekommen. Die Aufmerksamkeit für das Ei wurde unter anderem zu einer Kampagne für mentale Gesundheit genutzt.
Argentinien singt über DFB-Pleite 2014
Die Hymne zum dritten Triumph bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ist „Muchachos“, ein Singsang, den auch Lionel Messi und Co. nach jedem Triumph inklusive des finalen 4:2 im Elfmeterschießen gegen Frankreich (3:3 n.V.) anstimmten. Und der nun eine relevante Zeile mit deutschem Bezug bekam.
„Das Finale gegen Deutschland beweinte ich acht Jahre lang. Doch das ist zu Ende, denn dieses Jahr wurde das Finale in Katar gegen Frankreich wieder vom Väterchen gewonnen“, sangen die Spieler auf dem Flug nach Hause. Bei der Endrunde 2014 in Brasilien unterlagen die Südamerikaner im Endspiel der DFB-Elf mit 0:1 nach einem Tor in der Verlängerung durch Mario Götze.
Gleich der gesamte Liedtext wurde von den WM-Helden von Doha überarbeitet. Zeilen wie „Wir haben nun den dritten WM-Titel“ und „Maradona ermutigten wir, du kannst jetzt in Frieden ruhen“ passten sich der Melodie an.
Argentinien erklärt 20. Dezember zum Nationfeiertag
Argentiniens Fußballhelden sind zwei Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in ihrer Heimat gelandet. Gegen 02.30 Uhr Ortszeit (06.30 MEZ) setzte der Flieger mit der Mannschaft um Superstar Lionel Messi auf dem Flughafen der Hauptstadt Buenos Aires auf.
Nach der Ankunft war eine fünf Kilometer lange Fahrt hinüber zum Verbandsgelände in Ezeiza geplant. Der Auftakt für einen langen Feiertag, den die Regierung für den Dienstag landesweit ausgerufen hatte.
Der geplante Ablauf für den Festakt: Nach kurzem Durchschnaufen im AFA-Hauptquartier und stärkendem Mittagsmahl fährt „La Scaloneta“, wie die Seleccion in Anlehnung an Trainer Lionel Scaloni daheim nur noch genannt wird, im offenen Doppeldecker-Bus vom Außenbezirk an endlosen Fanspalieren vorbei bis ins Herz von Buenos Aires. Traditionell wurde das Gelände rund um den Obelisken, dem 68 Meter hohen Pfeiler-Wahrzeichen der Hauptstadt, als Jubelplatz auserkoren.
Schon am Sonntag waren nach dem finalen Elfmeter beim 4:2-Triumph über Frankreich (3:3 n.V.) laut offiziellen Angaben gut eine Millionen Fans auf die Straßen im Großraum Buenos Aires gestürmt, hatten sich vor allem rund um den Obelisken und auf die dahinführende Prachtstraße 9 de Julio zu einem endlosen Menschenknäuel gestaut.
Matthäus adelt Messi als Besten
Lothar Matthäus hat kein Problem damit, dass er nicht mehr der Fußballer mit den meisten WM-Einsätzen ist. Er gönne es seinem Nachfolger Lionel Messi „wie alles andere“, schrieb der 61-Jährige in einer Kolumne für den TV-Sender Sky.
Der argentinische Weltmeister-Kapitän hatte am Sonntag mit seinem 26. WM-Einsatz im Finale gegen Frankreich (7:5 n.E.) Matthäus übertroffen, der für die deutsche Nationalmannschaft an 25 Spielen bei Weltmeisterschaften teilnahm. „Messi ist sicher der Beste in diesem Jahrtausend und einer der größten Sportler, die wir je gesehen haben“, sagte Matthäus.
Messi habe auch im Finale gegen Frankreich bewiesen, „wieso er für viele der größte Spieler aller Zeiten ist“, lobte Matthäus, der dem 35 Jahre alten Profi von Paris Saint-Germain zutraut, auch bei der nächsten WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko noch mal als Spieler mitzuwirken. „Wir können froh und dankbar sein, ihn erlebt zu haben und weiter bewundern zu dürfen. Ich bin nicht so sicher, dass dies seine letzte Weltmeisterschaft war“, schrieb der deutsche Weltmeister-Kapitän von 1990.
+++ Montag, 19. Dezember +++
Arabische Welt: Kritik an der Bischt-Kritik

In der arabischen Welt haben Nutzer in den sozialen Netzwerken mit Verwunderung auf die Kritik an Lionel Messis Tragen eines traditionellen Bischts bei der WM-Siegerehrung reagiert. „Als Mexiko im Jahr 1970 die Weltmeisterschaft ausgerichtet hat, ließen sie den Titelverteidiger Pelé einen mexikanischen Hut tragen“, schrieb ein Fan auf Twitter. Damals hätten die Medien das als „Verwirklichung der Fußballbotschaft“ bezeichnet. Ein anderer Nutzer kommentierte: „Wenn Araber ihrem Gast einen Bischt schenken, ehrt ihn das und ist ein Zeichen der Dankbarkeit, und das Ganze ist nicht wirklich anders als Pelé, der 1970 einen mexikanischen Hut trug.“
Katars Staatsoberhaupt Emir Tamim bin Hamad Al Thani hatte Messi das transparente Edelgewand namens Bischt zur Siegerehrung umgelegt. Vor allem im Westen wurde kritisiert, dass die Jubelbilder der Argentinier nach ihrem Sieg gegen Frankreich damit nicht mehr nur den neuen Weltmeistern gehörten - sondern auch dem Gastgeberland.
Ein Bischt ist ein traditioneller Umhang, den Männer in den Golfstaaten und im Iran zu besonderen Anlässen anziehen. Bei der Siegerehrung im Juni 1970 in Mexiko trug der brasilianische Spieler Pelé einen Sombrero - einen für Mexiko typischen breitkrempigen Hut. Brasilien gewann damals bei der WM 4:1 gegen Italien. Fotos aus der Zeit zeigen, wie die Fußball-Ikone mit dem Hut auf seinem Kopf von begeisterten Fans zur Pokal-Übergabe getragen wird.
Versteigerung: Hollands WM-Trikots bringen 380.000 Euro
Die Versteigerung von Oranje-Trikots während der Fußball-WM in Katar hat insgesamt 380.000 Euro eingebracht. Der Erlös soll nach Angaben des niederländischen Fußball-Verbandes KNVB vom Montag komplett zur Verbesserung der Situation von Arbeitsmigranten in Katar genutzt werden.
Dafür will der KNVB mit der Internationalen Arbeitnehmervereinigung BWI zusammenarbeiten. Das Team von Bondscoach Louis van Gaal hatte während der Weltmeisterschaft auch ein Trainingsspiel mit einigen Arbeitsmigranten ausgetragen.
Argentiniens Torwart Martinez erklärt Penis-Jubel
Über diese Geschmacklosigkeit staunten Millionen Zuschauer vor dem Fernseher: Argentiniens Torwart Emiliano Martinez (30) wurde nach dem Final-Krimi und vor der Siegerehrung als bester Torwart des Turniers ausgezeichnet. Für die Ehrung hatte sich Martinez offenbar vorher Gedanken gemacht. Allerdings offensichtlich nicht all zu lange.
Denn Martinez jubelte nur kurz mit dem goldenen Handschuh – und irritierte die Welt, indem er sich die Trophäe direkt vor die Hose hielt und die Augen dabei verdrehte. Jetzt rechtfertigt er seinen Penis-Jubel. Schuld waren natürlich die französischen Fans. Martinez: „Ich habe es getan, weil mich die Franzosen ausgebuht haben. Ich kann mit deren Arroganz nichts anfangen.“
Kurios, dass ausgerechnet Martinez über Arroganz spricht. Der spätere Elfer-Held feierte zuvor die verschossenen französischen Elfmeter von Aurélien Tchouaméni und Kingsley Coman mit einem Tänzchen. Zuvor leistete er sich eine andere Unsportlichkeit, als er Tchouaméni vor dessen Schuss den Ball wegschnappt und in Richtung Strafraumeck warf.
Dinge, die Martinez eigentlich nicht nötig hat und seine überragende Leistung bei der WM und im Finale etwas in den Schatten stellen. Schließlich rettete Argentiniers Keeper seine Gauchos mit einer spektakulären Parade in der letzten Minute der Verlängerung gegen Frankfurts Kolo Muani erst ins Elfmeterschießen. Martinez: „Gott sei Dank habe ich den Fuß herausbekommen. Ich habe meinen Job gemacht, wovon ich geträumt habe. Es war ein unglaubliches, unglaubliches Finale, das habe ich mir nicht erträumt. Mir fehlen die Worte.“
Eine Million auf den Straßen: Argentinien macht die Nacht zum Tag
Am Obelisken erhellten Feuerwerkskörper noch lange den Nachthimmel von Buenos Aires, am 68 Meter hohen Steinpfeiler war das Antlitz von Lionel Messi projiziert, auf der zu beiden Seiten wegführenden Prachtstraße 9 de Julio drängte sich eine endlose Menschenmenge in Weiß und Blau gehüllt nach dem Triumph bei der Fußball-WM in Katar. Rund eine Million Fans strömten laut offiziellen Angaben auf die Straßen der Hauptstadt.
Eine der Anlaufstellen war auch das ehemalige Haus des im November 2020 verstorbenen Idols Diego Maradona im Stadtteil Villa Devoto. Die neuen Besitzer hatten seit Turnierbeginn die Tore zum Anwesen geöffnet und damit das Heim des 1986er-Weltmeisters zur Feier-Kultstätte gemacht. Rund 300 Personen schauten auf der im Garten neben dem Pool aufgebauten Leinwand dem 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen (3:3 n.V.) gegen Frankreich bei Grillfleisch und Bier zu.
Der Jubel nach dem Gewinn des dritten WM-Titels kannte landesweit keine Grenzen. In Lionel Messis Heimatstadt Rosario hatten sie schon seit Tagen am Monument der Nationalflagge ein 18x12 Meter großes Trikot des neuen Fußballgottes gehisst. Und auch dort sangen sie den neuen Weihnachtsschlager der nach Katar gereisten Fans: „Heiligabend naht, Weihnachten naht, wir sind alle nach Doha gekommen, um Weltmeister zu werden.“
Neymar gratuliert Messi
Sein eigener Traum vom WM-Triumph platzte bereits im Viertelfinale, doch der brasilianische Star Neymar hat seinem Vereinskollegen Lionel Messi fair zum größten aller Titel gratuliert. „Herzlichen Glückwunsch, mein Bruder“, schrieb Neymar in den sozialen Medien und stellte dazu ein Foto, auf dem Messi den WM-Pokal streichelt.
Rekordweltmeister Brasilien galt mit Neymar in Katar als Favorit, in der Runde der letzten Acht war im Elfmeterschießen gegen Kroatien aber Endstation. Der 30-Jährige hatte danach seine Zukunft in der Selecao offengelassen.
Der fünf Jahre ältere Messi holte am Sonntag in seinem letzten WM-Spiel mit Argentinien den Titel gegen Frankreich im Elfmeterschießen. Neymar und Messi spielen wie auch der französische Topstar Kylian Mbappe bei Paris St. Germain.
„Die Welt gehört Messi“: Die Pressstimmen zu Argentiniens WM-Triumpf
Ole: „Umarmen, schreien, weinen. Wir sind Weltmeister im spannendsten Finale der Geschichte. Im Finale, das niemand sich so vorstellen konnte. Wir sind trotz Mbappe Weltmeister. Wir sind Weltmeister, und mit der Zeit werden wir analysieren, ob wir wirklich so viel leiden mussten. Ist das jetzt wichtig? Welchen Unterschied macht es! Wir sind Weltmeister, weil wir das Finale besser gespielt haben. Auch mit dem Risiko, es zu verlieren.“
La Nacion: „Argentinien Weltmeister! Die Krönung des Stolzes: Messis Team gewann das beste Endspiel der Geschichte und sicherte sich einen Platz im Fußballhimmel. Sie mussten den Ansturm von Frankreich ertragen, einem (ehemaligen) Weltmeister, der seine Krone nicht so demütig niederlegen wollte, wie es in den ersten 70 Minuten schien. Und wir mussten akzeptieren, ins Elfmeterschießen zu gehen, als es so aussah, als würde Messis Tor in der Verlängerung das letzte des Abends sein. Aber dem war nicht so. Um zu gewinnen, muss man leiden können. Und jetzt genießen.“
Clarin: „Die Seleccion feiert nach 36 Jahren ein Wiedersehen mit dem Ruhm, und Messi ist nun eine Legende. Messi ist Weltmeister. Und es ist Gerechtigkeit. In Katar. In einer magischen und exotischen Weltmeisterschaft, die ein magisches und exotisches Finale hinterließ. Ein Finale mit einem Mbappe im Teufelsmodus, Autor von drei Toren, die Frankreich vor einer Prügelstrafe retteten.“
Diario Popular: „Nach 36 Jahren ist Argentinien in seiner ganzen Breite und Länge wieder ein einziger Schrei und die geballte Faust: WIR SIND WELTMEISTER! Messi hat diese WM verdient. Nach so viel Leid, nach so vielen verlorenen Endspielen.“
Obama schwärmt von Messi
Auch der frühere US-Präsident Barack Obama schwärmt über Weltmeister Lionel Messi - und gibt seine Antwort in einer Dauer-Debatte im Fußball. „Gratulation an Argentinien und an den GOAT, Lionel Messi, für einen unglaublichen Weltmeisterschafts-Sieg“, twitterte der 61-Jährige am Sonntagabend. GOAT steht für „Greatest of all Time“, „der Größte aller Zeiten“.
Mit Gewinn seines ersten WM-Titels durch das 4:2 im Elfmeterschießen gegen Frankreich im Finale von Katar ist Messi am Ziel seiner Träume und hat damit auch die Trophäe, die ihm im Vergleich mit der argentinischen Legende Diego Maradona noch fehlte. Auch der dreimalige brasilianische Weltmeister Pelé wird in der Diskussion, wer der größte Fußballer der Geschichte ist, stets genannt.
+++ Sonntag, 18. Dezember +++
Weltmeister! Argentinien schlägt Frankreich in einem irren Match!
In einem packenden Spiel ist Argentinien zum dritten Mal Weltmeister geworden. Nach einem 3:3 in der regulären Spielzeit, in dem Argentinien zunächst wie der sichere Sieger aussah, kämpfte sich Frankreich in Minuten nochmal zurück. Doch das Elfmeterschießen entschied dann, nachdem zwei französische Spieler ihre Elfmeter nicht verwandelt hatten. Am Ende machten die Argentinier alle ihre vier Elfmeter und sind damit nach 1978 und 1986 zum dritten Mal Weltmeister. Superstar Lionel Messi dürfte sich damit endgültig auf ein Niveau mit Diego Maradona gehievt haben.
+++ Samstag, 17. Dezember
Kroatien schlägt Marokko und bekommt WM-Bronze
Die kroatische Nationalmannschaft hat bei der Fußball-WM in Katar das Spiel um Platz drei gewonnen. Beim 2:1 (2:1) gegen Marokko schossen Josko Gvardiol von RB Leipzig (7. Minute) und Mislav Orsic (42.) am Samstag die Tore für die Mannschaft von Trainer Zlatko Dalic. Achraf Dari (9.) traf vor 44 137 Zuschauern im Chalifa International Stadion zum zwischenzeitlichen 1:1 für Marokko.
Kroatien hat damit bereits zum dritten Mal eine Medaille bei einer Fußball-WM gewonnen. Das Vier-Millionen-Einwohner-Land Kroatien war bereits 1998 mit der Bronzemedaille nach Hause gekommen und hatte 2018 sogar das WM-Finale erreicht. Marokko erzielte das beste WM-Resultat eines afrikanischen Teams.
+++ Freitag , 16. Dezember +++
WM-Aus: Engländer schauen französische Pornos
Die Engländer haben offenbar ihre ganz eigenen Methoden, um ein WM-Aus zu verkraften. Wie Medien auf der Insel berichten, oll es in England nach dem Aus im WM-Viertelfinale gegen Frankreich (1:2) einen starken Anstieg bei der Suche nach französischen Pornos gegeben haben. Die Suchanfragen auf dem Porno-Portal CamSoda seien für französische Models um 57 Prozent höher gewesen als sonst.
Grippe-Welle bei Frankreich
Eine Krankheitswelle in der Mannschaft beschäftigt Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft zwei Tage vor dem WM-Finale gegen Argentinien weiter. „Es geht eine Grippe um, es ist nichts Ernstes. Sie werden am Sonntag dabei sein“, sagte der Frankfurter Randal Kolo Muani. Zuvor hatten französische Medien berichtet, dass die beiden Verteidiger Raphael Varane und Ibrahima Konaté auch betroffen seien und unter Erkältungssymptomen litten. „Wir machen uns darum keine Sorgen“, sagte der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé.
Mehrere Krankheitsfälle beschäftigen die Équipe Tricolore bereits seit Beginn der Woche. Beim 2:0 im Halbfinale hatten Dayot Upamecano und Adrien Rabiot erkrankt gefehlt, auch Kingsley Coman litt unter Fieber. Ob Varane und Konaté für die Partie gegen Argentinien am Sonntag (16.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) zur Verfügung stehen, war zunächst unklar.
Gleiches Geld wie Männer: Schottinnen wollen es wissen
m Kampf um Equal Pay und gleiche Arbeitsbedingungen wird Schottlands Frauen-Nationalteam rechtliche Schritte gegen den schottischen Fußballverband SFA einleiten. Nach gescheiterten Verhandlungen ist die Auswahl um Kapitänin Rachel Corsie bereit, den Fall vor ein Arbeitsgericht zu bringen.
Die Nationalspielerinnen sind der Ansicht, dass sie nicht die gleiche Behandlung erfahren wie ihre männlichen Kollegen. „Nach Jahren der Ungerechtigkeit, der Respektlosigkeit und in einigen Fällen des Missbrauchs haben wir eine historische Chance, die Lohngleichheit voranzutreiben und die Gleichstellung von Frauen und Mädchen im Fußball zu fordern“, sagte Corsie laut BBC.
Anfang des Jahres hatten die US-Fußballerinnen um Megan Rapinoe ihren weltweit beachteten Kampf gegen ihren Verband gewonnen. Die Weltmeisterinnen erhielten unter anderem eine Entschädigung in Höhe von 22 Millionen Dollar, auch Turnierprämien wurden angeglichen.
Irre Infantino-Pläne: Fifa-Boss plant Mega-Clubturnier, Geld für alle und Langzeit-Präsidentschaft
Gianni Infantino schritt mit einiger Verspätung auf seine Bühne - und verlor dann keine Zeit bei der Verkündung großer Versprechen. Ab 2025 richtet die Fifa die Club-WM als Weltturnier mit 32 Mannschaften aus, im selben Jahr beginnt eine World Series für Testspiele, und bis 2026 erwartet der Fußball-Dachverband Umsatzerlöse im Bereich von elf Milliarden US-Dollar. Fast nebenbei berichtete der Fifa-Präsident bei seinem einstündigen Auftritt im Theatersaal des WM-Medienzentrums in Katar zudem, statutengemäß mit zwei Wiederwahlen bis 2031 im Amt bleiben zu können.
TV-Experte Hamann für Bobic als DFB-Boss
Didi Hamann würde als Bierhoff-Nachfolger Fredi Bobic begrüßen. Der Geschäftsführer Sport von Hertha BSC wäre eine „gute Lösung“. Den früheren Nationalspieler und langjährigen Vereinstrainer Felix Magath hätte sich TV-Experte Hamann derweil als Teil des vor Kurzem gegründeten DFB-Expertenrats vorstellen können. „Er hat vor kurzem selbst noch trainiert, hat eine Menge Erfahrung und wäre ein großer Mehrwert gewesen.“
Spaniens Hirn Sergio Busqeuts erklärt Rücktritt
Kapitän Sergio Busquets ist nach dem Aus im Achtelfinale bei der WM in Katar aus der spanischen Nationalmannschaft zurückgetreten. „Ich möchte bekannt geben, dass nach fast 15 Jahren und 143 Spielen der Zeitpunkt gekommen ist, mich von der Nationalmannschaft zu verabschieden“, schrieb der 34 Jahre alte Mittelfeldstratege vom FC Barcelona in den sozialen Medien.
Busquets war an der Seite von Xavi und Andres Iniesta 2010 Weltmeister geworden, zwei Jahre später holte er mit der Furia Roja auch den EM-Titel. In Katar war Busquets mit Spanien überraschend im Elfmeterschießen an Marokko gescheitert, danach wurde bereits der Vertrag mit Trainer Luis Enrique nicht mehr verlängert.
Bei der WM spielte bereits Spaniens neue Mittelfeldgeneration an der Seite von Busquets. Seinen Klubkollegen Pedri (19) und Gavi (18) gehört jetzt endgültig die Zukunft in der Nationalmannschaft.
Fifa-Boss Infantino erklärt One-Love-Binden-Streit
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Haltung des Fußball-Weltverbands in der Debatte um die „One Love“-Armbinde bei der WM in Katar mit den bestehenden Regeln begründet. „Es geht nicht darum, etwas zu verbieten, sondern darum, dass man die Regeln einhält“, sagte der 52 Jahre alte Schweizer am Freitag bei einer Pressekonferenz in Al-Rajjan. „Auf dem Fußballplatz wird Fußball gespielt. Jeder kann seine Meinung ausdrücken, aber wenn man den Platz betritt, müssen wir den Fußball respektieren. Das ist nichts Neues.“ Es gehe darum, den Fußball zu schützen.
Angesprochen auf die mangelnde Unterstützung von europäischen Ländern wie Dänemark oder Deutschland für seine angestrebte Wiederwahl sagte Infantino: „In der FIFA sind 211 Länder weltweit vertreten. Ich bin sehr dankbar und stolz auf diese über 200 Verbände, die mich unterstützen. Ich danke auch den anderen.“ Er sei stolz, dass es Diskussionen gebe. „Natürlich gibt es auch unterschiedliche Bedenken, Kulturen und Sichtweisen. Als FIFA müssen wir uns um jeden kümmern, wir sind eine globale Organisation.“
Grünen-Politiker schützt DFB-Stars
Nach Ansicht des Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, Omid Nouripour, hätte die Politik die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Katar besser unterstützen müssen. „Es ist wohlfeil, wenn Politiker von Fußballprofis verlangen, dass sie Helden sein müssen. Wir haben unsere Arbeit nicht richtig gemacht. Wir waren nicht konsequent genug bei der Beobachtung des Baus der Stadien, wir haben zu wenig darauf beharrt, dass Menschenrechte eingehalten werden“, sagte Nouripour dem Spiegel und folgerte: „Deshalb standen die Männer um Manuel Neuer am Ende allein da.“
Der 47-Jährige kritisiert zudem, dass sich andere Länder ebenfalls zurückgehalten haben. „Die westlichen Demokratien haben eine gewaltige Marktmacht gegenüber der FIFA, sie müssen sie auch nutzen, indem sie mit einer Stimme sprechen und nicht immer nur meckern“, sagte Nouripour.
WM-Finale: Deutschland fiebert mit Messi
Die Fußball-Fans in Deutschland gönnen Argentiniens Superstar Lionel Messi am Sonntag im Finale gegen Titelverteidiger Frankreich den möglichen ersten WM-Triumph. In einer Umfrage der Voting-App FanQ im Auftrag des SID ist der 35-Jährige der beste Spieler der WM-K.o.-Runde mit 63,1 Prozent der Stimmen.
Auf Platz zwei im Ranking folgt Frankreichs Ausnahmespieler Kylian Mbappe mit großem Abstand (13,6 Prozent). 57,2 Prozent beantworten zudem die Frage, ob Messi bei einem WM-Sieg der größte Fußballspieler der Geschichte wäre mit einem „Ja“. Für 62,3 Prozent ist Argentinien im Finale der Favorit gegen die Franzosen.
Rund 1000 Fans nahmen an der Umfrage teilt. Aus Sicht der Anhänger ist der Einzug beider Teams in das Endspiel verdient. 47,1 Prozent finden die Finalteilnahme von Argentinien „hochverdient“, 22,1 Prozent „verdient“. Bei den Franzosen sehen 33,9 Prozent den Einzug als „hochverdient“ und 33,0 Prozent als „verdient“ an.
So viel Bundesliga steckt im WM-Finale
Natürlich werden sich am Sonntag (16.00 Uhr/ARD und MagentaTV) viele Augen auf Lionel Messi und Kylian Mbappé richten. Doch das WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich ist auch mit deutschem Blick interessant. Auf beiden Seiten stehen Profis der Fußball-Bundesliga im Kader. Und solche, die sich auch wegen des Einflusses eines deutschen Trainers derzeit in Topform befinden. Die Deutsche Presse-Agentur gibt einen Überblick.
Frankreich:
Dayot Upamecano (FC Bayern München): Der Verteidiger ist bislang absoluter Stammspieler Frankreichs bei dieser WM. Der 24-Jährige wurde lediglich im letzten Vorrundenspiel gegen Tunesien geschont und fehlte im Halbfinale gegen Marokko krank. Für das Endspiel steht er aber wieder zur Verfügung, wie Trainer Didier Deschamps sagte. Und er dürfte direkt in die Startelf zurückkehren.
Kingsley Coman (FC Bayern München): Der Flügelstürmer zählt beim Turnier in Katar nicht zum Stammpersonal der Franzosen. Der 26-Jährige stand in der Vorrunde gegen Tunesien in der Startelf und kam ansonsten viermal als Joker zum Einsatz. Gegen Marokko war er nach einer fiebrigen Erkältung wie Upamecano nicht dabei. Coman dürfte auch im Finale nur Einwechselspieler sein.
Randal Kolo Muani (Eintracht Frankfurt): 2 Tore in der Champions League, 5 in der Bundesliga, 1 im DFB-Pokal und 21 in der französischen Ligue 1 - das ist die Karriereausbeute des Eintracht-Neuzugangs, der seit Mittwoch auch einen Treffer im Nationaltrikot vorweisen kann. Das 2:0 mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung machte den Deckel drauf gegen Marokko. Wiederholung im Finale erwünscht.
Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach): Vier Mal eingewechselt, insgesamt 67 Minuten auf dem Platz: Thuram spielt bei dieser WM, aber nur als Ersatzmann. Offensiv sind die Franzosen einfach überragend besetzt, da hat es der Sohn von Ex-Weltmeister Lilian Thuram schwer. Noch wartet er auf seinen ersten Treffer für Frankreichs Auswahl.
Benjamin Pavard (FC Bayern München): Für den Verteidiger läuft es derzeit nicht gut. Pavard kommt erst auf einen Einsatz im Auftaktspiel gegen Australien, als er am frühen Gegentor beteiligt war und keine gute Leistung zeigte. „Mental wie körperlich hat ihm das erste Spiel nicht gutgetan“, sagte Deschamps anschließend. Seitdem spielte der 26-Jährige bei diesem Turnier keine einzige Minute mehr.
Lucas Hernández (FC Bayern München): Der Abwehrspieler zählte zumindest zu Beginn zum Kader der Franzosen - bis er sich im WM-Auftaktspiel gegen Australien einen Kreuzbandriss zuzog.
Darüber hinaus steckt in Frankreichs WM-Kader noch mehr Bundesliga-Erfahrung: Der frühere Leipziger Ibrahima Konaté (FC Liverpool) zeigte im Halbfinale als Upamecano-Ersatz eine starke Leistung, auch der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé spielt bislang ein überzeugendes Turnier. Der frühere Herthaner Matteo Guendouzi kommt auf einen Startelf-Einsatz gegen Tunesien.
Argentinien:
Exequiel Palacios (Bayer Leverkusen): Auch wenn Trainer Lionel Scaloni immer wieder betont, wie wichtig die Ersatzspieler sind: Eine große Rolle spielt der Mittelfeldspieler bei dieser WM bislang nicht. Palacios wurde gegen Mexiko, Australien sowie zuletzt im Halbfinale gegen Kroatien jeweils für wenige Minuten eingewechselt.
Enzo Fernández (Benfica Lissabon): Der 21-Jährige spielt nicht in der Bundesliga und hat das auch noch nie getan. Trotzdem unterliegt er gewissermaßen einem deutschen Einfluss, weil er bei Benfica von dem ehemaligen Bundesliga-Coach Roger Schmidt trainiert wird. Unter diesem entwickelte er sich zu einem der begehrtesten Spieler auf dem Transfermarkt - und zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Argentinier.
Nicolás Otamendi (Benfica Lissabon): Ähnliches gilt für Abwehrchef Otamendi. Spielt unter Schmidt in Portugal eine bislang überragende Saison - und eine starke WM. Otamendi stand bislang in jeder Partie über die volle Distanz auf dem Platz. Der Gewinn des WM-Titels wäre für den 34-Jährigen die Krönung seiner Karriere.
+++ Donnerstag , 15. Dezember +++
DFB-Gipfel: Kein Bierhoff-Nachfolger vor Januar
Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingerichtete Taskforce als externer Beraterkreis zur Diskussion über die Zukunft der Nationalmannschaft ist am Donnerstag auf dem DFB-Campus in Frankfurt/Main zusammengetreten. Der Meinungsaustausch hat nach Angaben des Verbandes rund zweieinhalb Stunden gedauert.
Rudi Völler, Oliver Mintzlaff, Matthias Sammer und Oliver Kahn waren persönlich anwesend, Karl-Heinz Rummenigge als fünftes Mitglied war per Video dazugeschaltet. Komplettiert wurde die G7-Runde von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Aufsichtsratsboss Hans-Joachim Watzke. Besprochen wurden die Entwicklung und die Perspektiven der Nationalmannschaft vor allem im Hinblick auf die Heim-EM 2024.
„Wir haben nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der WM in Katar intensiv über Wege und Möglichkeiten gesprochen, wie wir künftige Turniere - insbesondere die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land - wieder erfolgreich gestalten können“, sagte Neuendorf laut einer DFB-Pressemitteilung. Im Zusammenhang mit der Nachfolge von Oliver Bierhoff sei es zunächst um Profile, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten gegangen. Neuendorf: „Konkrete Personalvorschläge wurden noch nicht diskutiert. Wir sind übereingekommen, die Debatte über die notwendigen Weichenstellungen im Januar fortzusetzen.“
Nach Frankreichs Final-Einzug: 266 Menschen in Haft
Nach dem 2:0-Sieg gegen Marokko und dem Einzug Frankreichs ins Finale der Fußball-Weltmeisterschaft sind bei Ausschreitungen landesweit Hunderte Menschen festgenommen worden. Wie eine Sprecherin der Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte, kamen in Frankreich 266 Menschen in Gewahrsam. 167 Festnahmen davon seien in Paris gewesen.
In der französischen Hauptstadt wurden auch 40 Menschen aus dem rechtsextremen Spektrum festgenommen, wie es von der Pariser Staatsanwaltschaft hieß. Teils hätten sie Stichwaffen dabei gehabt. Französischen Medien zufolge hätten die Menschen zu den Feierlichkeiten auf der Pariser Prachtmeile Champs-Élysées gewollt. Der Sender BFMTV berichtete mit Verweis auf Sicherheitskräfte, sie hätten sich mit marokkanischen Fans prügeln wollen.
ZDF-Top-Quote zum Béla-Réthy-Abschied
Zum Abschied der Kommentatoren-Ikone Bela Rethy (66) verzeichnete das ZDF am Mittwoch mit im Schnitt 10,58 Millionen Fußball-Fans beim 2:0-Erfolg von Titelverteidiger Frankreich gegen Außenseiter Marokko im Halbfinale die beste Quote während der WM in Katar für eine Begegnung ohne deutsche Beteiligung. Der Marktanteil bei der Live-Übertragung ab 20.00 Uhr betrug 36,1 Prozent.
Es war die höchste Quote für das Zweite am Mittwoch. An seinem 66. Geburtstag hatte Rethy zum letzten Mal für den Mainzer Sender ein Fußballspiel live kommentiert. Was Bela Rethy zu seinem Abschieds sagte, lesen Sie hier.
Ex-DFB-Boss Grindel glaubt an Imagewandel von Infantino
Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel rechnet nach der Fußball-WM in Katar mit einem „anderen“ Gianni Infantino. Er könne sich vorstellen, dass das Interesse des FIFA-Präsidenten dann „nur noch der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gilt und den dortigen nationalen Sponsoren“, sagte Grindel (61) der Deutschen Presse-Agentur. „Es würde mich nicht überraschen, dass sich die FIFA dann um Menschenrechte und Diversität kümmert. Das wird vor allem in den USA erwartet.“ Hintergrund sei der mögliche große Druck der Geldgeber in diesen Fragen.
Weltmeister Kramer schwärmt von Messis Arm
Wie bitte? Ja, richtig gehört: Christoph Kramer, Weltmeister 2014, ist nicht nur von Messis linkem Zauberfuß beeindruckt. Für Kramer sei auch ein anderes Körperteil entscheidend für die Weltkarriere des Argentiniers. „Bei all seinen tollen und herausragenden Eigenschaften, hat er auch einen unfassbar starken Arm“, sagte der Weltmeister von 2014 und WM-Experte für das ZDF: „Man denkt ja, er ist so ein flinker Dribbler, aber der ist auch einfach richtig stark.“
Als Beispiel fügte er Messis phänomenales Dribbling vor dem Tor zum 3:0-Endstand im WM-Halbfinale gegen Kroatien an. Gegenspieler Josko Gvardiol von Bundesligist RB Leipzig, der laut Kramer „auch ein Typ Büffel ist“, habe keine Chance gehabt, Messi vom Ball zu trennen, weil der ihn „drei-, viermal mit seinem Arm“ weggeschoben habe. „Du probierst mit dem Oberkörper hinzukommen, ihn wegzuschieben - aber er lässt dich immer auf einer gewissen Distanz und führt den Ball an seinem linken Fuß, damit du nicht an den Ball kommst“, erklärte Kramer, der in seiner Karriere auch schon mehrfach gegen den Superstar gespielt hat.
Krawalle in Frankreich: 14-Jähriger stirbt in Montpellier
Zehntausende feierten am Mittwochabend in ganz Frankreich den Einzug der französischen Fußball-Nationalmannschaft ins WM-Endspiel am Sonntag (16.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) gegen Argentinien. Auf dem Pariser Pracht-Boulevard Champs-Elysees zelebrierten die Anhänger von Les Bleus den 2:0-Erfolg im Halbfinale gegen Marokko in Al-Khor.
Es gab Autokorsos, Hupkonzerte, es wurden Feuerwerkskörper gezündet und die französischen Fahnen geschwenkt. Durch einen Autounfall in Montpellier kam allerdings ein 14-Jähriger ums Leben, der Fahrer flüchtete. In ganz Frankreich waren rund 10.000 Polizisten im Einsatz, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.
Obwohl die übergroße Mehrheit das 2:0 gegen Marokko im Halbfinale friedlich feierte, gerieten in Paris auf der Champs-Élysées Randalierer und Polizisten kurzzeitig aneinander, wie Medien berichteten. In Montpellier nahmen Fans beider Seiten sich mit Feuerwerkskörpern unter Beschuss.
Von einer angespannten Lage war zwischenzeitlich auch in Lyon die Rede. Wie die Zeitung „Nice-Matin“ berichtete, kam es auch in Nizza und Cannes zu Konflikten zwischen Fans und der Polizei. Zumeist konnte die Polizei die Ordnung aber wieder herstellen, es kam zu Sachbeschädigungen und alleine im Großraum Paris wurden 115 Menschen festgenommen, wie der Sender BFMTV berichtete.
Marokko trauert: Randale in Brüssel, Feuerwerk in Neukölln
Nach Marokkos Halbfinal-Niederlage bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist es in Brüssel zu Zusammenstößen zwischen Marokko-Fans und der Polizei gekommen. Einige Feuerwerkskörper seien in Richtung der Polizei gezündet worden, die daraufhin Wasserwerfer und Pfefferspray einsetzte, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga am Mittwochabend berichtete. Derzeit würden Personen festgenommen.
In Berlin sei die Stimmung dagegen insgesamt ruhig geblieben, die meisten Menschen seien nach dem Spiel schnell nach Hause gegangen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochabend. Man sei auf einen größeren Einsatz vorbereitet gewesen - vor allem für den Fall eines Sieges der marokkanischen Mannschaft. Im Stadtteil Berlin-Neukölln hatten Fans ein kurzes Feuerwerk gezündet.
+++ Mittwoch, 14. Dezember +++
Bundesliga-Star lässt Frankreich vom Titel träumen
Randal Kolo Muani kam, sah kurz zu und traf. Nur 44 Sekunden nach seiner Einwechslung sorgte der Frankfurter Bundesligaprofi für das drittschnellste Jokertor der WM-Geschichte seit Erfassung der Daten 1966. Nur der Uruguayer Richard Morales, der bei der WM 2002 16 Sekunden nach seiner Einwechslung traf, und Dänemarks Ebbe Sand (1998/26 Sekunden) waren noch schneller. Aber das dürfte Kolo Muani am Mittwochabend herzlich egal gewesen sein.
Das Tor des Eintracht-Stürmers zum 2:0-Endstand im Halbfinale der Fußball-WM gegen Marokko beseitigte die letzten französischen Zweifel am Sieg. Umso glücklicher war der 24-Jährige nach dem Spiel. „Es ist magisch, ich habe keine Worte, um es zu beschreiben. Wir müssen alles geben, um es bis zum Ende zu schaffen“, sagte Kolo Muani beim französischen TV-Sender TF1. „Ich bin immer noch in meinen Träumen und habe Schwierigkeiten aufzuwachen.“
Frankreichs Bayern-Profis hatten Fieber
Bayern-Profi Dayot Upamecano wird Frankreich im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft wieder zur Verfügung stehen. „Dayot wird fit sein, er war nicht bei 100 Prozent heute Abend, deswegen hat er nicht angefangen heute“, sagte Trainer Didier Deschamps nach dem 2:0-Sieg im Halbfinale gegen Marokko. „Er hat sich seit Samstag nicht gut gefühlt, er hatte Fieber, das hatte Einfluss auf seine Stärke.“ Er habe deshalb entschieden, den Verteidiger nicht spielen zu lassen. Für Upamecano hatte der Ex-Leipziger Ibrahima Konaté begonnen.
Der ebenfalls beim FC Bayern München spielende Kingsley Coman „hatte auch Fieber und war daher nicht bei 100 Prozent“, sagte Deschamps. Doch auch der Flügelstürmer dürfte im Endspiel am Sonntag gegen Argentinien wieder fit sein. Gleiches gilt für Mittelfeldspieler Adrien Rabiot, der ebenfalls krank war.
Ronaldo trainiert bei Real Madrid
Portugals Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo hält sich nach dem WM-Aus auf dem Trainingsgelände von Real Madrid für einen neuen Verein fit. Einem Bericht der spanischen Sporttageszeitung AS zufolge hat der 37-Jährige sich von Real-Präsident Florentino Perez die Erlaubnis geholt, in Valdebebas zu trainieren.
Ronaldo sei in Begleitung eines seiner Söhne, wohne für einige Tage in seinem Haus, trainiere aber nicht gemeinsam mit seiner früheren Mannschaft. Nach der Trennung von Manchester United ist der fünfmalige Weltfußballer vereinslos, es gab zuletzt Berichte über ein mögliches Engagement in Saudi-Arabien.
Mit der portugiesischen Nationalmannschaft war Ronaldo im WM-Viertelfinale am Sensationsteam Marokko (0:1) gescheitert. Über seine Zukunft als Nationalspieler hat er sich noch nicht konkret geäußert. Angeblich tendiert er dazu, weiterzumachen.
Katar greift nach Olympia
Zwei Versuche des Golfstaats hat das IOC durchfallen lassen, die gemeisterte WM aber dürfte den Ehrgeiz der Katarer weiter befeuern. „Wir haben unseren Willen und unsere Motivation gezeigt, es auszurichten. Ich denke, es liegt auf der Hand“, sagte WM-Chef Hassan al-Thawadi.
Schon wird spekuliert, Katar könne nach Olympia 2036 greifen und die Spiele dann wie die Fußball-WM in den Spätherbst verlegen. Als Pfund könnte das Emirat mit der für viele Milliarden erbauten WM-Infrastruktur wie den Stadien und der U-Bahn wuchern. Klimatisierte Arenen, vielleicht gar eine klimatisierte Marathon-Strecke – für das schwerreiche Katar kein Problem. Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani ist schon seit 2002 auch Mitglied des IOC.
Belgien schreibt Cheftrainer-Job aus
Kuriose Stellenanzeige: Belgien sucht nach dem Rücktritt von Roberto Martínez im Anschluss an das blamable WM-Vorrunden-Aus in Katar einen neuen Nationaltrainer - und zwar mit einer öffentlichen Stellenanzeige. Gesucht werde ein hauptamtlicher Nationalcoach, „der weiß, wie man gewinnt“, schrieb der Verband unter anderem auf seiner Internetseite.
Bis 10. Januar 2023 könne man sich bewerben, danach werde eine Taskforce das Auswahlverfahren starten. Belgien war in der Gruppe F nur Dritter geworden und hatte die K.o.-Phase verpasst.
„It's finally home“: Titel-Trikots sorgen in England für Lacher

Klarer Fall von zu früh gefreut: Der englische Großhändler Wholesale Clearance war so sehr davon überzeugt, dass die Three Lions in Katar Weltmeister werden, dass er vor dem Viertelfinal-Spiel gegen Frankreich 18.000 Sondertrikots anfertigen ließ. „England World Cup Winners 2022“ ist auf dem Rücken zu lesen, zusammen mit dem Spruch „It's finally home“.
Die Titel-Trikots werden nach dem Viertelfinal-Aus der Engländer gegen Frankreich (1:2) zum Ladenhüter. Laut dem britischen Sender ITV wurde noch kein einziges Trikot verkauft.
Hitzlsperger witzelt über DFB-Kandidat Bobic
WM-Tourist Karl-Heinz Rummenigge bestaunte in der goldenen „Badewanne“ von Lusail die Kunststückchen von Magier Lionel Messi, doch die große Schar der Kritiker hätte ihn und seine Gruppe „alter, weißer Männer“ am liebsten weggezaubert.
Noch bevor die Taskforce für eine bessere deutsche Fußball-Zukunft mit Rummenigge am Donnerstag erstmals per Video-Schalte zusammenkommt, tobt ein Sturm der Entrüstung. Zu alt, zu männlich, nicht divers - der Rat gilt für viele als gescheitert, noch ehe das abschließende Urteil bei der Heim-EM 2024 gefällt werden kann.
„Diversity at it's best“, stänkerte die frühere Nationalspielern Tabea Kemme, Nationaltorhüterin Almuth Schult hat „null Verständnis“ für die Personalauswahl. Ex-Funktionär und TV-Experte Thomas Hitzlsperger unkte bezüglich der Nachfolgesuche für Oliver Bierhoff: Sollte die Runde am Ende Hertha-Boss Fredi Bobic empfehlen, dessen Interesse öffentlich bekannt sei, „und er kriegt den Job - da würde ich lachen. Es muss schon mehr rauskommen.“ Von wegen die "Glorreichen Sieben"!
Monza-Boss Berlusconi verspricht Bus mit Prostituierten
Diese Meldung hat zwar nichts direkt mit der WM zu tun, sorgt aber für Aufsehen in der Fußball-Welt. Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi (86), besser bekannt durch seine wilden Bunga-Bunga-Feten, versprach den Spielern seines Klubs AC Monza auf der Weihnachstfeier: „Jetzt spielt ihr gegen Milan, gegen Juve und so weiter. Wenn ihr es schafft, gegen eine dieser großen Mannschaften zu gewinnen, schicke ich euch in die Kabine einen Kleinbus mit Prostituierten.“
Nach dem Kommentar des Alt-Politikers, der einen eher derben, italienischen Begriff für Prostituierte verwendete, waren in dem Videoclip Klatschen und Lacher zu hören. Ob auch Berlusconis Lebensgefährtin, die vor ihm am Tisch saß, lachte und applaudierte, war nicht zu sehen.
Silvio Berlusconi (Monza owner): "I motivate the players. Now you have matches against Juve, Milan, etc, if you win against one of these big teams I'll send into dressing room a bus full of sluts." 😳pic.twitter.com/PBCPakUWE2
— SPORTbible (@sportbible) December 14, 2022
Argentinien unter Schock: Messi erklärt WM-Rücktritt
Gerade noch verzauberte Lionel Messi (35) ganz Argentinien, jetzt stürzt er sein fußballverrücktes Heimatland in tiefe Trauer. Der Superstar verkündete hat nach dem Endspiel-Einzug gegen Kroatien (3:0), dass das Finale seine letzte WM-Partie im Trikot der Nationalmannschaft wird. Ein Wiedersehen bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird es also nicht geben.
„Es sind vier Jahre bis zur nächsten WM und ich glaube nicht, dass es für mich reichen wird. Auf diese Art und Weise das Ganze zu beenden, ist das Beste“, so der Superstar gegenüber der Sportzeitung Olé. Messi weiter: „Ich beende meine WM-Reise, indem ich mein letztes Spiel in einem Finale bestreite. Alles, was ich bei dieser WM erlebt habe, ist sehr aufregend, sowohl was die Fans hier erleben, als auch wie es die Menschen in Argentinien genießen."
Das große Ziel: Mit dem WM-Titel abtreten! Messi: „Das Wichtigste ist, das Ziel des Teams zu erreichen, das ist auch das Schönste von allem. Wir sind einen Schritt davon entfernt, nachdem wir viel gekämpft haben, und wir werden versuchen, unser Bestes zu geben, dass es diesmal mit dem Titel klappt."
Sorgen um Messi-Verletzung

Lionel Messi (35) steht nach seiner Zaubershow beim 3:0-Sieg gegen Kroatien in seinem zweiten WM-Finale und der Erfüllung seines großes Traumes. Dennoch zittert ganz Argentinien um den kleinen Zauberfloh. Der Grund: Messi griff sich gegen Kroatien immer wieder an den linken hinteren Oberschenkel.
Doch Messi spielte trotzdem durch, traf vom Elfmeterpunkt, bereitete die anderen beiden Tore traumhaft vor und ließ sich nach der Partie nichts anmerken. Argentinien Torwart : Emiliano Martinez macht sich keine Sorgen: „Man sieht, dass er jedes Spiel zu Ende spielen will, physisch ist er richtig gut drauf.“
Ob Messi schwerer verletzt ist, wird sich spätestens Sonntag (20 Uhr) zeigen, wenn das WM-Finale in Katar stattfindet.
Mourinho-Gerüchte, Kein Ronaldo-Rücktritt
Cristiano Ronaldo (37) hat noch nicht genug. Der portugiesische Superstar will weiterhin für die Nationalmannschaft auflaufen, das berichtet die portugiesische Tageszeitung Correio da Manha.
Dabei ist noch nicht klar, wer in Zukunft die Portugiesen trainieren wird. Fernando Santos (68), der aktuelle Coach, steht vor dem Aus. Heißester Kandidat: Jose Mourinho, Trainer der AS Rom, der in Doppelfunktion auch sein Heimatland coachen soll.
Ronaldo soll seine Entscheidung nicht davon abhängig gemacht haben, wer Santos’ Nachfolge antreten wird. Mit 196 Partien ist Ronaldo Portugals Rekordspieler. Bei der EM 2024 in Deutschland wäre er 39 Jahre alt.
ZDF-Stimme Bela Rethy kritisiert soziale Medien
TV-Kommentator Bela Rethy blickt vor seinem Abschiedsspiel im ZDF kritisch auf die Entwicklung der Meinungsmache in den Sozialen Netzwerken. „Das ist unzumutbar für die ganze Gesellschaft, nicht nur für Fußball-Reporter“, sagte der TV-Reporter.
Rethy kommentiert am Mittwoch (20.00 Uhr), an seinem 66. Geburtstag, das WM-Halbfinale zwischen Titelverteidiger Frankreich und Außenseiter Marokko. Es ist sein letztes Spiel im ZDF, zum Ende des Jahres geht er offiziell in den Ruhestand. In seiner TV-Karriere hat Rethy drei WM-Endspiele (2002, 2010, 2018) und drei EM-Finals (1996/2004/2012) am Mikrofon begleitet.
Dabei sah er sich immer wieder Beleidigungen und Stimmungsmache ausgesetzt. „Ich versuche das ehrlich gesagt weitgehend zu ignorieren“, sagte er: „Da geht es ja auch um Lebensqualität, die ich nicht aufgeben möchte.“ Rethy fordert: „Wir sollten die jungen Leute auch darauf vorbereiten, was sich in den Sozialen Kanälen abspielt.“
150 Millionen für BVB-Profi Bellingham
Nach Meinung von Lothar Matthäus darf Borussia Dortmund im Falle eines Verkaufs mit einer horrenden Ablösesumme für Mittelfeld-Juwel Jude Bellingham rechnen. „Ich halte wirklich eine Ablösesumme von mehr als 150 Millionen Euro für ihn für möglich“, schrieb Matthäus in seiner Kolumne in der „Sport Bild“ (Mittwoch). Der englische Bundesliga-Profi sei für ihn der Shootingstar der WM in Katar, die am Sonntag endet.
„Natürlich kennt man den 19-Jährigen vom BVB, weiß, welch tolle Leistungen er in der Bundesliga und in der Champions League schon gezeigt hat“, so Matthäus. „Aber mit welcher Reife, Qualität und Kontinuität er seine Rolle im Mittelfeld der starken englischen Mannschaft ausgefüllt hat - das war noch eine neue Erkenntnis.“
Bellingham war mit den Engländern im WM-Viertelfinale an Titelverteidiger Frankreich (1:2) gescheitert. Sein Vertrag in Dortmund, wo er ebenfalls einer der Schlüsselspieler ist, läuft noch bis 30. Juni 2025.
Messi dankt Saudi-Arabien
Der WM-Fehlstart hat Lionel Messi und die argentinische Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg ins Endspiel in Katar geholfen. „Das war ein Test, und wir haben bewiesen, wie stark wir sind“, sagte der Superstar des zweimaligen Weltmeisters nach dem 3:0 (2:0) im Halbfinale gegen Kroatien: „Es hat uns geholfen, stärker zu werden und als Mannschaft zu wachsen“, meinte der 35-Jährige im Rückblick auf die sensationelle 1:2-Pleite zum Auftakt gegen den krassen Außenseiter Saudi-Arabien.
„Jedes Spiel war seitdem ein Finale, wir haben also fünf Finals gespielt - und sie alle gewonnen“, betonte der sechsmalige Weltfußballer und ergänzte mit Blick auf das Endspiel am Sonntag gegen den Titelverteidiger Frankreich oder die WM-Sensation Marokko: „Ich hoffe, dass wir das auch im Finale schaffen. Wir wissen, was wir draufhaben.“
Kroaten-Coach Dalic will bleiben
Nach der Halbfinalniederlage bei der WM in Katar will Kroatiens Fußball-Nationaltrainer Zlatko Dalic seinen Vertrag erfüllen und hofft auf ein letztes großes Turnier mit der goldenen Generation um Superstar Luka Modric. „Vielleicht ist dies das Ende dieser Generation bei Weltmeisterschaften“, sagte der 56-Jährige nach dem 0:3 (0:2) gegen Argentinien, „viele haben ein gewisses Alter erreicht. Ich gehe davon aus, dass viele rund um die EM 2024 ihre Karriere beenden.“
Dalic hatte Kroatien 2018 in Russland ins WM-Finale gegen Frankreich geführt (2:4), vor einem Jahr hatte er seinen Vertrag bis zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland verlängert. „Das ist eine großartige Generation“, sagte der Coach, „es wäre schön, wenn wir sie noch krönen könnten.“ Der ehemalige Mittelfeldspieler betonte, dass er seine Aufgabe noch nicht erfüllt habe und den Umbruch einleiten wolle: „Wir haben etwas Großes erreicht, aber wir haben auch noch viele Spieler mit großem Potenzial.“
Er werde weitermachen, betonte Dalic, „in sechs Monaten haben wir Nations League und die EM-Qualifikation. Mein Plan ist, Kroatien zur EURO 2024 zu führen.“ Bei der paneuropäischen EM im vergangenen Jahr war er mit seinem Team bereits im Achtelfinale ausgeschieden.
+++ Dienstag, 13. Dezember +++
Argentinien schlägt Kroatien und ziehts ins WM-Finale ein
Argentinien hat zum sechsten Mal das Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Die Südamerikaner um Superstar Lionel Messi bezwangen am Dienstag im Halbfinale Kroatien mit 3:0 (2:0) und spielen am Sonntag gegen Frankreich oder Marokko um ihren dritten WM-Titel.
Messi schon immer ein Pöbler?
Lionel Messi war nach einer Verbal-Attacke auf den niederländischen Nationalspieler Wout Weghorst in den Fokus geraten. Für den norwegischen Ex-Profi Jan Age Fjörtoft rufen die gezeigten Emotionen des argentinischen Superstars aber keine Verwunderung hervor. „Ich kann nicht glauben, dass die Leute überrascht sind, dass Messi auch eine aggressive Seite hat. Ohne sie wirst du nicht der (vielleicht) Beste aller Zeiten sein“, twitterte Fjörtoft.
Emotionen und Skandale wie Maradona: Argentinien liebt den neuen Pöbel-Messi. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.
Frankreichs Stars mogeln bei Uno-Spiel
Im EM-Quartier von WM-Titelverteidiger Frankreich kommt zur Freizeitgestaltung auch mal ein altbekanntes Kartenspiel auf den Tisch: Den Klassiker Uno zockt das Team um Superstar Kylian Mbappé gerne in größerer Runde. Dabei geht es schon mal turbulent und laut zu. Gute Chancen auf den Titel des Uno-König dürften der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé und Mittelfeldspieler Youssouf Fofana haben. Denn die allgemeine Aufregung am Tisch nutzen die beiden auch mal, um Karten unbemerkt im Stuhl des Nebenmanns verschwinden zu lassen.
Marokko-Fan-Invasion in Katar
Es wird voll in Doha. Zum Halbfinale zwischen Marokko und Frankreich am Mittwoch werden Tausende Menschen aus Marokko einfliegen. Medienberichten zufolge verteilt der Verband 13 000 Freikarten, es soll 30 Sonderflüge geben. „Wir haben die besten Fans der Welt“, sagte Nationaltrainer Walid Regragui vor der Partie. „Ich bin sehr glücklich, weil die Welt jetzt sieht, wie die marokkanischen Fans sind. Sie kommen überall hin, um die Mannschaft zu sehen.“ Vom Flughafen wartet auf die zahlreichen Anhänger der Löwen vom Atlas aber noch eine längere U-Bahn- und Busfahrt. Das Al-Bait Stadion ist das am schwersten zu erreichende der WM.
Portugal-Coach Santos vor Rauswurf
Eine große Trainer-Ära im portugiesischen Fußball geht offenbar zu Ende: Nationalcoach Fernando Santos wird das Kommando über die Auswahl des Landes laut eines Bericht von A Bola abgeben.
Die Selecao war bei der WM in Katar im Viertelfinale am Überraschungsteam Marokko gescheitert. Für Diskussionen sorgte Santos' Entscheidung, Superstar Cristiano Ronaldo nur als Joker einzusetzen.
Der 68 Jahre alte Fußballlehrer, dessen Aus noch nicht offiziell bestätigt ist, schrieb mit dem ersten Europameistertitel des Landes 2016 Geschichte. Auch den Gewinn der Nations League 2019 kann er vorweisen. Den Job hatte Santos vor acht Jahren aufgenommen und besitzt eigentlich noch einen Vertrag bis 2024.
Ex-Ösi-Star Herzog verteidigt Ronaldo
Der frühere Bundesliga-Profi Andreas Herzog kritisiert den Umgang der Öffentlichkeit mit dem portugiesischen Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo. „Sein Trainer ist der Einzige, der über ihn urteilen kann. Aber dass eine Zeitung eine Umfrage macht, ob Ronaldo noch spielen darf oder nicht und dann sind 90 Prozent dagegen, ist für mich eine Schweinerei hoch zehn, weil genau diese Leute sind ihm wahrscheinlich in den letzten 15 Jahren hinten reingekrochen“, sagte der 103-malige Nationalspieler Österreichs im Podcast „DAB - Der Audiobeweis“ des TV-Senders Sky.
Ronaldo schied mit Portugal bei der WM in Katar im Viertelfinale aus. In beiden K.o.-Spielen saß der 37-Jährige zunächst auf der Bank. „Wenn die Zeit gekommen ist und du zeigst die ersten Schwächen, dann musst du dir einen Stahlhelm aufsetzen und darfst dich nicht beirren lassen“, sagte Herzog. Das sei „in jedem Land so“.
Ronaldos sportliche Zukunft ist nach dem Turnier offen. Zuletzt wurde er mit dem saudi-arabischen Club Al-Nassr FC in Verbindung gebracht.
Kahn-Kritik wegen DFB-Taskforce
Das Gremium ist noch nicht mal offiziell, schon hagelt es Kritik. Horst Heldt sieht die offensichtliche Berücksichtigung von Oliver Kahn für die neue Fußball-Expertengruppe des DFB kritisch. Kahn könne kein geeigneter Teil des Gremiums sein, da er als CEO des FC Bayern München tätig ist, sagte der frühere Profi am Dienstagmorgen bei TV-Sender Sky. „Das beißt sich aus meiner Sicht. Das würde ich nicht nachvollziehen können.“
Nach dem WM-Aus soll eine Gruppe um Kahn, Karl-Heinz Rummenigge, Rudi Völler, Matthias Sammer und Oliver Mintzlaff den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bei der Aufarbeitung der WM-Pleite in Katar und der notwendigen Neuausrichtung für die Heim-EM 2024 beraten, wie die „Bild“ berichtete. Mit einer Vorstellung der Pläne wird bei einer Pressekonferenz von DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Dienstag (12.00 Uhr) in der Verbandszentrale in Frankfurt gerechnet.
Kahn ist seit dem 1. Juli 2021 Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG. Laut Heldt, der zuletzt als Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln tätig war, könne und müsse sich Kahn natürlich mit seiner Expertise einbringen, „aber in dem Zusammenhang ist er einfach deplatziert“
Neuer-Ersatz: FC Bayern heiß auf Kroatiens WM-Held
Nach der schweren Verletzung von Nationaltorhüter Manuel Neuer zeigt der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München offenbar Interesse an Kroatiens WM-Helden Dominik Livakovic. Nach Informationen des Pay-TV-Senders Sky haben die Club-Verantwortlichen bereits erste Gespräche mit dem Management des 27-Jährigen aufgenommen. Der Torwart steht bei Dinamo Zagreb noch bis Ende Juni 2024 unter Vertrag.
Livakovic ist einer der Garanten für den Erfolg der kroatischen Nationalmannschaft, die bei der WM in Katar am heutigen Dienstag (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Halbfinale gegen Argentinien antritt. Vor allem im Elfmeterschießen gegen Brasilien und gegen Japan glänzte der Keeper. Das Viertelfinal-Duell gegen Brasilien hatte Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn live im Stadion gesehen und sich somit persönlich ein Bild von Livakovic machen können.
Bayerns Kapitän Neuer fällt nach einem Unterschenkelbruch, den er sich beim Skitourengehen zugezogen hatte, nach eigenen Aussagen bis zum Saisonende aus.
Bierhoff-Nachfolger: DFB-Präsident Neuendorf gründet Taskforce
DAs Schweigen hat ein Ende. DFB-Präsident Bernd Neuendorf will „seine Bilanz für das Jahr 2022 ziehen“. Mit diesem ziemlich unverfänglich klingenden Satz lädt der Deutsche Fußball-Bund zu einer Pressekonferenz mit dem Verbandschef ein.
Angesichts der aktuellen Lage nach dem WM-Scheitern der Fußball-Nationalmannschaft und der Trennung von Direktor Oliver Bierhoff hat der Termin im DFB-Campus in Frankfurt am Dienstag (12.00 Uhr) allerdings eine richtungsweisende Bedeutung. Es sind die ersten öffentlichen Worte des DFB-Präsidenten nach der viel zu frühen Rückkehr aus Katar vor elf Tagen. Eine Strategie für die Heim-EM 2024 muss her.
Wie die Bild berichtet, soll eine Kommission gegründet werden. Dem siebenköpfigen Rat sollen neben Neuendorf und Watzke auch Oliver Mintzlaff, Rudi Völler, Matthias Sammer, Oliver Kahn und Karl-Heinz Rummenigge angehören. Dieser soll die Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft und des DFB begleiten, hinterfragen und unterstützen sowie mit Bundestrainer Flick konstruktiv zusammenarbeiten.
WM-Rekorde von Matthäus und Neuer in Gefahr
Auch das noch! Nach der aus deutscher Sicht verkorksten WM stehen Lothar Matthäus und Manuel Neuer vor dem Verlust ihrer WM-Rekorde. Der sechsmalige Weltfußballer Lionel Messi bestreitet am Dienstagabend (20.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) im Halbfinale gegen Kroatien sein 25. WM-Spiel und zieht mit dem deutschen Rekordnationalspieler Matthäus gleich. Nach dem Finale oder dem Spiel um Platz drei wäre Messi der alleinige WM-Rekordspieler.
„Ich gönne es ihm“, sagte Matthäus der Bild. Messi sei „ein großer Sportler mit einer außergewöhnlichen Karriere. Der kompletteste Fußballer unserer Zeit“. Wie Messi bestritt der 61-Jährige sein 25. WM-Spiel gegen Kroatien. Im WM-Viertelfinale 1998 verlor die DFB-Auswahl unter Bundestrainer Berti Vogts in Lyon 0:3.
Der Franzose Hugo Lloris zieht mit seinem 19. WM-Spiel am Mittwoch (20.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV) im Halbfinale gegen Marokko mit Neuer gleich. Wenn Lloris im Endspiel oder kleinen Finale zum Einsatz kommt, wäre er alleine die Nummer eins.
Kroatiens RB-Profi in aller Munde
Vor dem Halbfinale zwischen Argentinien und Kroatien wird der kroatische Abwehrspieler Josko Gvardiol von RB Leipzig bei der Fußball-WM in Katar mit Lob überschüttet. „Wahrscheinlich wird er mal der teuerste Innenverteidiger aller Zeiten“, sagte der frühere Nationalspieler Ivan Rakitic in einem Interview des Onlinemediums tportal.hr.
Der 20 Jahre alte Gvardiol gehört zu den besten Abwehrspielern der WM. Kroatiens Trainer Zlatko Dalic nannte ihn während des Turniers sogar schon einmal „den besten Innenverteidiger der Welt. Er ist so stark, souverän und zugleich elegant“.
Die Leipziger verpflichteten Gvardiol nach der Europameisterschaft 2021 für rund 18 Millionen Euro von Dinamo Zagreb. Bereits im vergangenen Sommer zeigte der FC Chelsea großes Interesse an ihm. Nun wird über eine Ablöse von bis zu 100 Millionen Euro für Gvardiol spekuliert.
Damit wäre der RB-Profi wie von Rakitic prophezeit der teuerste Abwehrspieler der Welt. Das ist derzeit noch Wesley Fofana, der im Sommer von Leicester City zu Liga-Konkurrent FC Chelsea wechselte und für den die Blues rund 90 Millionen Euro bezahlt haben sollen.
+++ Montag, 12. Dezember +++
Halbfinale gegen Argentinien: Kroatien kann es nur extralang!
Wie das erste WM-Halbfinale am Dienstag (20 Uhr, ARD und MagentaTV) ausgeht? Kroatien gewinnt gegen Argentinien. Dabei ist klar: Modric und Co jubeln gegen Messi und Co erst nach der Verlängerung, vielleicht sogar erst im Elfmeterschießen. Der Vizeweltmeister leistet seit Russland 2018 nämlich krasse WM-Überstunden. Kuriose Statistik: Kroatien kanns nur extralang! Lesen Sie hier die ganze Geschichte.
Tuchel-Gerüchte um England-Job
Noch grübelt Englands Nationaltrainer Gareth Southgate, ob er nach dem knappen WM-Aus im Viertelfinale gegen Frankreich (1:2) zurücktritt. Seit der Niederlage brodelt auf jeden Fall die Gerüchteküche auf der Insel. Vor allem ein Name wird dabei immer wieder genannt: Thomas Tuchel (49).
Der einstige BVB- und Mainz-Trainer ist seit seiner Entlassung beim FC Chelseaim September auf Jobsuche. Noch hofft fast ganz England, dass Southgate, seit 2016 im Amt, seinen Vertrag bis 2024 erfüllt und die Three Lions zur EM in Deutschland führt. Sollte Southgate doch hinschmeißen, werden neben dem Tuchel-Thema auch Eddie Howe (Newcastle) und Frank Lampard (Everton) gehandelt.
BVB-Profi drohte WM-Rauswurf
Die Gerüchteküche brodelte bereits während der Gruppenphase, jetzt kommt heraus: Giovanni Reyna drohte bei der WM in Katar offenbar wirklich der Rauswurf aus der US-Nationalmannschaft. Chefcoach Gregg Berhalter bestätigte, dass er einen Spieler fast nach Hause geschickt habe, den Namen nannte er jedoch nicht.
Klar ist, dass es sich dabei um den BVB-Profi handelte. „Bei dieser letzten Weltmeisterschaft hatten wir einen Spieler, der auf und neben dem Platz die Erwartungen eindeutig nicht erfüllt hat. Als Mitarbeiter sassen wir stundenlang zusammen und überlegten, was wir mit diesem Spieler machen würden. Wir waren bereit, ein Flugticket nach Hause zu buchen, so extrem war es“, sagte Berhalter bei einem Leadership-Briefing.
Letztlich habe sich Reyna, der offenbar im Training lustlos agiert hat, bei der Mannschaft entschuldigen müssen. Reyna spielte bei der WM nur eine Ergänzungsrolle im US-Team, das im Achtelfinal gegen die Niederlande ausgeschieden war.
FC Bayern dominiert die WM
Der Rekordmeister aus München musste bereits allerhand schlechte Nachrichten aus Katar verdauen. Gleich mehrere Bayern-Profis verletzten sich bei der WM oder schieden früh aus. Dagegen macht folgenden Meldungen viele Bayern-Fans sicherlich stolz: Denn der FC Bayern stellt im WM-Halbfinal die meisten Spieler.
Frankreich zählt mit Kingsley Coman, Benjamin Pavard, Dayot Upamecano und Lucas Hernandez, der sich im ersten Spiel verletzt hat, vier Spieler vom deutschen Meister in seinen Reihen. Dazu kommen der Kroate Josip Stanisic und der Marokkaner Noussair Mazraoui.
Je fünf Spieler stehen bei den spanischen Klubs Atlético Madrid und FC Sevilla unter Vertrag. Die spanische Meisterschaft stellt auch insgesamt die meisten Halbfinalisten.
Stark: Marokko-Star Ziyech spendet WM-Bonus
Hakim Ziyech hat bisher keinen einzigen Euro verdient, wenn er für Marokko spielt. Jede Prämie spendete der Chelsea-Profi an arme Familien in Marokko, Mitglieder aus dem Team sowie Hilfsprojekte. Daran ändert sich auch nichts während der WM und dabei kommt mittlerweile einiges zusammen.
Durch den sensationellen Viertelfinal-Sieg der Nordafrikaner gegen Portugal beläuft sich Ziyechs WM-Prämie auf mittlerweile 325.000 Dollar. Und wer weiß, schlägt Marokko am Mittwoch Frankreich und zieht in das WM-Finale ein, kommt sicherlich noch mal eine stattliche Summer obendrauf.
Egal wer: Die Bundesliga wird Weltmeister
Wenn die Fußball-Bundesliga im Januar wieder den Spielbetrieb aufnimmt, wird sie mindestens einen Weltmeister begrüßen können. Insgesamt 13 in Deutschland spielende Akteure haben das Halbfinale bei der WM in Katar erreicht. Die vier Teams Argentinien, Frankreich, Kroatien und Marokko haben dabei zumindest einen Bundesliga-Akteur in ihren Reihen. Das größte Kontingent weist Frankreich mit sechs Spielern auf. Ein Überblick der noch im Wettbewerb vertretenen Bundesliga-Spieler:
Argentinien (1): Exequiel Palacios (Bayer Leverkusen), Kroatien (5): Josko Gvardiol (RB Leipzig), Kristijan Jakic (Eintracht Frankfurt), Andrej Kramaric (1899 Hoffenheim), Borna Sosa (VfB Stuttgart), Josip Stanisic (Bayern München)
Frankreich (6): Lucas Hernandez, Kingsley Coman, Benjamin Pavard, Dayot Upamecano (Bayern München), Randal Kolo Muani (Eintracht Frankfurt), Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach), Marokko (1): Noussair Mazraoui (Bayern München)
Statt WM-Pokal: Katze coming Home
Den WM-Pokal haben sie zwar wieder nicht geholt, mit leeren Händen kommen Englands Fußballer trotzdem nicht nach Hause. Die herumstreunende Katze „Dave the Cat“, die die englischen Kicker im WM-Quartier in Katar lieb gewonnen hatten, wurde nun von Kyle Walker und John Stones adoptiert.
Wie mehrere englische Medien berichteten, muss die Katze nur noch die Quarantäne überstehen, bevor sie nach Manchester überführt werden kann. Unklar ist, wer die Katze dann bekommt. Walker und Stones spielen beide beim englischen Meister Manchester City.
Russland-Profi Lovren in der Kritik
Ginge es nach einer Mehrheit der Fans, dann wäre Dejan Lovren bei dieser WM gar nicht dabei .Knapp 60 Prozent sprachen sich vor dem Turnier dafür aus, dass der kroatische Fußball-Nationaltrainer Zlatko Dalic auf Spieler verzichtet, die noch immer in Russland unter Vertrag stehen. Lovren spielt nicht nur für Zenit St. Petersburg, er ist sogar Kapitän des neunmaligen Meisters.
Er spricht von einem „Dilemma“. Er habe „lange darüber nachgedacht“, ob er Russland nach dem im Februar begonnen Angriffskrieg auf die Ukraine verlassen solle. Nach einem Gespräch mit Dalic stand sein Entschluss fest. „Ich denke, es war die richtige Entscheidung, bei Zenit zu bleiben und dem Klub zu helfen“, sagte der 33-Jährige während des Turniers in Katar: „Ich habe alles richtig gemacht. Ich bin stolz darauf, Zenits Kapitän zu sein.“
In seiner Heimat erntete er aber reichlich Kritik. Doch mit jedem WM-Spiel der Vatreni (Feurigen) wurde diese leiser. Lovren überzeugte durch seine Leistung auf dem Platz. Gemeinsam mit dem jungen Leipziger Josko Gvardiol (20) bildete er in den ersten fünf Spielen (drei Gegentore) eine starke Innenverteidigung. Selbst die brasilianischen Stars um Neymar taten sich lange Zeit schwer, im Viertelfinale zu Chancen zu kommen.
Vor zwei Jahren folgte der Wechsel nach St. Petersburg. Dass seine neue sportliche Heimat nicht bei der WM teilnehmen durfte, bedauert er. „Ich bin nicht glücklich darüber. Ich habe immer gesagt, man muss Sport und Politik trennen.“ Lovren glaubt aber, „dass sich die Dinge bald ändern werden“. Wie das wohl die kroatischen Fans sehen?
Whatsapp-Nachrichten von Neymar
Brasiliens Superstar Neymar hat nach dem Aus bei der Fußball-WM in Katar private Chats mit einigen seiner Teamkollegen veröffentlicht. In seiner Instagram-Story postete der Superstar Teile der Unterhaltungen mit Kapitän Thiago Silva sowie Verteidiger Marquinhos und Offensivspieler Rodrygo. „Ohne deren Erlaubnis“, wie der 30-Jährige selbst schreibt. „Damit ihr seht, wie sehr wir es gewollt haben und wie sehr wir zusammengehalten haben.“
In den Nachrichten versucht Neymar, seine Mitspieler nach dem Viertelfinal-Aus in Katar aufzumuntern. Beim 2:4 im Elfmeterschießen gegen Kroatien hatten Marquinhos und Rodrygo ihre Strafstöße verschossen. Beiden macht er keine Vorwürfe. „Ein Elfmeter wird nicht verändern, was ich über dich denke. Ich bin für immer bei dir und du weißt das“, schreibt er etwa an Marquinhos, mit dem er bei Paris Saint-Germain zusammenspielt.
WM-Torjägerkrone: Messi jagt Mbappé
Kroatien: Keine Manndeckung für Messi
Kroatien wird im WM-Halbfinale gegen Argentinien auf eine Manndeckung von Superstar Lionel Messi verzichten. Das kündigte Trainer Zlatko Dalic vor der Begegnung im Lusail Stadion am Dienstag (20.00 Uhr MEZ) an.
„Aber wir müssen die Wege des Balls zu ihm zumachen“, sagte Dalic. Messi laufe nicht viel, er warte: „Aber wenn er den Ball bekommt, hat er volle Kraft und Energie. Wir dürfen ihm nicht viel Raum geben.“
Als Vorbild dient dem Vize-Weltmeister das Viertelfinale gegen Brasilien und Topstar Neymar (1:1 n.V., 4:2 i.E.). „Wenn wir so verteidigen wie gegen Brasilien, dann wird Messi nicht die Räume bekommen, die er braucht“, sagte Dalic, der bei den Argentiniern Schwächen ausgemacht hat. „Gegen die Niederlande haben sie 2:0 geführt und ließen den Gegner zurückkommen. Das zeigt, dass sie verwundbar sind.“
+++ Sonntag, 11. Dezember +++
Ronaldos Schwester beschimpft Mitspieler
Ronaldos Freundin knüpfte sich nach Portugals WM-Aus den Trainer vor, Mesut Özil attackierte die Medien. Noch einen drauf setzt nun Ronaldos ältere Schwester. Catia Aveiro (45), die nach dem 0:1 gegen Marokko Ronaldos Mitspieler beschimpfte. „Wir haben die Weltmeisterschaft verloren, als eine Gruppe Ratten (Vereinsspieler von niedrigem Niveau), die den Sieg über die Schweiz als Sieg gegen Ronaldo feierte ...“, schrieb Aveiro bei Instagram.
573 Tage! So prall gefüllt ist Manuel Neuers Krankenakte
Das Bild von Manuel Neuer (36) im Krankenbett und die Gewissheit, dass die Saison durch den beim Skitourgehen erlittenen Unterschenkelbruch für den Kapitän vorbei ist – nach außen schickten die Bayern-Boss tapfer Genesungswünsche und Treueschwüre, intern machte sich so was wie Schockstarre breit und Neuers Konkurrenten ter Stegen und Trapp lauern auf ihre DFB-Chance. Alle Details der Geschichte lesen Sie hier.
Nach Kritik an Xhaka: 11.000 sexistische Nachrichten und Polizeischutz
Granit Xhakas Vater war außer sich und kündigte Zana Avdiu bereits an, für ihre Kritik an seinem Sohn büßen zu müssen. Wie das nun aussieht, erlebt die Juristin aus dem Kosovo tagtäglich. Der Internet-Mob tobt, Avdiu wird seitdem beschimpft und bedroht, erhielt 11.000 sexistische Nachrichten und steht seit Kurzem sogar unter Polizeischutz. Lesen Sie hier mehr über das Thema.
Ronaldos Freundin und Özil schimpfen
Mittlerweile ist man es gewohnt, dass Frauen oder Freundinnen von Fußballern ihrem Ehemann oder Partner öffentlich zur Seite springen, wenn Ungemach droht. Georgina Rodriguez, Freundin von Superstar Cristiano Ronaldo, hat dabei inzwischen jede Menge Erfahrung. Unterstützte sie ihren Angebeteten bereits nach dessen Ausbootung bei Manchester United, bekommt nach dem WM-Aus nun Portugals Cheftrainer Fernando Santos sein Fett weg. Auch Mesut Özil springt Ronaldo zur Seite – und kritisiert, natürlich, die Medien. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Hertha-Star Prince Boateng prangert Rassismus an
Es ist mittlerweile fast ein Jahrzehnt her, als Prince Boateng ein denkwürdiges Zeichen gegen Rassismus setzte. Der Hertha-Star, 2013 in Diensten des AC Mailand, verließ bei einem Testspiel gegen den Viertligisten Pro Patria wutentbrannt den Platz und sorgte für einen Spielabbruch, nachdem er von den Rängen rassistisch beleidigt worden war.
Damals erntete Boateng für sein Zeichen viel Beifall. Doch viel verbessert hat sich seitdem nichts. Jetzt, während der WM in Katar, legt der 35 Jahre alte Hertha-Routinier den Finger erneut in die Fußball-Wunde. Was Boateng genau sagt, lesen Sie hier.
Bruder von US-Journalist: „Es war Mord“
Schwere Vorwürfe von Eric Wahl. Der Bruder des US-Sportjournalisten Grant Wahl, der in Katar gestorben ist, meldet sich mit einem emotionalen Video zu Wort und behauptet, sei Bruder sein in Katar getötet worden: „Mein Bruder war gesund und hat in letzter Zeit Morddrohungen erhalten. Ich glaube er wurde getötet.“ Für die Behauptungen gibt es bisher keinerlei Beweise.
Eric Wahl, the brother of sportswriter Grant Wahl who died in Qatar while covering the World Cup, is asking for help.
— philip lewis (@Phil_Lewis_) December 10, 2022
Grant was detained in Qatar for wearing a rainbow shirt two weeks ago pic.twitter.com/lak0b1UZwa
Neymar-Zukunft offen
Neymars Blick drückt nichts aus: keine Freude, keine Hoffnung, kein Verständnis, da ist einfach nur Leere. Der Superstar der Brasilianer hockt alleine auf dem Rasen und starrt ins Nichts. Auf einem zweiten Foto stemmt er die Hände in die Hüften und schaut weinend in Richtung Himmel. Er befand sich am Samstag bereits auf der Abreise aus Katar, als er diese beiden Bilder bei Instagram postete.
Sein Schmerz war in diesem Moment noch lange nicht verflogen. Im Gegenteil: Nach dem Aus der Seleção im WM-Viertelfinale wählte er einen Tag später drastische Worte. „Ich bin psychisch zerstört, das war mit Sicherheit die Niederlage, die mir am meisten wehtut“, schrieb der 30-Jährige. Wie es mit ihm nun weitergeht, ließ er auch in diesem Abschiedstext von der Weltmeisterschaft offen.
Handschlag verweigert: Weghorst erklärt Messi-Eklat
Das Gift-Duell geht in die nächste Runde! Nur einem Tag nach dem dramatischen wie unsportlichen Viertelfinal-Sieg Argentiniens gegen die Niederlande bringt Oranje-Stürmer Wout Weghhorst etwas Licht ins Dunkel des Messi-Eklats. Dabei kommt der Superstar gar nicht gut weg. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.
Effe-Kritik an Flick
Stefan Effenberg hat Bundestrainer Hansi Flick für seine Aufarbeitung des frühen deutschen Scheiterns bei der Fußball-WM 2022 in Katar kritisiert. „Ich hätte mir von ihm mehr Selbstkritik gewünscht“, schrieb der frühere Nationalspieler in einer Kolumne für das Nachrichtenportal „t-online“.
Der 54-Jährige stellte Flicks Personalwechsel bei der WM infrage und erklärte dazu: „Das kann man als Bundestrainer auch mal klar so sagen, sich an die eigene Nase fassen und seine Arbeit reflektieren. Und nicht nur sagen, dass man die Spiele ja eigentlich dominiert und unglücklich verloren habe.“
Auf dem Weg zur Heim-EM dürfe sich der DFB „nun keine Fehler mehr erlauben und muss jetzt liefern, auch mit gewissen Entscheidungen“, schrieb Effenberg weiter. Außerdem plädierte er dafür, „zukünftig immer nur von Turnier zu Turnier für maximal zwei Jahre mit dem Bundestrainer zu planen. Dann ist es auch relativ einfach, den Vertrag noch mal zu verlängern oder eben nicht.“
Schiri-Wut bei England
Der brasilianische Schiedsrichter Wilton Sampaio ist nach dem WM-Viertelfinale England gegen Frankreich in der britischen Öffentlichkeit in die Kritik geraten. Ex-Profi Gary Neville twitterte am Samstagabend: „Der Schiedsrichter ist ein Witz!“
Sampaio wirkte bei dem Topspiel in mehreren Situationen unsouverän und überfordert, der Brasilianer hatte in Al-Chaur mehrere knifflige Elfmeterszenen zu beurteilen. „Ich sage nicht, dass er für Englands Aus verantwortlich ist. Die Menschen werden sagen, das sind Ausreden, aber er war einfach ein schlechter Schiedsrichter“, sagte Neville nach der 1:2-Niederlage der Three Lions bei ITV.
Sampaio sprach den Engländern in der zweiten Halbzeit zwei Elfmeter zu. Den ersten verwandelte Kapitän Harry Kane, den zweiten schoss er über das Tor. Für den früheren Nationalspieler Gary Lineker hätte es noch einen dritten Strafstoß geben müssen, nämlich vor der Halbzeit. „Ein hundertprozentiger Elfmeter an Kane“, beschrieb Lineker eine Szene, als Bayerns Dayot Upamecano Gegenspieler Kane hinten an den Beinen traf. Die Aktion wurde vom Videoschiedsrichter beurteilt.
Nach WM-Aus: Schmeißt Coach Southgate hin?
Nach dem Viertelfinal-Aus bei der Fußball-WM in Katar hat Englands Teammanager Gareth Southgate trotz Vertrags bis 2024 seine Zukunft offen gelassen. „So ein Turnier kostet sehr viel Energie, ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht“, sagte der 52-Jährige nach dem 1:2 (0:1) gegen Titelverteidiger Frankreich, „ich will die richtige Entscheidung treffen - für das Team, für England, für den Verband.“
Vor gut einem Jahr hatte der englische Verband FA den Vertrag mit dem ehemaligen Nationalspieler bis zur EM 2024 in Deutschland verlängert. In seinen ersten Turnieren war Southgate mit dem Weltmeister von 1966 jeweils unter die besten Vier gekommen - Vierter bei der WM 2018 in Russland und Zweiter bei der EM-Endrunde im eigenen Land im letzten Jahr.
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Als vor dieser WM die Siege in der Nations League ausblieben, kochte aber wieder die Kritik an Southgate hoch. „Ich glaube, es ist richtig, sich ein bisschen Zeit zu lassen“, sagte er. Mittelfeldspieler Declan Rice sprach sich gleich nach dem WM-Aus für einen Verbleib des Trainers aus. „Ich hoffe, er bleibt. Ich denke, er war brillant für uns“, sagte Rice, „es gibt viel Kritik, die nicht berechtigt ist.“
Marokko-Fans außer Rand und Band
Tausende marokkanische Fußball-Fans feierten nach dem WM-Halbfinaleinzug ihrer Mannschaft durch das 1:0 gegen Portugal in Doha, auf den Straßen von Casablanca und anderen Städten des Landes, stolz wurde die Flagge geschwenkt. Immer wieder riefen die Anhänger überschwänglich: „Wir sind qualifiziert!“
Der Erfolg der „Löwen vom Atlas“ ist historisch, denn noch nie erreichte eine Mannschaft vom afrikanischen Kontinent das Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Die Jubelfeiern in Marokko setzten unmittelbar nach dem Abpfiff ein, das Königreich lag im Freudentaumel. Die Nordafrikaner hatten im Turnierverlauf in Katar unter anderem den WM-Dritten Belgien, Ex-Weltmeister Spanien und nun in Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo den EM-Champion von 2016 geschlagen.
In Casablanca waren die roten Flaggen mit dem grünen Stern überall in den Fenstern der Häuser zu sehen, auf den Märkten und den Ständen. Die neuen Helden des Landes sind Trainer Walid Regragui, Chelsea-Star Hakim Ziyech und der Ex-Dortmunder Achraf Hakimi von Paris St. Germain.
An vielen Orten in der arabischen Welt wurde der Erfolg der Marokkaner zelebriert, so auch in Palästina, in Ost-Jerusalem, dem Gaza-Streifen und Ramallah. Dort wurde mit Feuerwerk, Jubelschreien und dem Getöse von laufstarken Hörnern der Sieg der Marokkaner gefeiert. In Marokko war auch immer wieder die Flagge Palästinas bei den Feierlichkeiten zu sehen.
Messer-Attacke in Mailand
Doch nicht überall ging es friedlich zu. In Brüssel brannten erneut Polizeiautos, in Mailand wurde ein Mann niedergestochen. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Nordafrikaner am Samstagabend von einem Unbekannten mit einem Messer oder einem anderen spitzen Gegenstand am Hals attackiert. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. In der Nacht verschlimmerte sich dort nach Angaben der Zeitung „La Repubblica“ sein Zustand, er musste operiert werden.
Das Opfer des Angriffs geriet laut einer ersten Rekonstruktion zufällig mit einem anderen Mann aneinander, als er eigentlich einen Streit schlichten wollte. Der Unbekannte griff dann auf dem Corso Buenos Aires - einer beliebten Einkaufsstraße in der norditalienischen Metropole - unvermittelt an. Danach konnte der Täter fliehen.
In Italien leben rund eine halbe Million Marokkaner, nach den Erfolgen der nordafrikanischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Katar gingen in etlichen Städten Tausende Fans auf die Straßen. Dabei kam es bereits zu Zwischenfällen, etwa als in der vorigen Woche mehrere italienische Rechtsextreme in Verona die feiernden Anhänger attackierten.
+++ Samstag, 10. Dezember +++
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Ehrung für verstorbenen WM-Reporter Grant Wahl
Der Fußball-Weltverband FIFA hat vor dem Viertelfinale zwischen England und Frankreich den gestorbenen US-Sportjournalisten Grant Wahl gewürdigt. Auf dem Platz, auf dem Wahl im Stadion von Al-Chaur am Samstagabend hätte sitzen sollen, waren Blumen sowie ein Foto des Reporter zu sehen. Der 48-Jährige war am Freitagabend beim Spiel Niederlande gegen Argentinien in Lusail zusammengebrochen und in der Nacht zum Samstag gestorben.
Disziplinarverfahren gegen Argentinien und die Niederlande
Die Disziplinar-Kommission des Fußball-Weltverbandes FIFA hat Verfahren gegen den argentinischen und den niederländischen Verband nach dem hitzigen Viertelfinale bei der WM in Katar eingeleitet. Den Südamerikanern werden mögliche Verletzungen des Artikels 12 (Fehlverhalten von Spielern und Betreuern) sowie auch des Artikels 16 (Ordnung und Sicherheit bei Spielen) vorgeworfen, teilte die FIFA am Samstag mit. Bei den Niederländern geht es nur um mögliches Fehlverhalten von Spielern und Betreuern.
Die Partie war am späten Freitagabend im Lusail-Stadion mit 4:3 für die Argentinier im Elfmeterschießen entschieden worden. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte es 2:2 gestanden. Das Spiel stand aber auch wegen der Rekordflut von 17 Gelben und einer Roten Karte im Blickpunkt, zudem gab es regelrecht tumultartige Szenen mit verbalen und körperlichen Attacken. Unter anderem hatte sich Argentiniens Superstar Lionel Messi grob unsportlich verhalten.
Das bringt der Tag bei der Fußball-WM
An diesem Samstag stehen bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar die beiden letzten Viertelfinalspiele auf dem Plan. Zunächst will Marokko im Duell gegen Portugal (16.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV) etwas Historisches schaffen und als erste afrikanische Mannschaft in ein WM-Halbfinale einziehen. Dort würde England oder Frankreich warten, die im Abendspiel aufeinandertreffen (20.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV).
US-Reporter stirbt während WM-Spiel auf der Tribüne
Mitten während eines WM-Spiels ist in Katar ein bekannter US-Fußballreporter zusammengebrochen und gestorben. Grant Wahl sei am Freitag beim Spiel zwischen Argentinien und der Niederlande in Doha im Einsatz gewesen, teilte der US-Fußballverband mit. Der 48-Jährige gilt als einer der renommiertesten Fußballreporter in den USA. Er hatte in Doha für Aufsehen gesorgt, weil er während der WM wegen eines Regenbogen-T-Shirts kurzzeitig vom Sicherheitspersonal festgehalten wurde.
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Wahl war für CBS Sports bei dem hochspannenden Spiel dabei, welches Argentinien im Elfmeterschießen gewann. Laut einem Bericht des US-Radiosenders NPR brach er kurz vor Ende der Begegnung auf der Pressetribüne im Stadion zusammen. Sanitäter hätten Erste Hilfe geleistet und den 48-Jährigen dann auf einer Trage nach draußen gebracht. Laut der Zeitung „ The Wall Street Journal“ erlitt Wahl einen Herzinfarkt.
Nach Elfmeterkrimi: Messi kritisiert Schiedsrichter
Sehr verstimmt war Argentiniens Fußball-Superstar Lionel Messi über Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz (Spanien) beim 4:3-Sieg des zweimaligen Weltmeisters im Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale gegen die Niederlande (2:2 n.V.).
„Ich war ziemlich verärgert“, sagte Messi, „ich möchte nicht über den Schiri reden, weil man dann sofort bestraft wird, aber die Leute haben gesehen, was passiert ist.“ Der Weltverband FIFA müsse dies analysieren, „sie können nicht einen Referee in einem so wichtigen Spiel aufbieten, wenn er den Anforderungen nicht gerecht wird“. Der Unparteiische hatte 16 Gelbe Karten und eine Gelb-Rote Karte beim Elfmeterschießen für den Niederländer Denzel Dumfries gezückt.
+++ Freitag, 9. Dezember +++
Kroatiens Torhüter pariert Brasiliens WM-Träume
Der Traum vom sechsten WM-Titel ist für Rekord-Champion Brasilien wieder frühzeitig geplatzt. Das Team um Superstar Neymar verlor am Freitag gegen Vize-Weltmeister Kroatien 2:4 im Elfmeterschießen und schied damit zum vierten Mal bei den letzten fünf WM-Turnieren im Viertelfinale aus. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Die Brasilianer Rodrygo und Marquinhos scheiterten vor 43 893 Zuschauern in Al-Rajjan vom Elfmeterpunkt. In der Verlängerung hatte Superstar Neymar (105.+1) das brasilianische Führungstor erzielt, Bruno Petkovic gelang der Ausgleich (117.).
Die im bisherigen Turnier so harmlosen Kroaten hingegen dürfen von einer Wiederholung von 2018 träumen. Im Halbfinale treffen Luka Modric und Co. am Dienstag (20.00 Uhr MEZ) auf Argentinien mit Superstar Lionel Messi oder die Niederlande.
+++ Donnerstag, 8. Dezember +++
Knutsch-Alarm auf Holland-PK: Depay will keinen Kuss von Coach van Gaal
Typisch Louis van Gaal! Der Bondscoach der Niederlande hat vor dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien wieder einmal für einen Lacher gesorgt. Auf eine kritische Aussage des argentinischen Starspielers Angel Di Maria angesprochen, lieferte sich der Trainer bei der Pressekonferenz am Donnerstag einen humorigen Dialog mit seinem neben ihm sitzenden Stürmer Memphis Depay. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.
Tod auf der WM-Baustelle: Katar kündigt Untersuchung an
Der WM-Gastgeber Katar untersucht den Tod eines Gastarbeiters, der während des Turniers ums Leben gekommen sein soll. „Sollte die Untersuchung zu dem Schluss kommen, dass die Sicherheitsprotokolle nicht eingehalten wurden, wird das Unternehmen gerichtlich belangt und mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden“, sagte ein katarischer Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur AFP.
Zuvor hatte das Onlineportal The Athletic über den Tod des Mannes von den Philippinen berichtet. Demnach sei der Arbeiter während der Gruppenphase im Quartier von Saudi-Arabien von einer Plattform gestürzt, die von einem Gabelstapler in die Höhe gehoben worden war. In einem Krankenhaus sei er seinen Verletzungen erlegen.
Der Fußball-Weltverband Fifa erklärte, er sei „zutiefst betrübt über diese Tragödie“. Sobald man von dem Unfall erfahren habe, „haben wir uns mit den örtlichen Behörden in Verbindung gesetzt, um weitere Einzelheiten zu erfahren“, hieß es in einer Erklärung.
Von den 2,9 Millionen Einwohnern Katars sind mehr als 2,5 Millionen Gastarbeiter. Deren Arbeitsbedingungen wurden vor allem im Vorfeld der WM stark kritisiert. Im November erklärten die katarischen Behörden, dass zwischen 2014 und 2020 414 Gastarbeiter bei Arbeitsunfällen im Land ums Leben gekommen seien.
Schweinsteiger-SMS für van Gaal
Nein, über seinen SMS-Verkehr mit Bastian Schweinsteiger wollte Louis van Gaal nicht reden. „Das ist Privatsache“, betonte der 71 Jahre alte Trainer der niederländischen Nationalmannschaft - und legte dann doch los. „Ich finde es großartig, was er tut. Und natürlich stelle ich ihm Fragen. Er war ein Spieler mit Gehirn und Fußball wird mit Gehirn gespielt“, sagte van Gaal. Am Freitag (20.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) trifft die Niederlande im WM-Viertelfinale im Lusail Stadion auf Argentinien.
Die Tipps des heutigen ARD-Experten Schweinsteiger waren hilfreich für van Gaal. „Ich lerne Dinge, die meine Scouts nicht herausgefunden haben. Und jetzt, wo Deutschland ausgeschieden ist, ist er für die Niederlande“, sagte der Coach. Van Gaal war bei Bayern München und Manchester United Vereinstrainer von Schweinsteiger.
Der Weltmeister von 2014 hatte berichtet, dass er mit van Gaal regelmäßig schreibe. Vor dem Turnier hatte Schweinsteiger zudem die Niederlande zu den Favoriten auf den Titel gezählt.
Tierquälerei-Vorwurf gegen Brasilien
Das war nicht besonders tierlieb. Brasiliens Pressesprecher Vinicius Rodrigues sorgte auf der PK vor dem WM-Viertelfinale gegen Kroatien (Freitag, 16 Uhr) für einen ziemlichen haarigen Aufreger, schmiss während der Fragerunde mit Real-Star Star Vinicius Jr. (22) ziemlich unsanft eine Katze vom Podium.
Vinicius Jr. lacht kurz als die Katze vor ihm auf dem Podium Platz nimmt, doch Rodrigues findet die Situation weniger amüsant. Er packt die Katze grob am Rückenfell und wirft sie vom Podium. Die anwesenden Journalisten zeigen sich schockiert, Rodrigues zuckte dagegen nur mit den Achseln.
Zwar soll die Katze den Wurf nach Angaben anwesender Journalisten unverletzt überstanden haben, dennoch gibt es vor allem im Internet viele Vorwürfe. „Das ist Tierquälerei und der Presse-Mann gehört sofort gefeuert!“, kommentiert eine Twitter-Userin das Video. Ein anderer schreibt: „Warum hat er die Katze so hochgehoben? Ich hoffe, Brasilien wird jetzt nicht Weltmeister!“
Die Aufregung um die „fliegende“ Katze nahm Brasiliens Trainer Tite mit Humor. „Da musst du da hinten nachfragen. Da ist irgendwo der Pressesprecher“, sagte der Coach der Selecao und lachte laut, nachdem ihn ein Journalist nach dem Befinden des Tieres gefragt hatte.
Neuer Ronaldo-Wirbel: Plante Portugal-Star die Flucht?
Die Startelf-Degradierung von Superstar Cristiano Ronaldo sorgt in Portugal weiter für Diskussionen. Einem Bericht zufolge drohte der Superstar sogar mit der WM-Abreise. Der Verband reagiert schnell und dementiert die Flucht-Gerüchte um Ronaldo.
Der Verband stellte klar, dass Ronaldo „zu keinem Zeitpunkt damit gedroht hat, die Nationalmannschaft in Katar zu verlassen“. Zuvor hatte die portugiesische Zeitung Record berichtet, Ronaldo habe mit einer Abreise von der WM gedroht, nachdem er von seiner Startelf-Ausbootung im Achtelfinale erfahren hatte.
Nationaltrainer Fernando Santos soll Ronaldo demnach vor dem 6:1 gegen die Schweiz in einem „angespannten Gespräch“ mitgeteilt haben, dass der Superstar zunächst auf der Bank sitzen werde. Es war das erste Mal seit 2008, dass der Offensivspieler in einer Partie Portugals bei einem großen Turnier nicht zur Anfangsformation gehörte. Es habe sich eine heftige Diskussion entwickelt, in deren Verlauf Ronaldo damit gedroht habe, Katar zu verlassen, berichtete Record. Der 37-Jährige habe seine Meinung dann aber geändert.
Der Verband teilte nun mit, Ronaldo baue „jeden Tag eine einzigartige Geschichte im Dienste der Nationalmannschaft und des Landes auf, die respektiert werden muss und die von einem unbestreitbaren Engagement für die Seleção zeugt“. Auch beim Achtelfinal-Sieg gegen die Schweiz habe sich gezeigt, wie Ronaldo sich für die Mannschaft engagiere. Der Kapitän war in der 74. Minute eingewechselt worden und hatte die ersten beiden Treffer seines Teams als Ersatzspieler mit be
Ex-Medienchef: Folter-Vorwürfe gegen Katar
Kurz vor dem Start der Fußball-WM ist Whistleblower Abdullah Ibhais nach Angaben seiner Familie im Gefängnis in Katar gefoltert worden. In einem von Fair Square veröffentlichten Brief der Angehörigen werden schwerwiegende Vorwürfe erhoben.
Demnach habe der seit rund einem Jahr inhaftierte Ex-Kommunikationsdirektor des katarischen WM-Organisationskomitees vier Tage „in völliger Dunkelheit in Einzelhaft verbracht, nachdem er körperlich angegriffen worden war“. Ibhais soll sich laut den Angaben der Familie in einer zweimal ein Meter großen Zelle mit einem Loch im Boden als Toilette und bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt" befunden haben. Dazu sei die Klimaanlage „als Folterinstrument“ eingesetzt worden, hieß es.
„Ich hatte bereits mehrere blaue Flecken von den Übergriffen der Gefängniswärter und zitterte die ganze Zeit, da die kalte Luft, die auf mich gerichtet war, nie aufhörte“, sagte Ibhais, der in dem Schreiben ebenfalls zu Wort kommt: „Ich habe in diesen vier Tagen kaum geschlafen.“
Ibhais hatte sich vor seiner Verurteilung gegen WM-OK-Chef Hassan Al-Thawadi gestellt. Wegen der angeblichen Annahme von Bestechungsgeldern war er zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Seine Familie sprach von einem „Willkür-Urteil“ und einem „Scheingericht“.
In dem Brief richtet sich Ibhais' Familie auch an die Fifa und deren Präsidenten Gianni Infantino. Die Fifa sei „mitschuldig“ an Abdullahs Inhaftierung, die Angehörigen kritisierten zudem das „Schweigen“ und die „Gleichgültigkeit“ des Weltverbandes.
Die Menschenrechtsorganisation Fair Square wendet sich laut Medienberichten in dem Fall an die Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen (UN) für willkürliche Inhaftierungen. Die FIFA und das WM-OK bestätigten dem britischen Guardian, Kenntnis über die Inhalte des Briefs zu haben.
Duell gegen Holland: Argentinien zittert um Messis Bodyguard
Argentinien zittert vor dem WM-Viertelfinale gegen Holland am Freitag (20 Uhr) um den Einsatz von Rodrigo de Paul (29). Der Mittelfeldspieler von Atlético Madrid trainierte argentinischen Medienberichten zufolge am Mittwoch nicht mit seinen Teamkollegen.
De Paul, der unter Trainer Lionel Scaloni im zentralen Mittelfeld gesetzt ist und Messi den Rücken freihält, soll muskuläre Probleme haben.
Fifa bestätigt Tod eines Bauarbeiters
Ein wohl von den Philippinen stammender Arbeiter ist während der WM in Katar verstorben. Der Mann sei infolge eines Unfalls bei Reparaturarbeiten im Teamhotel der saudi-arabischen Delegation gestorben. Das berichtet die US-Sportnachrichtenseite The Athletic.
Die Fifa bestätigte den Bericht auf Anfrage am späten Mittwochabend. Der Weltverband sei „zutiefst betrübt über diese Tragödie“, die „Gedanken und unser Mitgefühl sind bei der Familie des Arbeiters“, teilte ein Sprecher mit.
Weitere Aussagen über den Unfall könne man erst treffen, wenn mehr Informationen bekannt seien. „The Athletic“ zufolge ermittelte in dem Fall die katarische Regierung.
Die Sportnachrichtenseite hatte berichtet, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen Mann namens Alex handele, der auf Anfang 40 geschätzt wird. Er soll demnach in einen Unfall mit einem Gabelstapler verwickelt gewesen sein. Beim Sturz von einer Rampe sei er mit dem Kopf auf Beton aufgeschlagen. Einen Sicherheitsgurt habe er nicht getragen.
England-Star Sterling vor WM-Rückkehr
Raheem Sterling peilt einem Medienbericht zufolge eine Rückkehr ins englische Team bei der WM in Katar an. Der 28-Jährige soll dies dem Fußballverband FA bereits mitgeteilt haben, berichtete am Donnerstag die BBC unter Berufung auf das Umfeld des Chelsea-Profis.
Sterling war nach einem Einbruch in sein Haus, bei dem seine Verlobte und seine Kinder bedroht worden sollen sein, vor dem WM-Achtelfinale gegen Senegal (3:0) vorzeitig abgereist, hielt sich eine Rückkehr aber offen. Nun könnte er rechtzeitig für das Viertelfinale am Samstag (20.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Al-Chaur gegen Frankreich zurück sein.
Eine Entscheidung über Sterlings Rückkehr ins Teamquartier nach Al-Wakra südlich von Doha soll an diesem Donnerstag fallen. Es gilt als fraglich, ob der eigentlich bei Trainer Gareth Southgate gesetzte Offensivspieler nach mehreren verpassten Trainings direkt wieder von Anfang an spielt. Auf links hat sich zuletzt Phil Foden von Manchester City empfohlen. Sterling würde gegen den Weltmeister eher in einer Jokerrolle erwartet.
+++ Mittwoch, 7. Dezember +++
Beschlossen! Flick bleibt und übt den EM-Schwur
Nationalteam-Manager Oliver Bierhoff ist weg, doch Bundestrainer Hansi Flick bleibt nach dem WM-Aus. Das stand nach einer zweistündigen DFB-Krisensitzung mit Präsident Bernd Neuendorf, Vize Hans-Joachim Watzke und Flick am Mittwoch fest. Die Trainersuche bleibt den Fußballbossen wenigstens erspart. Einen Tag vorher hatte es bei Hansi Flick noch etwas skeptischer geklungen, als er den Abgang von Bierhoff bedauert hatte.
Jetzt sagt er: „Mein Trainerteam und ich blicken optimistisch auf die Europameisterschaft im eigenen Land. Wir als Mannschaft können viel mehr erreichen, als wir in Katar gezeigt haben. Wir haben dort eine große Chance verpasst. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen. Ich habe Vertrauen in den heute verabredeten, gemeinsamen Weg mit Bernd Neuendorf und Aki Watzke.“
Auch Neuendorf nahm zu der Entscheidung Stellung und stärkte Flick, der erst seit anderthalb Jahren im Amt ist, den Rücken: „Wir haben volles Vertrauen in Hansi Flick, dass er die Herausforderung gemeinsam mit seinem Team meistern wird.“
Flick war zunächst getroffen vom Abschied seines engen Vertrauten Oliver Bierhoff nach 18 Jahren beim DFB. Der Geschäftsführer hatte am Montagabend wohl nicht ganz freiwillig hingeworfen. Hertha-Manager Fredi Bobic, von vielen als Top-Favorit auf die Bierhoff-Nachfolge gehandelt, gab zumindest keine Absage an den DFB. Was Bobic sagt, lesen Sie hier.
DFL-Chefin Hopfen macht nach 340 Tagen Schluss
Sonntagabend sickerte es durch. Jetzt ist es amtlich! Die DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen räumt nach nur 340 Tagen Amtszeit ihren Posten. Ihr Vertrag, der eigentlich bis Enbde 2024 lief, wurde „einvernehmlich“ aufgelöst, hieß es von der DFL. Begründung: „Unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung.“ Hopfen selbst sagte: „Ich gehe in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben.“ Das sahen die 36 Profiklubs etwas anders. Sie waren schlichtweg unzufrieden mit Hopfes Arbeit. Kommissarisch sollen jetzt die Klubmanager Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Oliver Leki (SC Freiburg) die Geschäftsführung übernehmen.
WM-Aus für Berlins Schiri Siebert
Das war abzusehen! Für den deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert ist die Fußball-WM in Katar vorzeitig beendet. Der Weltverband Fifa wird den 38-Jährigen für keines der weiteren acht Spiele berücksichtigen.
Siebert hatte die Gruppenspiele zwischen Australien und Tunesien (1:0) sowie von Uruguay gegen Ghana (2:0) gepfiffen. Die Uruguayer, denen der 2:0-Sieg nicht zum Achtelfinal-Einzug gereicht hatte, hatten sich über einen nicht gegebenen Elfmeter in der Schlussphase heftig beschwert, gingen Siebert sogar verbal und körperlich an und sorgten somit für einen Eklat.
Vor dieser Partie hatte sich Siebert durch das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft berechtigte Hoffnungen auf die Leitung des WM-Finals machen dürfen. Da Siebert einer der jüngsten Unparteiischen bei der WM ist, stehe er in der Rangordnung allerdings nicht an vorderster Stelle. Damit bleibt DDR-Schiedsrichter Rudi Glöckner weiter der einzige Deutsche, der jemals ein WM-Finale pfiff.
Fifa-Strafe für Serbien und Kroatien
Der kroatische Verband HNS wurde wegen Fehlverhaltens seiner Fans zur Zahlung von 50.000 Schweizer Franken (knapp 50.700 Euro) verurteilt, die Serben müssen 20.000 Schweizer Franken (knapp 20.300 Euro) zahlen. Damit sanktionierte die Fifa Geschehnisse im Rahmen des WM-Vorrundenspiels gegen Brasilien (0:2).
In Serbiens Kabine war dabei eine nationalistische Fahne aufgehängt und fotografiert worden, das Bild verbreitete sich im Internet. Zu sehen war eine Karte, die auch die Umrisse des Kosovo in serbischen Nationalfarben zeigte. Der kosovarische Fußballverband FFK hatte eine „aggressive Aktion gegen die Republik Kosovo“ beklagt und die FIFA zum Handeln aufgefordert.
Der Kosovo, ehemalige Teilregion der Republik Serbien, hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Ein Großteil der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erkennt diesen Status an - Serbien dagegen betrachtet den Kosovo als autonome Provinz des Staates.
Kroatische Fans hatten indes im Gruppenspiel gegen Kanada (4:1) den gegnerischen Torhüter Milan Borjan, Sohn serbisch-stämmiger Eltern, wiederholt beschimpft und ausgepfiffen. Eine Gruppe von Anhängern entrollte zudem ein Transparent, das an eine Operation aus dem Kroatienkrieg erinnerte, in dessen Folge Borjan und seine Familie aus dessen Geburtsstadt Knin fliehen mussten.
Hertha-Boss Fredi Bobic sagt „Jein “zum DFB
Update: Hertha-Boss Fredi Bobic sagt „Jein“ zum DFB. Herthas Sportchef äußerte sich am Mittwoch ausführlich zu den Gerüchten, dass er als Nachfolger von DFB-Direktor Oliver Bierhoff gehandelt wird. „Es interessant, welche Dynamik es angenommen hat. Jetzt werden die Namen durchs Dorf gejagt. Wenn mein Name fällt, nimmt man das zur Kenntnis. Mehr aber auch nicht. Mein Fokus ist momentan ein anderer“, erklärte Bobic.
Herthas Boss sieht den Ball erstmal beim DFB liegen, will erst über Inhalte, dann über Positionen reden: „Der DFB muss sich erstmal klar werden: Was will der DFB eigentlich für den deutschen Fußball? Was wollen wir, wo wollen wir hin? Der, der es letztlich macht, will wissen, worum es eigentlich geht.“ Bobic weiter: „Ich habe einen Job, ich fühle mich hier sauwohl. Es läuft gerade. Aber im Fußball kann man nichts ausschließen. Ich war nicht erpicht, dass mein Name fällt. Einerseits eine Ehre, aber ich bin nicht auf der Suche nach einem Job. Mehr kann ich dazu nicht sagen, auch wenn es jetzt heißt: Da lässt er eine Türe offen.“ Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Royaler Zwiespalt: Für wen jubelt Holland-Königin Máxima?
Am Freitag, 20 Uhr, steigt der Viertelfinal-Kracher zwischen Argentinien und der Niederlande. Stellt sich die Frage: Für wen jubelt Máxima, die Königin der Niederlande, jetzt bei der WM in Katar?
Der Grund: Die Frau von König Willem-Alexander wurde in Argentinien geboren und wuchs dort auch auf. Die wohlhabende Familie lebte in Buenos Aires, ihr Vater gehörte in den 1970er Jahren allerdings der Militärregierung an, die sich schlimmster Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hatte. 1999 lernte Máxima den damaligen Kronprinzen Willem-Alexander auf einer Party in Sevilla kennen, 2002 heirateten sie. An diesem Freitag wird sie wieder vor der Frage stehen: Niederlande oder Argentinien?
Wo laufen die WM-Viertelfinals im Fernsehen?
Das ZDF wird zwei Viertelfinalspiele der Fußball-Weltmeisterschaft übertragen, die ARD ein Duell in der Runde der letzten Acht. Alle Spiele werden ohnehin vom Streamingdienst MagentaTV ausgestrahlt.
Am Freitag (20.00 Uhr) zeigt das Erste das Duell zwischen dem zweimaligen WM-Champion Argentinien und den Niederlanden. Am Samstag ist im Zweiten ab 16.00 Uhr der Vergleich zwischen Außenseiter Marokko und Ex-Europameister Portugal zu sehen. Das ZDF zeigt um 20.00 Uhr am Freitag auch die Partie zwischen Weltmeister Frankreich gegen Vize-Europameister England.
Damit ist das vierte Viertelfinale zwischen Kroatien und Brasilien am Freitag ab 16.00 Uhr nur bei MagentaTV zu sehen.
Belgien-Kapitän Eden Hazard erklärt Rücktritt
Aus und vorbei! Belgiens Kapitän Eden Hazard hat seine Nationalmannschaftskarriere nach dem WM-Vorrundenaus in Katar beendet. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler von Real Madrid verkündete den zuvor bereits erwarteten Rücktritt am Mittwoch via Instagram. „Danke für das ganze Glück seit 2008. Ich habe mich entschieden, meine internationale Karriere zu beenden. Die Nachfolger stehen bereit. Ich werde euch vermissen“, schrieb der Bruder von Borussia Dortmunds Thorgan Hazard.
Dem belgischen Team, das 2018 in Russland noch WM-Dritter geworden war, steht ein großer Umbruch bevor. Trainer Roberto Martínez hatte bereits unmittelbar nach dem letzten Gruppenspiel gegen Kroatien (0:0) sein Ende als Coach der Rode Duivels verkündet. Zudem war das Team in Katar überaltert und zerstritten. Es werden weitere Rücktritte erwartet.
Hazard befindet sich zudem seit Jahren im Leistungstief. Der einstige Weltklassespieler kommt bei Real kaum noch zum Zug und spielte auch bei der WM schwach.
Flick-Frage beim DFB-Krisengipfel
Die Zukunft von Bundestrainer Hansi Flick könnte sich noch heute entscheiden. Erwartet wird, dass sich der 57-Jährige zur Analyse des frühen Scheiterns bei der Fußball-WM mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke trifft. Auf Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff als Fürsprecher muss Flick verzichten, sein Vertrauter muss den Deutschen Fußball-Bund verlassen.
Derweil brodelt die Gerüchteküche, wer den Job von Bierhoff übernehmen könnte. Der vom DFB favorisierte ehemalige Sportdirektor Matthias Sammer steht offenbar nur als Berater zur Verfügung. Laut Kicker und Bild sei damit Hertha-Boss Fredi Bobic der absolute Top-Kandidat beim DFB. Dabei wird vermeldet, Bobic sei trotz seines Jobs als Hertha-Manager nicht abgeneigt, die Aufgabe zu übernehmen und nach Frankfurt zurückzukehren. Was das für Hertha BSC bedeuten würde, ist derzeit offen.
Gut möglich, dass Bobic bereits heute selbst Licht ins Dunkel bringt. Um 11.30 Uhr steigt eine Medienrunde mit Berliner Journalisten. Dass es dabei wie geplant nur um Herthas Hinrunde geht, ist mittlerweile eher unwahrscheinlich. Der KURIER ist vor Ort und wird berichten.
Marokkos König feiert WM-Party mit
Irgendwann feierte sogar der König mit. Mohammed VI. von Marokko zog sich am Dienstagabend ein Trikot seiner Nationalmannschaft über und ließ sich im Auto mit offenen Fensterscheiben durch die feiernden Menschenmassen in der Hauptstadt Rabat fahren.
Dass das nordafrikanische Land zum ersten Mal bei einer Fußball-WM zu den besten acht Teams gehört, hat Menschen auf beinahe allen Kontinenten auf die Straßen getrieben. Nach dem 3:0 im Elfmeterschießen gegen den ehemaligen Weltmeister Spanien gab es Jubel in Düsseldorf und Essen, Ausschreitungen in Rotterdam und Brüssel, Autokorsos in der WM-Stadt Doha.
Transfer-Hickhack: Ronaldo dementiert Saudi-Wechsel
Es läuft einfach nicht bei Cristiano Ronaldo bei dieser WM. Der Superstar hockt im Achtelfinale gegen die Schweiz lange auf der Bank - und Portugals Auswahl dreht beim 6:1-Sieg wie befreit auf. Ronaldo war in der 74. Minute eingewechselt worden, erzielte ein Abseitstor und verschwand nach Schlusspfiff als erster Portugiese wieder vom Rasen.
Vor der WM hatte sich Manchester United von seinem Starstürmer getrennt. Der Grund war ein TV-Interview, in dem der 37-Jährige scharfe Vorwürfe gegen den Verein und die Verantwortlichen erhoben hatte. Angeblich soll Ronaldo ein üppiges Angebot des saudischen Clubs Al-Nassr vorliegen.
Laut Marca sei der Saudi-Wechsel sogar perfekt. Das dementierte Ronaldo nach seinem Kurzeinsatz gegen die Schweiz: „Es ist nicht wahr, das stimmt nicht.“
RB-Profi Gvardiol durchbricht 100-Millionen-Schallmauer
In Leipzig freut man sich schon: RB-Verteidiger Josko Gvardiol (20) ist nicht erst seit der WM eine Entdeckung, aber die Spiele mit Viertelfinalist Kroatien haben ihn nochmal auf ein neues Level gehoben. Das internationale Interesse ist riesengroß. Sein RB-Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2027. Er könnte Leipzigs erster 100-Millionen-plus-Transfer werden. Der FC Chelsea und Real Madrid gelten als heißeste Kandidaten.
Der mit einem Marktwert von schon rund 100 Millionen Euro ins Turnier gestartete und bei der Weltmeisterschaft groß auftrumpfende Dortmunder Bellingham (19), dessen Vertrag bis 2025 läuft, könnte im Falle eines Wechsels eine noch höhere Summe einbringen. Alle Premier-League-Topteams sollen an Englands Mittelfeldchef interessiert sein. Auch Madrid gilt als Kandidat. Bundesliga-Rekordabgang ist bislang der Franzose Ousmane Dembélé (25), der im Sommer 2017 für rund 145 Millionen Euro von Dortmund zum FC Barcelona wechselte.
Nach Spaniens K.o.: Trainer Enrique lässt Zukunft offen
Luis Enrique hat offen gelassen, ob er Spaniens Nationalteam auch Richtung EM 2024 führen wird. „Ich kann es nicht sagen, weil ich es noch nicht weiss“, sagte Spaniens Nationaltrainer, dessen Vertrag zum Monatsende ausläuft und ergänzte: „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt. Nächste Woche sprechen wir über die Zukunft. Ich muss erstmals diese Enttäuschung verarbeiten.“
Auf Instagram veröffentlichte Enrique später, als er im Bus saß, ein Foto, auf dem er enttäuscht in die Kamera schaut. „Es hat nicht sollen sein“, schrieb der 52-Jährige dazu. „Wir bedauern, dass wir euch nicht die Freude bereiten konnten. Der Fussball überrascht einen immer wieder. Vielen Dank für eure Unterstützung in diesen 23 Tagen. Das Leben geht weiter.“
Ex-Hertha-Trainer Magath kritisiert DFB-Nachwuchsarbeit
„Wir entwickeln ja kaum noch Spieler. Wenn jetzt in der Bundesliga junge Spieler auftauchen, dann sind die meistens für 10 bis 20 Millionen aus dem Ausland geholt worden“, sagteFelix Magath in einer am Dienstag veröffentlichten Folge des Podcasts „White Raven“.
Mittlerweile gäbe es bereits für Achtjährige lizenzierte Trainer, die mit Taktiken ankämen und von den Kindern verlangten, dass sie wie Profis spielten. „Das ist aus meiner Sicht völlig haarsträubend, was da in den letzten Jahren passiert ist im deutschen Fußball“, kritisierte der 69-Jährige.
Er selbst habe es ohne einen lizenzierten Trainer an der Seitenlinie geschafft. Oftmals seien dies Eltern von Mitspielern gewesen. „Das waren natürlich nicht die besten Fußballer, und sie hatten keine pädagogische Ausbildung gehabt“, sagte Magath. Dies habe seiner Meinung nach jedoch problemlos funktioniert. „Alle haben das akzeptiert, und jeder wusste, er hat auch selbst etwas dazu beizutragen für diese Entwicklung.“
Nach Marokko-Sieg: Erneute Randale in Brüssel
Nach dem Viertelfinal-Einzug Marokkos bei der Fußball-Weltmeisterschaft sind in der belgischen Hauptstadt Brüssel erneut Feierlichkeiten außer Kontrolle geraten. Einige Feiernde hätten am Dienstagabend Steine geworfen und einen Container angezündet, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Die Polizei setzte demnach unter anderem Tränengas ein und nahm mehrere Menschen fest. Details waren zunächst nicht bekannt.
Hoezo moet je dit doen als je een wedstrijd hebt gewonnen? In Brussel zijn ze helemaal gek geworden. pic.twitter.com/twayYVCl8S
— Symphony 🚜🍌 (@Symph0ny3) December 7, 2022
Marokko hatte sich am Dienstag mit einem 3:0 im Elfmeterschießen gegen Spanien den Einzug ins Viertelfinale der WM gesichert. Bereits Ende November war es nach einem Sieg des Nordafrikaner gegen Belgien zu Ausschreitungen durch Marokko-Anhänger in Brüssel gekommen.
Brasilien atmet auf: Pelé geht es besser
Die brasilianische Fußball-Legende Pelé ist offenbar auf dem Weg der Besserung. Der Gesundheitszustand des 82-Jährigen „verbessert sich zunehmend, insbesondere die Atemwegsinfektion“, teilten seine Ärzte am Dienstag mit. Seine Vitalzeichen seien stabil, er sei bei Bewusstsein, es gebe keine „neuen Komplikationen“.
Pelé befindet sich seit dem vergangenen Dienstag in einem Krankenhaus in São Paulo. Zunächst hieß es, es handele sich um eine Routine-Untersuchung im Zusammenhang mit seiner Darmkrebs-Erkrankung. Dann musste der ehemalige Fußball-Star nach Angaben seiner Familie wegen einer Lungenentzündung infolge einer Corona-Infektion behandelt werden.
+++ Dienstag, 6. Dezember +++
Portugal zerlegt die Schweiz
Gewogen, aber für zu leicht empfunden. Portugal fertigt die Schweiz im Achtelfinale mit 6:1 (2:0) ab, wartet nun auf Spanien-Bezwinger Marokko im Viertelfinale am Sonnabend (16 Uhr).
Goncalo Ramos mit einem Dreierpack (17./51./67.), Pepe (33.), Guerreiro (56.) sowie Rafael Leao (90.+2) ließen den Eidgenossen keine Chance. Der Ehrentreffer gelang Akanji (58.) Superstar Cristiano Ronaldo kam im Verlauf des Spiels erst von der Bank.
Afrika jubelt nach Elfer-Drama! Marokko düpiert Spanien
Ganz Afrika jubelt: Beflügelt von 20.000 fanatischen Anhängern hat Marokko die spanische Passmaschine abgewürgt und durch ein 3:0 in einem Elfmeter-Krimi das Viertelfinale der WM erreicht. Die „Löwen vom Atlas“ setzten ihre märchenhafte Siegesserie in Katar nach zuvor 120 torlosen Minuten gegen den favorisierten Weltmeister von 2010 mit Nervenstärke fort, sie stehen damit als vierte afrikanische Mannschaft nach Kamerun, dem Senegal und zuletzt Ghana unter den letzten Acht. Gegner ist am Samstag Portugal oder die Schweiz.
Zum Helden mit drei gehaltenen Elfmetern für Marokko wurde Torhüter Bono - der in Spanien beim FC Sevilla beschäftigt ist. Er parierte die Schüsse von Pablo Sarabia, Carlos Soler und Sergio Busquets und verwandelte die Arena in ein Tollhaus.
DFB-Beben: Oliver Bierhoff kassiert Millionen-Abfindung
Für die Vertragsauflösung mit Geschäftsführer Oliver Bierhoff muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offenbar tief in die Tasche greifen. Nach ran-Informationen erhält Bierhoff eine Abfindung über mehrere Millionen Euro. Der DFB wollte die Abfindungszahlung auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Zu Vertragsdetails äußere man sich grundsätzlich nicht, hieß es.
Bierhoffs Vertrag lief noch bis 2024. Die Abfindung soll laut ran nah an der Summe liegen, die der Europameister von 1996 bei Vertragserfüllung regulär bekommen hätte. Bierhoff und der DFB hatten ihre Zusammenarbeit am Montag nach 18 Jahren beendet. Bierhoff hatte zuletzt drei Turnier-Enttäuschungen in Folge zu verantworten.
84,9 Prozent der Fans wollten Bierhoff-Aus
Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 bestimmt weiterhin den Diskurs im deutschen Fußball. Am Montagabend kam es zu der Meldung, dass Oliver Bierhoff seinen Posten beim DFB räumen wird. In der FanQ-Umfrage wurden Fans in Deutschland gefragt, ob Bierhoff seinen Posten aufgeben sollte. 84,9 % der Befragten stimmten hier mit „ja“.
Auf der Trainerposition sind die Meinungen differenzierter. 45,6 % wünschen sich ein Aus von Hansi Flick, 40,5 % stimmten für seinen Verbleib. 13,9 % der Befragten haben hier keine klare Meinung. Die Aufstellungen, die das Trainerteam bei der WM gewählt hat, fanden 63,5 % der Umfrageteilnehmer „schlecht“ bis „sehr schlecht“.
Auch die generelle Leistung der DFB-Elf in Katar stößt auf wenig Gegenliebe bei den Fans. 77,7 % der Befragten finden das Ausscheiden der Nationalmannschaft verdient, die sportliche Leistung vor Ort wurde von 61 % der Fans als „schlecht“ bis „sehr schlecht“ bewertet. Die beste Spielerleistung lieferte aus Fansicht Jamal Musiala (41,1 % der Stimmen). Die schwächste Leistung lieferte aus Perspektive der Befragten der Ex-Union und heutige BVB-Profi Nico Schlotterbeck (31,2 % der Stimmen).
Verrückt: Katar baut erste WM-Stadien ab
Bei den ersten WM-Arenen in Katar haben die Abbauarbeiten begonnen. Drei der acht Stadien sind nach dem Achtelfinale nicht mehr Austragungsstätte von Spielen. Am Dienstagmorgen wurden rund um das Stadion 974 sämtliche Planen und Gitter zur U-Bahn-Linie abgebaut, zahlreiche Bauarbeiter räumten und werkelten auf dem Vorplatz der Arena. Rund zwölf Stunden vorher hatte hier noch Brasilien mit 4:1 gegen Südkorea gewonnen. Nach Spielschluss kam es im Stadion 974 zum Eklat, Kameruns Fußball-Held Samuel Eto, der bei der WM in Katar Fifa-Botschafter ist, trat einen Youtuber mit dem Knie ins Gesicht.
Der Rückbau des eigentlichen Stadions solle aber erst nach dem Finale der WM beginnen, sagten zwei der Arbeiter. Das Stadion wurde - wegen der Telefonvorwahl Katars 00974 - aus 974 Schiffscontainern gebaut. Es soll so als Beispiel dienen, da es weniger Baumaterial benötigte und so schnell und angeblich kostensparender erbaut werden konnte. Zudem kann es komplett zurückgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Im Vorjahr fanden sechs Spiele des Arab Cups im Stadion 974 statt, bei der WM war die architektonisch ungewöhnliche Arena Austragungsort von sieben Spielen. Auf dem Areal direkt neben Hafen und Strand sollen Freizeit- und Grünanlagen entstehen.
Matthias Sammer kann sich DFB-Rückkehr vorstellen
Der frühere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer wäre einem Bericht der ARD-Sportschau zufolge zur Rückkehr zum Deutschen Fußball-Bund bereit. Demnach soll der 55-Jährige, der aktuell als Berater bei Borussia Dortmund sowie als TV-Experte arbeitet, Favorit bei der Suche nach einem Nachfolger für Oliver Bierhoff sein. Der DFB hatte am Montagabend die Vertragsauflösung von Bierhoff bekannt gegeben. Der 54-Jährige war „Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie“.
Sammer fungierte von 2006 bis 2012 als DFB-Sportdirektor, im Anschluss war er zum FC Bayern gewechselt. Vor dem Bierhoff-Rücktritt hatte Sammer bei MagentaTV gesagt: „Ich bin glücklich in meinem Leben. Aber ich wäre glücklicher, wenn der Fußball in ein bisschen bessere Bahnen gelenkt wird. Helfen für den Fußball, für die Sache, das ist mein Leben. Aber gewisse Positionen brauche ich nicht mehr.“ Eng eingebunden in die Nachfolge beim DFB ist DFB-Vizepräsident und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Nach Raubüberfall: England-Star Sterling bleibt WM vorerst fern
Die Familie von England-Star Raheem Sterling (27) wurde ausgeraubt – wenige Stunden vor dem WM-Achtelfinale der Briten gegen Senegal (3:0). Die Einbrecher erbeuteten Uhren und Schmuck im Wert von über 350.000 Euro und sollen bewaffnet gewesen sein. Berichte, wonach Sterlings Verlobte und seine drei Kinder während des Überfalls zu Hause gewesen sein, sind bislang nicht bestätigt.
Dafür, dass sein Familie den Überfall miterlebt hat, spricht allerdings, dass Sterling, der daraufhin sofort zurück nach London flog, jetzt erklärt: „Ich werde nicht zur WM zurückkehren, solange meine Familie nicht sicher ist.“ Sterling hat also offenbar weiter Angst um seine Familie. England trifft im WM-Viertelfinale am Samstagabend auf Titelverteidiger Frankreich.
Der Chelsea-Star ist nicht der erste prominente Sportler, der ausgeraubt wurde. Besonders in England und Spanien nehmen kriminelle Banden immer wieder reiche Stars ins Visier, die nachweislich während der geplanten Tat nicht zu Hause sein können.
„Es rollen Köpfe in Deutschland": So sieht die Welt das Bierhoff-Beben
Vier Tage nach dem Vorrundenaus der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar hat Oliver Bierhoff die Konsequenzen gezogen und verlässt den Deutschen Fußball-Bund. So sieht die Welt das Bierhoff-Beben.
Spanien: „AS“: „Es rollen Köpfe in Deutschland. Manager Oliver Bierhoff hat nur vier Tage nach dem WM-Aus in der Vorrunde seinen Rücktritt erklärt. Es hat nicht lange gedauert, bis das WM-Debakel Konsequenzen für die Führungsriege hat.“
Großbritannien: „The Sun“: „Deutschlands Legende Oliver Bierhoff ist das erste Opfer nach dem peinlichen WM-Aus seiner Nation. Die DFB-Elf erlebte eine schockierende Weltmeisterschaft. Weitere Veränderungen stehen an.“
Frankreich: „L'Équipe“: „Nachdem Deutschland das zweite Mal in Folge in der Gruppenphase einer WM ausgeschieden ist, beginnt nun die Revolution. Der Generaldirektor des Verbandes, Oliver Bierhoff, tritt von seinem Posten zurück.“
Italien: „Gazzetta dello Sport“: „Chaos in Deutschland, Bierhoff tritt zurück. Oliver Bierhoff verlässt die deutsche Nationalmannschaft und gibt alle seine Posten beim Verband auf. Es ist die Konsequenz aus dem Ausscheiden Deutschlands bei der WM, das zweite Mal in Folge in der Gruppenphase.“
Brutales Video: Kamerun-Star Eto’o tritt Youtuber ins Gesicht
Schockierende wie verstörende Aufnahmen erreichen uns am Dienstagmorgen! Kameruns ehemaliger Stürmer-Star und aktuelle Präsident des kamerunischen Fußballverbands Samuel Eto'o (41) rastete bei der WM in Katar komplett aus, beschimpfte und attackierte einen Mann nach dem Achtelfinal-Sieg Brasiliens gegen Südkorea (4:1). Trauriger Höhepunkt: Eto'o rammte dem am Boden knieenden Mann mit voller Wucht das Knie ins Gesicht! Das Video und die ganze Geschichte finden Sie hier.
Hertha-Boss Bobic Kandidat für Bierhoff-Nachfolger beim DFB
Das wäre ein echter Hertha-Hammer! Fredi Bobic wird vom Kicker als Nachfolger des zurückgetretenen DFB-Direktors Oliver Bierhoff gehandelt. Bierhoff hatte am Dienstagabend seinen Rücktritt erklärt, nachdem der Druck auf seine Person nach den sportlichen Misserfolgen der letzten drei Turniere zu groß wurde. Bobic (37 Länderspiele für Deutschland) wurde 1996 zusammen mit Bierhoff Europameister.
Bobic hatte nach dem WM-Aus und nur Stunden vor dem Bierhoff-Beben unisono mit Oliver Ruhnert, dem Manager des 1. FC Union, mit Blick auf die Heim-EM 2024 gefordert: „Wir brauchen einen harten, klaren und offenen Austausch.“
Bierhoff-Beben beim DFB: Was wird aus Hansi Flick?
Der deutsche Fußball ringt mit der Krise nach dem WM-Aus. Im DFB und in der DFL wird über die Zukunft beraten. Nach dem Bierhoff-Beben und dem Rücktritt des Managers der Nationalmannschaft, fragt sich Fußball-Deutschland: Wirft auch Bundestrainer Hansi Flick hin?
Flick (57) wird in dieser Woche wohl zu DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke beordert. „Sehr, sehr schnell“ werde er das WM-Scheitern aufarbeiten, hatte Flick angekündigt, er sei „immer einer, der sehr kritisch ist“.
Die Forderungen nach einer Ablösung des früheren Bayern-Titelsammlers halten sich in Grenzen. Die Heim-EM in eineinhalb Jahren vor Augen scheint Flick der Neustart trotz des Katar-Rucksacks zugetraut zu werden – wenn er denn nicht auch hinwirft.
Denn das Bierhoff-Beben trifft Flick hart: „Meinem Trainerteam und mir fällt im Moment die Vorstellung schwer, wie die durch Olivers Ausscheiden entstehende Lücke fachlich und menschlich geschlossen werden kann. Unsere Zusammenarbeit war immer von Loyalität, Teamgeist, Vertrauen und Zuverlässigkeit geprägt. Zusammenhalt war die DNA unseres Teams. Für mich persönlich war Oliver innerhalb des Teams mein erster Ansprechpartner und Freund.“
Amazon plant weiter DFB-Doku
Das könnte spannend und kurz werden! Trotz des frühen Ausscheidens bei der Fußball-Weltmeisterschaft will Amazon an den Plänen für die Doku über die DFB-Auswahl festhalten. „Wie angekündigt, zeigt Prime Video 2023 eine ‚All or Nothing‘-Dokumentation über den Weg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Herren auf dem Weg zur WM in Katar und die Vorkommnisse vor Ort“, sagte ein Amazon-Sprecher der dpa.
Der sechsteilige Film bietet nun nach dem Aus in der Vorrunde die ‚Nothing‘-Variante und wird von der UFA produziert. Die Serie soll im Frühjahr 2023 ausgestrahlt werden, einen genauen Zeitpunkt für die Veröffentlichung gibt es noch nicht. Bei der Amazon-Reihe „All or Nothing“ für den kostenpflichtigen Prime-Video-Dienst gab es bereits Dokus über Teams wie Borussia Dortmund, Bayern München und Manchester City.
Stolpern Portugal und Spanien über die Schweiz und Marokko?
Die Favoriten behaupteten sich in den Achtelfinals bislang. Setzt sich der Trend in den letzten beiden Duellen fort? Wie gut sind die Spanier wirklich?
Über diese Frage wird das Achtelfinale gegen Marokko (16.00 Uhr/ARD und MagentaTV)Aufschluss geben. Der Trend ist negativ. Dem fulminanten 7:0 gegen Costa Rica folgte ein 1:1 gegen Deutschland und zum Vorrunden-Abschluss ein 1:2 gegen Japan. Trainer Luis Enrique könnte daher wieder zu jener Formation zurückkehren, die gegen Costa Rica überzeugte. Ferran Torres, Marco Asensio und Dani Olmo würden dann wieder gemeinsam stürmen.
Doch so leicht wie gegen Costa Rica dürfte es dieses Mal nicht werden. Die Marokkaner ließen in der Vorrunde schließlich bereits die Topteams Kroatien und Belgien hinter sich. Die Stars des Underdogs sind allesamt in Europa beschäftigt. Viele Experten sehen Marokko deswegen nicht chancenlos. Das Team will zudem die Ehre Afrikas retten und als einziges Team des Kontinents ins Viertelfinale einziehen.
Achtelfinale: Portugal - Schweiz (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV)
Es ist bislang noch nicht die EM von Cristiano Ronaldo. Der Superstar hat sich mit seinem Treffer im Auftaktspiel zwar in die WM-Geschichtsbücher geschossen, doch richtig rund läuft es beim portugiesischen Superstar nicht. Zuletzt gab es Kritik von Trainer Fernando Santos, der Ronaldos Verhalten bei der Auswechslung im Gruppenspiel gegen Südkorea monierte. Doch spielen wird Ronaldo auf jeden Fall. Und mit einem weiteren WM-Treffer könnte der angeblich vor einem Wechsel nach Saudi-Arabien stehende Stürmer mit Portugals Legende Eusébio gleichziehen.
Das wollen die Schweizer verhindern und können dabei sehr wahrscheinlich wieder auf die Dienste von Torwart Yann Sommer bauen. Der Gladbacher hat seine Erkältung ebenso auskuriert wie sein Teamkollege Nico Elvedi. Nach dem Sieg im brisanten Duell mit Serbien gehen die Eidgenossen mit ganz viel Selbstvertrauen in die Partie. Granit Xhaka und Co. wollen erstmals seit der Heim-WM 1954 wieder ins Viertelfinale. „Es ist ein Spiel, da ist alles offen“, sagt der Schweizer Schlüsselspieler Xherdan Shaqiri.
+++ Montag, 5. Dezember +++
DFB-Beben: Oliver Bierhoff tritt ab
Die ersten Köpfe rollen! Oliver Bierhoff verlässt den Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Konsequenz aus dem WM-Debakel nach 18 Jahren. Die Vertragsauflösung gab der DFB am Montagabend bekannt. Bierhoff war beim Verband zuletzt „Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie“, über die Nachfolgeregelung sollen laut der Mitteilung die DFB-Gremien beraten. Bierhoffs Vertrag lief bis 2024.
„Oliver Bierhoff hat sich große Verdienste um den DFB erworben. Auch wenn die letzten Turniere hinter den sportlichen Zielen zurückblieben, steht er für große Momente. Sein Wirken wird für immer mit dem WM-Erfolg in Brasilien verbunden bleiben“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der Bierhoff „im Namen der DFB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter für alles, was er für uns und den Fußball in Deutschland geleistet hat“, dankte.
Bierhoff und Hansi Flick hätten diese Woche bei Neuendorf zum Rapport antreten müssen. Nun kommt der Erfinder des unsäglichen Slogans „Die Mannschaft“ seiner Ablösung zuvor. Lesen Sie mehr dazu hier.
Brasilien steuert der Hexa entgegen
Sie zauberten, sie tanzten – und dann widmeten sie ihren Sieg Pele. Der Weltstar Neymar und der Rest von Brasiliens famosem „Zirkus“ versammelten sich nach ihrem Viertelfinal-Einzug in Doha hinter einem großen Transparent, das „O Rei“ zeigte: den schwerkranken König des brasilianischen Fußballs, das Sport-Denkmal der Nation. Ein unbeschwerter WM-Party-Abend bekam eine traurige, emotionale Note.
Der 45 Minuten lang sagenhaft starke Rekord-Weltmeister hatte im Achtelfinale Südkorea voller Spielwitz mit 4:1 (4:0) ausgeschaltet, drei Siege fehlen noch bis zum „Hexa“ - dem ersehnten sechsten WM-Stern. Auch gegen Kroatien am Freitag wird die Selecao, die zeitweise entfesselt spielte wie seit Jahren nicht mehr, klarer Favorit sein.
Kroatien schlägt Japan erst im Elfmeterschießen
Elfmeter-Held Dominik Livakovic stöhnte selbst über den Minimalismus seiner kroatischen Standfußballer. Weil der Vize-Weltmeister von 2018 um Superstar Luka Modric im WM-Achtelfinale gegen den unglücklichen Deutschland-Schreck Japan weitestgehend Angriffsfußball verweigerte, war diesmal Torhüter Livakovic gefordert. „Es ist wichtig zu siegen. Besser ist es, das vorher zu lösen. Das Elfmeterschießen ist immer riskant“, sagte der 27 Jahre alte Keeper von Dinamo Zagreb nach seinen drei gehaltenen Schüssen vom Punkt beim 3:1 im Elfmeterschießen in Al-Wakra.
Diesmal stahl Livakovic, der bei der WM vor vier Jahren noch Ersatzkeeper gewesen war, dem enttäuschenden Modric die Show. „Alle unsere Probleme hat Livakovic gelöst“, sagte Kroaties Nationalcoach Zlatko Dalic. „Wir hatten einen fantastischen Torwart. Er war großartig, er hat die Elfmeter auf beeindruckende Art und Weise gehalten.“ Modric hingegen war nach 98 Minuten in der Verlängerung ausgewechselt worden und konnte selbst keinen Elfmeter mehr schießen.
Ronaldo vor Wechsel zu Saudi-Klub
Rolle rückwärts von Cristiano Ronaldo. Der Superstar wechselt einem Medienbericht zufolge nun doch zu Al-Nassr FC aus Saudi-Arabien. Der Kapitän von Portugals Nationalelf werde ab Januar für zweieinhalb Jahre für den Verein spielen, berichtete die spanische Marca am Montag.
Der fünfmalige Weltfußballer ist seit seiner Trennung von Manchester United kurz nach WM-Beginn vereinslos und kann daher ablösefrei wechseln. Das Blatt hatte bereits vergangene Woche berichtet, Ronaldo liege ein millionenschweres Angebot des Clubs vor. Der englische TV-Sender Sky berichtete jedoch, der Transfer sei noch nicht fix.
Laut Marca soll das Gesamtvolumen des Deals einschließlich Werbeeinnahmen bei etwa 200 Millionen Euro pro Saison liegen. Englische Medien hatten zuletzt berichtet, Ronaldo habe sich noch nicht entschieden, ob er das Angebot annehmen wolle. Der 37-Jährige will demnach gerne weiter auf Top-Niveau in der Champions League spielen. Allerdings dürften in Europa nur wenige Clubs infrage kommen. Immer wieder war über ein Interesse des FC Chelsea, von Sporting Lissabon und Paris Saint-Germain spekuliert worden. Sky berichtete nun, Al-Nassr sei der wahrscheinlichste neue Club, der Deal aber noch nicht perfekt.
Fifa ermittelt nach Siebert-Attacken gegen Uruguay
Nun also doch! Uruguays Fußball-Rüpel müssen nach ihren Attacken gegen den Berliner WM-Schiedsrichter Daniel Siebert eine heftige Strafe der FIFA befürchten. Die Disziplinarkommission des Weltverbands hat Ermittlungen gegen den Verband des zweimaligen Weltmeisters aufgenommen.
Dabei geht es um Verstöße gegen das Fairplay, beleidigendes Verhalten, Fehlverhalten von Spielern und Offiziellen sowie Diskriminierung.Die Profis Jose Maria Gimenez, Edison Cavani, Fernando Muslera and Diego Godin müssen sich zudem persönlich verantworten.
Siebert war nach dem WM-Aus Uruguays heftig von den Südamerikanern angegangen worden. Uruguay hatte trotz des 2:0 (2:0) im Gruppenfinale gegen Ghana das Achtelfinale verpasst. Der Mannschaft von Kapitän Luis Suarez fehlte ein Tor. Dafür machten die Uruguayer Siebert verantwortlich, weil er ihnen einen Strafstoß verwehrt hatte. Für Siebert ist die WM dagegen wohl gelaufen. Damit bleibt DDR-Schiedsrichter Rudi Glöckner (†70) bleibt weiter der einzige Deutsche, der jemals ein WM-Finale pfiff.
Cacau wünscht sich Sammer als DFB-Sportdirektor
Kehrt Matthias Sammer zum DFB zurück und das WM-Debakel zusammen? Zumindest plädiert dafür Ex-Nationalstürmer Cacau (41). Sammer war bereits von 2006 bis 2012 DFB-Sportdirektor. Cacau: Er hat dieses Feuer. Ich glaube, genau so was braucht der DFB. Er ist jemand, der diesen Siegeswillen, diese Motivation hat und auch einfordert – ich glaube, das ist genau das, was der DFB in den entscheidenden Positionen braucht. Und ich hoffe, dass sie zu dieser Entscheidung kommen.“
Sammer selbst wünschte sich jüngst auch einen DFB-Sportdirektor. Er selbst komme dafür aber nicht mehr in Frage. Derzeit arbeitet Sammer als externer Berater von Borussia Dortmund.
Sexy Kroatien-Fan Knöll provoziert Katar-Knall
Ab 16 Uhr rollt der Ball in Katar wieder. Japan trifft im Achtelfinale auf Kroatien. Dabei werden nicht alle Augen nur auf die Spieler auf dem Rasen gerichtet sein. Kroatien-Fan und Model Ivana Knöll (30) hat bereits angekündigt, sich erneut sehr sexy zu zeigen.
Bereits bei den Gruppenspielern Kroatiens zeigte sich die ehemalige Miss Kroatien in knappen Outfits in Landesfarben und verdrehte man einem Katarer auf der Tribüne den Kopf. Knöll provoziert damit den großen Knall, schließlich hatte die Tourismusbehörde von Katar Gäste im Vorfeld der WM gewarnt, „die lokale Kultur respektieren und in der Öffentlichkeit auf allzu freizügige Kleidung verzichten.“
Das Model juckt das nicht. Knöll: „Ich habe keine Angst davor, verhaftet zu werden für etwas, das ich nunmal bin. Und ich glaube nicht, dass ich irgendjemand damit weh tue, wenn ich einen Bikini trage.“
Dabei zieht Knöll nicht nur in den Stadien und bei Kroatiens WM-Spielen die Blicke auf sich. Auch am Strand von Doha sei sie von vielen angesprochen worden: „Mir wurde hier bestätigt, dass ich tragen kann, was immer ich will. Aber ich hätte nicht gedacht, dass mein Video, wie ich in einem Bikini am Strand entlanglaufe, für eine solche Aufregung sorgen würde. Das ganze Land spricht darüber.“
Fifa ermittelt gegen Serbien: Xhaka kommt mit „Eiergriff“ davon
Glück für Granit Xhaka! Der Kapitän der Schweiz kommt offenbar nach seinem „Eiergriff“gegen Serbien ohne Strafe davon. Wie die Fifa am Montagmittag bekannt gibt, ermittelt sie nur gegen den serbischen Fußballverband. Der Grund: Während des WM-Spiels zwischen Serbien und der Schweiz kam es zu „potenziellen Verstößen“ gegen drei Artikel des Disziplinar-Kodexes der Fifa gekommen sein könnte.
Dabei handelt es sich um die Artikel 12, 13 und 16. Im 12. geht es um das Fehlverhalten von Spielern und Offiziellen, bei Artikel 13 um Diskriminierung und im 16. Punkt um die Sicherheit bei Spielen. Xhaka (30), der sich während des Spiels und mit Blick in Richtung Serbiens Bank in die Mitte seiner Hose gefasst hatte und damit die Serben provozierte, wird damit nicht bestraft.
DFB: Fast 100.000 Fans fordern Fifa-Austritt
Die WM in Katar bewegt den Fußball-Fans. Allerdings bekanntlich nicht in der Form, wie ein sportliches Mega-Event eigentlich tun sollte. Entsprechend stößt der Appell der Nachhaltigkeits-Initiative „Sports for Future“ zum geforderten Austritt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aus dem Weltverband FIFA stößt auf große Resonanz. Die am 24. November gestartete Petition steht am Montag kurz vor der 95.000 Unterschrift.
In dem Aufruf appelliert die Initiative „an den DFB und andere Verbände, eine Zusammenarbeit mit der FIFA unter diesen Voraussetzungen zu beenden und stattdessen an einer Reform des Weltverbandes mitzuwirken“. Zudem sollten „alle Unternehmen, die das System FIFA direkt oder indirekt unterstützen“, ihr Engagement beenden.
„Sport for Future“ wirft dem Weltverband vor, bei der WM „ein System auf die Spitze“ zu treiben, „in dem Korruption nachgewiesen ist, das menschenverachtendes und menschenrechtswidriges Verhalten zulässt, das Umwelt- und Klimaschutz missachtet und dessen rücksichtslose Protagonisten auch vor Erpressungen im laufenden Turnier nicht zurückschrecken“.
Polen zittert vor Lewandowski-Rücktritt
Robert Lewandowski setzte ein gequältes Lächeln auf, verschwand enttäuscht in den Urlaub – und vielleicht für immer von der großen WM-Bühne? Die Fragen nach der Zukunft im Nationalteam bügelte Polens Kapitän zwar erst einmal ab, doch die Worte des zweimaligen Weltfußballers klangen bereits nach Abschied.
Es sei schwer, das jetzt zu sagen, antwortete der 34-Jährige nach dem Achtelfinal-Aus gegen Frankreich (1:3) auf die Frage, ob er die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko anpeile. „Von der körperlichen und sportlichen Seite habe ich da keine Angst, aber es gibt verschiedene Dinge, die dazu führen könnten, dass das dies hier die letzte war.“
Welche genau, erklärte er nicht. Laut polnischen Medien soll das Verhältnis zu Trainer Czeslaw Michniewicz angespannt sein. Der frühere Bayern-Star habe dessen Spiel satt, schrieb die Sporttageszeitung Przeglad Sportowy, die Mannschaft müsse anfangen, mutiger zu spielen - oder sie spiele ohne ihn (Sport). Nur um das Team nicht zu spalten, habe sich Lewandowski auf die Zunge gebissen.
Erstmals seit 36 Jahren hatte Polen das Achtelfinale erreicht, Lewandowski besiegte gar seinen WM-Fluch und erzielte in Katar seine ersten Tore. Doch wirklich glücklich wirkte der Angreifer des FC Barcelona in den Katakomben des Al-Thumama-Stadions nicht.
Torschützenliste: Mbappé hängt Messi ab
Portugal will Ronaldo nur als Joker
Das kommt durchaus überraschend! Cristiano Ronaldo, eigentlich Portugals Volksheld, hat offenbar massiv bei den Fans an Ansehen verloren. Ein Grund: Die Leistungen des mittlerweile 37 Jahre alten Stürmers bei der WM in Katar lassen bisher zu wünschen übrig. Nur ein Tor erzielte Ronaldo – vom Elfmeterpunkt.
Hinzu kommt: Neben dem Rasen sorgt Ronaldo dafür für viele Schlagzeilen – und das scheint die portugiesischen Fußballfans immer mehr zu nerven. In einer Umfrage der meistgelesenen portugiesischen Sportzeitung A Bola sprechen sich satte 70 Prozent der Leser gegen einen Startelf-Einsatz im Achtelfinal gegen die Schweiz (Dienstag, 20 Uhr) aus.
Brasilien atmet auf: Neymar wieder fit
Von wegen WM-Aus! Brasiliens Stürmer-Star Neymar (30) ist wieder fit. Das bestätigt Brasiliens Coach Tite (61) auf der Pressekonferenz vor dem WM-Achtelfinal gegen Südkorea (Montag, 20.00 Uhr). Der PSG-Profi selbst wandte sich zuletzt via Instagram an seine Fans und nahm damit sämtlichen Spekulationen den Wind aus den Segeln, wonach er womöglich für den Rest der WM ausfallen würde. Fotos, die ihn im Training zeigen, kommentierte er mit den Worten: „Ich fühle mich gut.“
Neymar verletzte sich beim Startsieg gegen Serbien (2:0) am rechten Knöchel. Die Partien gegen die Schweiz (1:0) und Kamerun (0:1) verpasste er deswegen.
Sterling-Familie überfallen – England-Star reist ab
Schock für Raheem Sterling! Die Familie des Stürmers wurde während der WM in Katar zu Hause überfallen und ausgeraubt. Laut englischen Medien waren die Verlobte und zwei der drei Kinder des Chelsea-Stars während des Überfalls zu Hause. Die bewaffneten Räuber sollen Luxus-Uhren im Wert von umgerechnet 350.000 Euro erbeutet haben. Sterling reiste sofort ab, fehlte beim 3:0 Sieg der Engländer gegen Senegal.
Ob Sterling nochmals zur WM in den Wüstenstaat zurückkehrt, bleibt offen. Kapitän Harry Kane sagte nach dem Viertelfinaleinzug: „Ich bin sicher, Raheem wird mit dem Trainer sprechen und die beste Entscheidung für ihn und seine Familie treffen. Das ist das Wichtigste. Wir senden ihm unsere besten Wünsche und hoffen, ihn so bald wie möglich zu sehen.“ Coach Gareth Southgate bedauerte den Vorfall, sagte über eine mögliche Sterling-Rückkehr: „Das Individuum ist in so einer Situation aber wichtiger als die Gruppe.“
Das nächste Spiel bestreitet England am Samstag (20 Uhr) gegen Weltmeister Frankreich. Dann geht's um das WM-Halbfinale.
Messi wundert sich über Deutschland
Nach dem Einzug der Gauchos ins WM-Viertelfinale nennt 1000-Spiele-Mann Lionel Messi seine Favoriten auf den Titel bei der Endrunde in Katar. Und zeigt sich verwundert über das erneute Aus der deutschen Elf. Messi: „Das hat mich überrascht, weil sie viele wichtige Spieler haben, eine junge Mannschaft, und weil Deutschland immer unter den Besten ist.“
Der 35 Jahre alte Tempodribbler, der am Samstag beim 2:1 im Achtelfinale gegen Australien die magische Barriere von Einsätzen in Klub und Nationalelf durchbrach, rätselt über die DFB-Elf: „Wieder einmal in der ersten Runde raus. Das ist WM. Namen zählen nicht mehr.“
Für den Star von Paris St. Germain sei auch Argentinien als Favorit angereist, aber das „müsse man auf dem Platz unter Beweis stellen“. Brasilien bliebe für ihn auch trotz der Niederlage gegen Kamerun „einer der großen Favoriten“. Spanien, „trotz der Art und Weise, wie sie weitergekommen sind“, habe eine klare Idee, wenn sie in Ballbesitz sind.
Und seine Erwartungen an das Viertelfinale gegen die Niederländer am kommenden Freitag? „Das wird eine umkämpfte Partie, wie alle bei dieser WM. Es ist eine großartige Mannschaft, mit großartigen Spielern und einem brillanten Trainer. Es wird hart“, gab Argentiniens Kapitän zu.
Mexiko-Coach bei Rückkehr bepöbelt
Ein paar enttäuschte mexikanische Fans haben dem argentinischen Trainer ihrer Nationalmannschaft, Gerardo Martino, einen eher unangenehmen Empfang bei der Ankunft in Mexiko-Stadt bereitet. Wie argentinische Zeitungen übereinstimmend berichteten, wurde der 60-Jährige von den Anhängern auch beschimpft. Hier und da sind Rufe aus der kleinen Gruppe in einem Video zu hören, das auch die Zeitung „La Nacion“ online veröffentlichte. Bedrängt von Kamera-Teams und Fans versuchte Martino, aus dem Flughafengebäude zu gelangen, blieb dabei aber recht ruhig.
Er hatte die mexikanische Nationalmannschaft Anfang 2019 übernommen, bei der WM in Katar schied das Team in der Gruppenphase unter anderem nach einem 0:2 gegen Martinos Heimatland Argentinien aus. Sein Vertrag endete damit auch.
„Er weiß, dass das negative Umfeld und der Misserfolg es für ihn unmöglich machen, weiterzumachen“, hatte Verbandspräsident Yon de Luisa im WM-Quartier in Al-Chaur bei Doha gesagt. „Wir schätzen ihn als fähigen Trainer“, sagte Sportdirektor Jaime Ordiales. „Aber im Fußball zählen die Ergebnisse.“
+++ Sonntag, 4. Dezember +++
DFL-Chefin Hopfen vor dem Aus
Beim DFB gibt es eine Krisensitzung wegen des WM-Debakels, aber auch bei der DFL (Verband der Profiklubs) kracht es gewaltig. Der „Kicker“ meldet, dass die DFL-Chefin Donata Hopfen (46), die erst seit Januar 2022 im Amt ist, in dieser Woche schon wieder weg sein könnte. Bei einer Krisensitzung soll über die Auflösung des Vertrages (läuft noch bis 2024) beraten werden. Der DFL-Aufsichtsrat und auch die Bundesliga-Klubs sind schlichtweg mit der Arbeit der Bossin unzufrieden. Auch haben mehrere Mitarbeiter in der Fußballzentrale in Frankfurt in den letzten Monaten gekündigt. Hopfen trat im Januar die Nachfolge des erfolgreichen und beliebten Christian Seifert an.
3:0! Kane trifft, England trotz Sterling-Schock im Viertelfinale
England musste vor dem Anpfiff des Achtelfinals gegen Senegal einen Schock verdauen. Flügelflitzer Raheem Sterling musste wegen einer „familiären Angelegenheit“ abreisen, hieß es vom Verband. Doch die Three Lions ließen sich danach nicht davon beeindrucken. Mit 3:0 (2:0) siegten die Briten völlig souverän gegen die Afrikaner. Besondere Freude für England: Kapitän Harry Kane machte mit dem 2:0 (45.+3) sein erstes WM-Tor. Außerdem trafen Jordan Henderson (38.) und Bukayo Saka (56.).
Lewandowski raus, Mbappe lässt Frankreich jubeln
Endstation für Ex-Bayern-Stürmer Robert Lewandowski bei der WM. Er verlor mit Polen das Achtelfinale gegen Titelverteidiger Frankreich mit 1:3 (0:1). Das war eine ziemlich klare Angelegenheit. Die Franzosen spielten abgezockt die Partie herunter. Superstar Kylian Mbappe bereitete kurz vor der Pause den ersten Treffer mit einem Pass zu Torschütze Oivier Giroud (44.) vor, danach traf Mbappe nach einem Konter selbst zum 2:0 (74.) und machte dann in der 90. Minute noch das 3:0. Für Lewandowski blieb nur ein Trost-Tor in der Nachspielzeit per Elfmeter (90.+6), der auch noch wiederholt werden musste. Frankreich spielt jetzt im Viertelfinale gegen England oder Senegal.
Goldketten-Panne bei Frankreichs Kounde
Das passiert nicht nur in der Kreisklasse, sondern auch bei der WM. Beim Achtelfinal-Spiel zwischen Frankreich und Polen lief der Franzose Jules Kounde mit einer glitzernden Gold-Halskette auf. Das ist laut Fußballregeln verboten. Der Spieler hatte sie schlicht vergessen abzulegen. Kann passieren. Doch rätselhaft ist, warum es dem Schirigespann aus Venezuela nicht auffiel. Eine Kontrolle wird normalerweise vor dem Anpfiff gemacht. So spielte Kounde bis zur 42. Minute mit dem Halsschmuck, dann bemerkte es der Linienrichter, als der Verteidiger einen Einwurf machen wollte. Kounde nahm die Kette ab - ohne weitere Diskussion. Die hätte ihm nämlich eine Gelbe Karte eingebracht.
Wie geht es weiter mit Hansi Flick und Oliver Bierhoff?
Das erste Krisen-Gespräch zwischen der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der sportlichen Führung der Nationalmannschaft soll nach Medienberichten am Mittwoch stattfinden. Demnach treffen sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf, sein Vize Hans-Joachim Watzke, Bundestrainer Hansi Flick und Geschäftsführer Oliver Bierhoff am Vormittag in Frankfurt/Main. Der DFB bestätigte diesen Termin auf Anfrage am Sonntagnachmittag allerdings nicht.
Nach dem erneuten Vorrunden-Aus bei der WM in Katar hatte Neuendorf eine Jobgarantie für Flick und Bierhoff verweigert und eine eingehende Analyse eingefordert. Der Verbandschef kündigte am vergangenen Freitag eine erste Zusammenkunft für die „kommende Woche“ an.
„Meine Erwartung an die sportliche Leitung ist, dass sie zu diesem Treffen eine erste Analyse vornimmt, eine sportliche Analyse dieses Turniers. Dass sie aber auch Perspektiven entwickelt für die Zeit nach dem Turnier mit dem Blick auf die Europameisterschaft im eigenen Land“, hatte Neuendorf noch in Doha vor dem Rückflug nach Deutschland erklärt.
Niederlande feiert Viertelfinal-Einzug wie WM-Titel
Die Holländer feierten ihren 3:1-Sieg im WM-Achtelfinale gegen die USA wie einen WM-Titel. Selbst Bondscoach Louis van Gaal mutierte mal wieder zum Feierbiest.
Nur zwei DFB-Stars wollten One-Love-Protest
Auweia. Gemeinsam und geschlossen präsentierte sich die Nationalmannschaft beim ersten WM-Spiel gegen Japan, setzte mit dem Mund-zu-Mannschaftsfoto ein Zeichen gegen die Fifa, nachdem der Verband die One-Love-Binde in Katar verboten hatte.
Jetzt kommt heraus: Offenbar hatte ein Großteil des Teams aber überhaupt kein Bock auf die Geste! Das berichtet die ARD. Demnach haben sich nur Kapitän Manuel Neuer (36) und Leon Goretzka (27) für die Aktion ausgesprochen. Der Rest hätte wie die anderen Nationen nichts unternehmen wollen.
Für ARD-Experte Thomas Hitzlsperger (40) spielten der Protest und die ständige Debatte um politische Themen eine nicht unerhebliche Rolle am Ausscheiden. Der Ex-Nationalspieler: „Ich bin der Meinung, die Spieler haben sich am Ende zu sehr damit beschäftigen müssen und es war nicht förderlich. Aber man muss auch sagen, kein Spieler hat es bisher als Alibi genutzt und das fand ich sehr, sehr gut.“
Uruguays Rüpel zerstören Daniel Sieberts WM-Traum
Und noch mal vier Jahre mehr! DDR-Schiedsrichter Rudi Glöckner (†70) bleibt weiter der einzige Deutsche, der jemals ein WM-Finale pfiff. Zwar hatte Berlins Daniel Siebert nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft beste Chancen seine Karriere zu krönen und ebenfalls im Schiri-Olymp zu landen. Doch die Rechnung machte er ohne Uruguay. DDR-Schiri Glöckner bleibt der einzige: Uruguays Rüpel zerstören Sieberts WM-Traum! Lesen Sie hier die ganze Geschichte.
Katar will jetzt auch noch Olympia
Nein, wer Sorge hat, der kleine Wüsten-Staat wolle die Olympischen Winterspiele austragen, der kann aufatmen. Allerdings nicht wirklich lange. Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters und die englische Zeitung Guardian berichten, will Katar die Olympischen Sommerspiele 2036 nach Doha holen. Das erklärt eine mit dem Bewerbungsverfahren vertraute Quelle.
„Der bisherige Erfolg der Weltmeisterschaft versetzt Katar in eine starke Position – sie haben gezeigt, dass sie es schaffen können. Es ist ein Beweis für das Konzept“, erklärt die Quelle. Nicht nur die Durchführung der Fussball-WM sei wichtig – seit den Asienspielen 2006 (man wird sie auch 2030 ausrichten) sei man in Katar überzeugt, Top-Events durchführen zu können. „Die gesamte Infrastruktur ist da – die Stadien, die U-Bahn, der neue Flughafen“, heißt es.
Dabei stellt sich natürlich die Frage: Wie sollen die Sommerspiele in einem Land, bei dem in der heißesten Jahreszeit bis zu 50 Grad herrschen können, tatsächlich über die Bühne gebracht werden? Offenbar will man das Großereignis nicht in den Winter (wie bei der Fußball-WM), aber immerhin in den Herbst verschieben. Bei dann nur noch 36 Grad im Schatten ...
Wirbel um Neymar: WM-Aus oder Blitz-Comeback?
Brasilien steht unter Schock: Superstar Neymar soll das WM-Aus drohen. Das berichten sowohl brasilianische Medien und auch die britische Sun.
Bereits nach dem zweiten Gruppenspiel gegen Serbien humpelte Neymar mit einem dick angeschwollenen Knöchel vom Platz. Damals hieß es noch, Neymar kann spätestens im Achtelfinale wieder dabei sein. Nun scheint es so, als ob die Bänder des 30 Jahre alte Superstars doch deutlich schlimmer verletzt sind. Das vorzeitige WM-Aus für Neymar wäre für Brasilien eine echte Hiobsbotschaft.
Dagegen spricht das Video, das der brasilianische Fußballverband am Sonnabend auf Twitter veröffentlichte. Darin zu sehen: Neymar hat bereits wieder den Ball am Fuß und übt schon wieder mit den Kollegen.
Eine Rückkehr für das Achtelfinale der WM in Katar ist offen. Die Brasilianer spielen am Montag gegen Südkorea (20.00 Uhr/ZDF und Magenta TV). „Wir haben noch 72 Stunden Zeit, wir haben noch die Chance. Lasst uns abwarten und schauen“, hatte Teamarzt Rodrigo Lasmar am späten Freitagabend gesagt.
Kurios: England übt Elfmeter ohne Torwart
Wohl dem, der seine Ängste frühzeitig bekämpft! England, das Mutterland des Fußballs, graut sich seit jeher vor dem Elfmeterschießen. Zu schlecht sind die Erinnerungen an vergangenen Turniere, bei denen die Three Lions immer und immer wieder in letzter Sekunde in den K.o-Spielen scheiterte. Zuletzt im EM-Final 2021 gegen Italien im Wembley Stadion.
Das soll sich heute Abend Achtelfinale gegen den Senegal in Katar nicht wiederholen. Trainer Gareth Southgate lässt deswegen bereits Elfmeterschießen üben – allerdings aufs leere Tor! Damit soll die Treffsicherheit bei Strafstößen erhöht werden.
Spaniens Xabi Alonso:„ Deutschland selbst schuld“
Nein, Öl wollte Xabi Alonso nicht ins Feuer gießen. Spaniens Welt- und Europameister und Trainer von Bayer Leverkusen findet es sehr schade, dass das DFB-Team bei der WM in Katar bereits in der Vorrunde ausgeschieden ist: „Es tut mir wirklich leid. Ich hatte gehofft, dass Deutschland weiterkommt. So eine Mannschaft will man weiter im Turnier sehen. Aber so ist Fußball und am Ende ist es auch gerecht.“
Alonso, dessen Landsmänner durch die Niederlage gegen Japan das Deutsche WM-Aus besiegelten, unterstrich aber auch: „Die Deutschen sind selbst für ihre Situation verantwortlich und sollten die Schuld nicht bei anderen suchen. Sie sind reif genug. Das weiß nicht nur die Mannschaft, sondern alle in Deutschland.“
Lothar Matthäus rechnet mit dem DFB ab
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus fordert den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach dem WM-Debakel in Katar zu einer schonungslosen Analyse auf: . „Alle Beteiligten haben zu viele Fehler gemacht. Personelle Konsequenzen dürfen nicht ausgeschlossen werden.“
Bundestrainer Hansi Flick würde der Weltmeister von 1990 weiterhin das Vertrauen schenken. „Er ist erst 16 Monate im Amt, er hat nicht die besten Bedingungen vorgefunden. Daran muss gearbeitet werden“, erklärte und mahnte: „Ich bin überzeugt, dass er die Nationalmannschaft in eine bessere Zukunft führen kann. Hansi ist selbstkritisch genug, um aus seinen Fehlern zu lernen.“ Allerdings sehe er auch „keine bessere, verfügbare Alternative“, ergänzte Matthäus.
Als Hauptschuldigen hat der 61-Jährige die Verbandsführung ausgemacht. „Wie kann es sein, dass es dem DFB nicht gelingt, das Problem zu lösen, bevor der erste Ball rollt“, sagte Matthäus mit Blick um die „One Love“-Binde. Ihm stieß zudem auf, dass Präsident Bernd Neuendorf „nach all dem Theater mit der FIFA“ mit Weltverbandboss Gianni Infantino geredet, gelacht und „für Fotos mit ihm posiert“ habe. Deswegen frage er sich: „Wie glaubwürdig ist Neuendorf, wie glaubwürdig ist der DFB?“
Auch dessen Geschäftsführer Oliver Bierhoff stehe „zu Recht in der Kritik“. Aufgrund seiner Position sei Bierhoff „hauptverantwortlich dafür, die Voraussetzungen für Erfolg zu schaffen. Aber seit fünf Jahren stimmen die Ergebnisse nicht mehr.“
Matthäus lastete Bierhoff auch wie schon 2018 in Russland eine schlechte Quartierwahl an. Die Entscheidung, die Spielerfrauen und Familien früh zu den Spielern zu lassen, habe zudem die „Grüppchenbildung gefördert“ und „viel zu viel Ablenkung“ geschaffen. Dem DFB sei die Harmonie „vielleicht zu wichtig“.
Er habe den Eindruck, „dass der DFB und die Nationalmannschaft ein geschlossener Zirkel sind, in dem andere Meinungen und Sichtweisen unbequem und nicht erwünscht sind“. Deswegen forderte er den Verband auf, sich Expertise von außen zu holen, etwa indem DFB-Vize Hans-Joachim Watzke „die Nationalmannschaft zur Chefsache erklärt“. Auch täte ein „Um-die-Ecke-Denker“ wie der frühere DFB-Sportdirektor Matthias Sammer dem Verband gut.
Weiter Wirbel nach Attacke auf Berlins Schiri Siebert
Der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat den Fußball-Weltverband für den mangelhaften Schutz des deutschen WM-Referees Daniel Siebert (Berlin) heftig kritisiert. „Ich kriege da echt einen Hals: Im Innenraum rennen haufenweise FIFA-Häuptlinge mit Mappen unterm Arm und Knopf im Ohr rum. Aber Sicherheitspersonal, das die Schiedsrichter sicher in die Katakomben geleitet, habe ich vermisst“, schrieb Kinhöfer in seiner Kolumne in der Bild am Sonntag: „In jedem Kreisliga-Spiel ist das besser organisiert.“
Siebert war nach dem WM-Aus des zweimaligen Weltmeisters Uruguay heftig von den südamerikanischen Spielern angegangen worden. Uruguay hatte trotz des 2:0 (2:0) im Gruppenfinale gegen Ghana das Achtelfinale verpasst. Der Mannschaft von Kapitän Luis Suarez fehlte ein Tor. Dafür machten die Uruguayer Siebert verantwortlich, weil er ihnen einen Strafstoß verwehrt hatte.
„Ich kann den (subjektiven) Unmut nachvollziehen. Wenn du solch strittige Szenen als Referee entscheiden musst, fühlt sich eine Partei immer betrogen“, schrieb Kinhöfer: „Aber die Uruguayer sind (mal wieder) völlig übers Ziel hinausgeschossen.“
WM in der Nische: TV-Quoten weiter mies
Eine Fußball-WM als Nischen-Event im Fernsehen? Die umstrittene Winter-Weltmeisterschaft von Katar könnte in Deutschland eine Zeitenwende einläuten. Erstmals überhaupt scheint eine Männer-Endrunde kein Selbstläufer im deutschen TV zu sein, die Quoten erfüllen nicht ansatzweise die Erwartungen, auch mit Beginn der Achtelfinals hat sich daran nichts geändert.
Das K.o.-Spiel am Samstagabend zwischen Argentinien und Australien (2:1) bescherte dem Ersten mit 4,71 Millionen Fußball-Fans (MA: 18,9 Prozent) eine mäßige Quote zur Primetime. Dabei spielte der argentinische Superstar Lionel Messi teilweise groß auf. Während in anderen Ländern die Wüsten-WM im Winter eine große Resonanz beschert, zeigt der Fan in Deutschland dem Turnier die kalte Schulter.
Davon profitieren dann sogar andere, kleine Sportarten. Der Wintersport war in Bezug auf die Quote am Samstag im Ersten nicht weit von der WM am Persischen Golf entfernt. Die ARD verzeichnete mit dem Biathlon-Weltcup (2,86 Millionen/MA: 26,5 Prozent bzw. 2,04/28,0), dem Langlauf-Weltcup (1,98/19,4) und dem Rodel-Weltcup (1,70/20,6) vier weitere Sport-Übertragungen unter den Top Ten.
Das Vorrunden-Aus des viermaligen Weltmeisters Deutschland könnte sich als riesige Hypothek für ARD und ZDF, aber auch den Streamingdienst MagentaTV (überträgt alle 64 WM-Partien) erweisen. „Die Leistungen und das Auftreten der DFB-Elf in der letzten Zeit scheinen also auch eine wichtige Rolle für das Zuschauer-Interesse zu spielen. Wir hoffen aber, dass dies in den nächsten Monaten mit Blick auf die EM 2024 in Deutschland wieder besser wird“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky
England und Frankreich im Fokus
Bei der Fußball-WM in Katar wollen es die Favoriten Frankreich und England den Niederländern und Argentinien nachmachen und an diesem Sonntag ebenfalls ins Viertelfinale einziehen. Im ersten Spiel des Tages trifft Weltmeister Frankreich auf Polen, abends bekommt es England mit dem Senegal zu tun.
Achtelfinale: Frankreich - Polen (16.00 Uhr MEZ/ZDF und MagentaTV)
Nach dem vorzeitigen Weiterkommen wechselte Trainer Didier Deschamps vor dem letzten Gruppenspiel neunmal - es folgte ein 0:1 gegen Tunesien, auch wenn noch ein Protest wegen des aberkannten Ausgleichs läuft. Nun setzt Deschamps wieder auf die Star(t)elf, die in den ersten beiden Spielen Eindruck gemacht hat. Die Frage ist: Hat das Tunesien-Spiel den Rhythmus zerstört? „Es kann durchaus weitere Überraschungen geben“, warnte Deschamps. „Bei meiner ersten WM als Trainer 2014 gab es noch einige schwächere Mannschaften. Diesmal sind keine schwachen mehr dabei. Alle Teams, die hier sind, haben es verdient, alle sind gut vorbereitet.“
Das gilt demnach auch für die Polen, die sich nach dem 0:2 gegen Argentinien steigern und offensiver agieren wollen. Alles hängt wieder von Lewandowski ab, der über die Franzosen sagte: „Das ist eine große Herausforderung für uns. Wir müssen das genießen und unser Bestes versuchen.“ Offen ist besonders die Frage, welchen Stürmer Trainer Czeslaw Michniewicz zur Hilfe für den Kapitän aufbietet. „Gegen Frankreich zu spielen bedeutet, dass wir davon träumen müssen, Tore zu erzielen“, sagte Michniewicz. „Wir müssen die Stürmer besser in Position bringen. Normalerweise schießt man keine Tore aus der eigenen Hälfte.“
Achtelfinale: England - Senegal (20.00 Uhr MEZ/MagentaTV)
Die Three Lions haben ihre Favoritenrolle mit einer starken Vorrunde und sieben Punkten bestätigt. Kapitän Harry Kane ist trotz des Torlos-Starts gesetzt, auch BVB-Star Jude Bellingham dürfte spielen. „Ich würde es lieben, mit zwei oder drei Toren hier zu sitzen. Aber gut, so ist es. Wir haben die Gruppenphase gemeistert. Ich fühle mich richtig gut, nun in die K.o.-Runde zu gehen“, sagte Kane und warnte vor dem Gegner: „Das wird ein harter Test. Aber hier spielst du nun mal gegen die besten Teams der Welt.“ Offen ist, wie Chefcoach Gareth Southgate seine offensive Dreierreihe besetzt. Der Ex-Profi ist dafür bekannt, seinem Stammpersonal zu vertrauen, was für Raheem Sterling, Mason Mount und Bukayo Saka sprechen würde. Marcus Rashford und Phil Foden drängten sich zuletzt massiv auf.
Afrikameister Senegal hofft nach 20 Jahren wieder auf den Einzug ins WM-Viertelfinale. Damals war Aliou Cissé Kapitän der Löwen von Teranga, heute geht er als Cheftrainer voran. Cissé habe eine „riesige Energie“ wenn es um ein Projekt gehe, schwärmte Co-Trainer Regis Bogaert. „Wenn er weiß, wohin er will, gibt er absolut alles, um das zu erreichen.“ Die Senegalesen überzeugten in allen drei Gruppenspielen. Nach der unglücklichen Niederlage gegen die Niederlande (0:2) gab es Siege gegen Gastgeber Katar (3:1) und Ecuador (2:1). Allerdings fehlt es in der Offensive an Effizienz, der verletzte Bayern-Stürmerstar Sadio Mané wird schmerzlich vermisst.
+++ Sonnabend, 3. Dezember +++
Messi übertrifft Maradona und bringt Argentinien ins Viertelfinale
Angeführt von Lionel Messi mit seinem ersten K.o.-Rundentor bei einer Fußball-Weltmeisterschaft im 1000. Profi-Spiel hat Argentinien das Viertelfinale erreicht. Der neue WM-Rekordtorschütze der Südamerikaner traf am Samstag in einem lange Zeit zähen Spiel in der 35. Minute zur Führung gegen das Überraschungsteam aus Australien, das beim 2:1 (1:0)-Sieg der Argentinier aber mehr Mühe machte als dem Titelmitfavoriten lieb war.
Für Messi war es der 94. Treffer im Trikot der Argentinier und der neunte bei einer WM - einer mehr als Diego Maradona in seiner Karriere erzielt hatte. Vor 45 032 Zuschauern gelang Julián Álvarez (57.) von Manchester City nach einem schweren Torwartfehler der zweite Treffer. Durch einen unhaltbar abgefälschten Treffer nach einem Schuss von Craig Goodwin (67.), der als Eigentor von Enzo Fernández gewertet wurde, machten es die Socceroos aber noch mal spannend.
Kataris schwärzen Model an
Erst sich aufgeilen und dann anschwärzen?
Katarische Stadionbesucher haben erst sehr eifrig Fotos von dem freizügig gekleideten kroatischen Model Ivana Knoll gemacht und sie dann anschließend bei einheimischen Behörden angeschwärzt, wegen eines Verstoßes gegen die katarische Kultur. Die nimmt das Ganze sehr gelassen: „Ich habe niemals befürchtet, deswegen verhaftet zu werden, für das, was ich bin. Ich verstehe nicht, dass ich jemanden in seinen Gefühlen verletzt haben soll, nur weil ich einen Bikini trage. Und wenn das für eine Verhaftung langt, dann bitte schön kommt und verhaftet mich.“
Adidas verramscht deutsche Trikots
Sie sind echt teuer. Doch jetzt gibt es sie als Schnäppchen. Adidas verramscht die deutschen WM-Trikots. Auf der offiziellen Website des Sportartikelgiganten gibt es jetzt das deutsche WM-Trikot mit einem Mega-Rabat von 50 Prozent. Statt 90 Euro muss der Fan nur noch 45 Euro berappen. Kaum vorstellbar, das die Herzogenauracher damit noch einen Reibach machen. Höchstens Trikotsammler, denen das Stück noch fehlt in ihrer Kollektion, werden damit jetzt glücklich.
3:1 gegen USA! Louis van Gaal mit Holland auf Titelkurs
Das war eine ziemlich souveräne Angelegenheit für Oranje. Mit 3:1 (2:0) gewinnt Holland gegen die USA und steht als erstes Team im Viertelfinale. Bondscoach Louis van Gaal konnte schon nach zehn Minuten jubeln, als Memphis Depay zum 1:0 traf. Daley Blind erhöhte vor der Pause auf 2:0 (45.+1). Die USA verkürzte zwar nochmal in der zweiten Halbzeit durch Haji Wright auf 1:2 (76.). Doch Denzel Dumfries antworte fünf Minuten später mit dem 3:1. Abgeklärte Leistung der Holländer, das sieht nach Titelkurs aus. Nächster Gegner ist Argentinien oder Australien.
DFB-Krise: Enteiert Vize Watzke jetzt Bierhoff?
Nicht Bundestrainer Hansi Flick rückt nach dem WM-Aus in den Fokus, sondern DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff, der seit 18 Jahren im Amt ist und den Abstieg der Nationalmannschaft nach dem WM-Titel 2014 hauptsächlich zu verantworten hat. Nächste Woche gibt es die Krisensitzung in der Frankfurter Fußballzentrale. Mit dabei ist DFB-Vize Hans-Joachim Watzke, der schon länger ein Bierhoff-Kritiker ist. Von Vertragsauflösung bis drastischer Kompetenzbeschneidung ist alles für Bierhoff möglich. Lesen Sie hier mehr!
Xhaka droht nach Griff ans Gemächt eine Sperre
Beim Schweizer 3:2 gegen Serbien ging es heiß her. Elf Gelbe Karten, Rudelbildungen und bei Granit Xhaka kochten die Emotionen ganz hoch. Er provozierte die serbische Ersatzbank mit einem obszönen Griff in seinen Schritt. Dafür könnte er noch nachträglich für das Achtelfinale gegen Portugal gesperrt werden.
Louis Van Gaal und die niesenden Holländer
Bondscoach Louis van Gaal schlägt vor dem Achtelfinale am Sonnabend (16 Uhr) gegen die USA Alarm. Mehrere Nationalspieler Hollands sind erkältet. Van Gaal: „Wenn es in der Gruppe rumgeht, dann ist das natürlich besorgniserregend. Obwohl es nicht so ist, dass es fünfzehn Spieler gibt, die darunter leiden.“ Auch andere Nationalteams klagen über Erkältungen. Hintergrund: 30 Grad in der Wüste, aber die Stadien sind durch Klimaanlangen auf 16 Grad heruntergekühlt.
Messi macht die 1000 voll
Argentiniens Mega-Star Lionel Messi (35) macht Sonnabend (20 Uhr) beim Achtelfinale gegen Australien sein 1000. Pflichtspiel als Profi. Mit 17 Jahren feierte er am 16. Oktober 2004 sein Debüt beim FC Barcelona beim Stadtduell gegen Espanyol (1:0). 10 Monate später folgte sein erstes Länderspiel für Argentinien gegen Ungarn. Nach seiner Einwechslung in der 65. Minute sah er nach nur 44 Sekunden die Rote Karte. Ein Ungar wollte ihn halten, Messi schlug mit dem Arm nach hinten und traf den Gegenspieler am Hals. Schiri war damals Dr. Markus Merk.
+++ Freitag, 2. Dezember +++
3:2! Schweiz packt Achtelfinale, Selecao blamiert sich
Der letzte Achtelfinalist hat die K.o.-Runde erreicht. Es ist die Schweiz. Die Eidgenossen siegten durch Tore von Shaqiri (20.), Embolo (44.) und Freuler (48.) mit 3:2 (2:2) im letzten Gruppenspiel gegen Serbien. Im Parallelspiel war Brasilien schon vorher für die Runde der letzten 16 qualifiziert, bot gegen Kamerun nur eine B-Elf auf und blamierte sich mit 0:1. Damit schaffte kein einziger der acht Gruppenersten die Maximalzahl von 9 Punkten.
Brasilien-Fans mit Gruß an kranken Pele
Bewegender Moment vor dem letzten Gruppenspiel von Brasilien gegen Kamerun: Hinter einem Tor hielten Fans der Selecao während der Hymne zwei Trikots in die Höhe. Auf einem war Fußball-Ikone Pele mit der legendären Rückennummer 10 zu sehen und der Botschaft „Get well soon“ («Werd bald gesund»). Auch Brasiliens aktueller Superstar Neymar, der seine Mannschaft trotz Fußverletzung im Stadion unterstützte, wirkte ergriffen. Pele (82) war zuvor erneut ins Krankenhaus in São Paulo gebracht worden. Nach Angaben seiner Tochter wird in der Klinik die Medikation ihres an Krebs erkrankten Vaters neu eingestellt. Im Krankenhaus soll sich Pele dann eine Atemwegsinfektion zugezogen haben.
Urus raus, da gingen sie auf Schiri Siebert los
Chaotische Szenen nach dem 2:0-Sieg von Uruguay gegen Ghana. Die Südamerikaner stürmten auf Berlins Fifa-Schiedsrichter Daniel Siebert. Er hatte Uruguay gleich zwei Elfmeter verwehrt. Beide Entscheidungen waren umstritten. Mit einem Tor mehr wären die Südamerikaner ins Achtelfinale gezogen und nicht Südkorea. Uru-Nationaltrainer Diego Alonso sauer: „Wir sind sehr traurig wegen des Resultats. Es hing am Ende nicht von uns ab, weil es andere Faktoren gab. Die Mannschaft hat alles gegeben und es ist sehr klar, was passiert ist. Mehr kann man jetzt nicht sagen. Wir gehen nach Hause mit einem faden Beigeschmack.“
2:1! Südkorea schafft gegen Ronaldo die Sensation
Hochspannung in Gruppe H wie beim deutschen WM-Aus am Donnerstag. Südkorea schafft gegen Portugal die Sensation, gewinnt 2:1 gegen Cristiano Ronaldo und wird damit hauchdünn mit vier Punkten Tabellenzweiter, weil Uruguay nur 2:0 gegen Ghana siegt. Die Asiaten kommen nur wegen der mehr geschossenen Tore (4:4 ) in die K.o.-Runde.
Jetzt prasselt die gnadenlose Kritik auf die Nationalelf ein
Sie lassen kein gutes Haar an Hansi Flick und seiner Auswahl. In Scharen fallen ehemalige Fußballstars über den Bundestrainer her, fordern auch seine Ablösung. Als neue Lichtgestalt wird Jürgen Klopp an den Horizont projiziert. Die Stimmen der TV-Experten und Ex-Stars lesen Sie hier.
Schweden veräppeln Japan
Ob Sie drüber lachen können? Weil Sie weiter sind vielleicht. Das umstrittene Siegtor der Japaner gegen Spanien, bei dem sich die Geister daran scheiden, ob der Ball vollumfänglich die Linie überquert hat oder nicht, brachte das schwedische Sportportal Sportbladet auf eine Idee: Warum nicht die Landesflagge der Blue Samurai umgestalten? Die Schweden zogen einfach eine dünne schwarze Linie an den roten Kreis, der im japanische Banner für die Sonne steht, die über dem Land aufgeht.
DFB-Team auch ein TV-Flop
Die Einschaltquote im Fernsehen bleibt bei dieser WM gruselig. Das 4:2 der Nationalelf gegen Costa Rica schauten nur 17,43 Millionen Menschen. Das macht zwar einen Marktanteil von 53,7 Prozent und war leicht gegenüber dem 1:1 gegen Spanien (49,3 Prozent) gestiegen. Doch die Auftritte der DFB-Elf erreichten nicht mehr die gewohnten Zuschauerzahlen, die bei WM-Spielen sonst bei rund 25 Millionen lagen. Die Männer-Elf erreichte damit nicht den Topwert der Frauen-Nationalmannschaft bei der EM im Sommer (17,897 Millionen).
Krisengipfel mit Neuendorf, Bierhoff und Flick
2018 hießt es nach dem Debakel einfach nur weiter so, Jogi Löw durfte sich durchwurschteln. Das muss nach dieser WM nicht automatisch gelten. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat einen Krisengipfel für die kommende Woche mit Hansi Flick und Oliver Bierhoff anberaumt. Dies erklärte Neuendorf am Freitag, bevor er die Lufthansa-Sondermaschine LH 343 nach Frankfurt bestieg. „Sie können sich vorstellen, dass der Verlauf des gestrigen Tages für uns eine herbe Enttäuschung ist. Das Ausscheiden schmerzt außerordentlich. Wir müssen trotzdem den Blick nach vorne richten. Wir werden deshalb ein geordnetes Verfahren einleiten, wie wir mit dieser Situation umgehen“, sagte Neuendorf.
Bierhoff hatte schon am Abend in der ARD angekündigt, nicht zurücktreten zu wollen. Auch wenn er weiß, dass seine Argumente nach drei aufeinanderfolgenden schlechten Turnieren nicht gerade rosig sind. Flick hatte ebenfalls schon signalisiert, dass er gerne weiter machen möchte.
Verrat! Häme! Erdbeben! So urteilt die internationale Presse über den deutschen WM-K.o.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Es rauscht im Blätterwald nach dem WM-Aus der deutschen Mannschaft. Verrat! Erdbeben! Häme! Und das sind nur einige Vokabeln. Wie die internationale Presse urteilt, lesen Sie hier.
+++ Donnerstag, 1. Dezember +++
Der klare KURIER-Kommentar: Mehr als eine WM-Blamage!
Es gab mal deutsche Nationalmannschaften, die spielten nie schön, eher hart aber mit diesem unbändigen Siegeswillen und manchmal auch mit dem Quäntchen Glück – zum Beispiel bei Elfmeterschießen in der K.o.-Runde. Über Jahrzehnte war es so. Der Engländer Gary Lineker sagte es voller Respekt: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Lesen Sie hier den ganzen KURIER-Kommentar.
Thomas Müller kündigt nach WM-Aus Rücktritt an – Hansi Flick nicht
Das DFB-Debakel hat Folgen: Bayern-Star Müller verabschiedete sich bereits bei den Fans. Andere Spieler sind wütend – und üben teils harte Selbstkritik. Bundestrainer Hansi Flick spricht von „verheerenden 20 Minuten gegen Japan“, will aber seine Job behalten und blickt bereits auf die Heim-EM 2014. Alle Stimmen zum WM-Aus lesen Sie hier.
WM-Debakel: Deutschland scheidet erneut in der Vorrunde-Aus
Aus und vorbei – der deutsche Fußball liegt vier Jahre nach dem historischen Vorrunden-Aus schon wieder am Boden. Nach Joachim Löw in Russland hat es auch Hansi Flick bei der WM in Katar böse erwischt. Das dürftige 4:2 (1:0) nach späten Joker-Toren von Kai Havertz (73./85. Minute) und Niclas Füllkrug (89.) sicherten zwar noch den Sieg, aber nicht mehr den Einzug in die K.o.-Runde im letzten Gruppenspiel gegen einen limitierten Gegner aus Costa Rica. Japans überraschender 2:1-Sieg gegen Spanien riss die DFB-Auswahl aus allen Achtelfinal-Hoffnungen. Den ganzen Spielbericht lesen Sie hier.
Fliegenattacke auf Flick
Cool bleibt der Bundestrainer vor dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica. Hansi Flick musste vor dem Anpfiff eine Fliegenattacke beim TV-Interview ertragen. Die nervigen Insekten schwirrten um ihn herum. Flick scherzte:„ Liegt das an mir oder am Mikrofon?“ Selbst Co-Moderator Bastian Schweinsteiger wedelte die Fliegen vor dem Bundestrainer weg. Kurioses Bild! Dann erklärte Flick die Aufstellung im Sturm: „Thomas Müller hat den Vorzug bekommen. Er hat die Erfahrung, er ist Organisator.“ Auf die Abschlussfrage, ob er beim nächsten Spiel mit Fliegennetz kommt, antwortete Flick souverän der ARD-Reporterin Esther Sedlaczek: „Das ist euer Job!“
Ohne Füllkrug, aber sieben Bayern-Profis in Startelf
Nein, Bundestrainer Hansi Flick lässt Werder Bremens Stürmer Niclas Füllkrug erneut nicht in der Startelf ran. Füllkrug, der 1:1-Retter gegen Spanien, kommt wieder nur als Joker im entscheidenden Spiel gegen Costa Rica (ab 20 Uhr hier im Live-Ticker).
Thomas Müller spielt im Sturmzentrum, dazu mit Manuel Neuer, Joshua Kimmich (diesmal als Rechtsverteidiger), Leon Goretzka, Leroy Sane, Jamal Musiala, Serge Gnabry sechs weitere Bayern-Profis. Nur Antonio Rüdiger (Real Madrid), Niklas Süle (Dortmund), David Raum (RB Leipzig) und Ilkay Gündogan (Manchester City) kommen von anderen Klubs.
Marokko vor Kroatien Gruppenerster, Belgien fliegt raus
Nicht Vize-Weltmeister Kroatien, auch nicht Belgien, denn die beiden trennten sich 0:0, sondern Marokko ist nach einem 2:1 gegen Kanada Erster der Gruppe F und wäre damit Deutschlands Achtelfinalgegner am Dienstag, wenn die DFB-Elf am Abend gegen Costa Rica gewinnt. Denn Hansis Jungs können maximal nur noch Gruppenzweiter werden. Zweiter der Gruppe F wurde mit ganz viel Glück Kroatien, weil Belgiens Stürmerstar Romelu Lukaku gleich vier riesige Torchancen (60./62.//87./90.) zum Sieg vergab.. Belgien darf nach Hause fahren.
Bitter: WM-Tickets von DFB-Fans verfallen
Etliche Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft müssen ihre WM-Tickets verfallen lassen, weil sie Probleme mit den Einreisegenehmigungen für Katar haben. Rund 30 Fälle seien der deutschen Fanbotschaft bekannt, wie Sprecher Philipp Beitzel der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagvormittag auf Nachfrage bestätigte. Die Fans fürchten, dass sie auf sämtlichen Kosten, unter anderem für Flüge und Hotels, sitzen bleiben, sollte es keine schnelle Lösung geben. Zuvor hatten die Portale „Spox“ und „Goal“ darüber berichtet.
„Das ist eine große Problematik für die Fans. Für uns ist unklar, woran das liegt. Ob es zum Beispiel technische Gründe sind. Das können wir nicht feststellen“, sagte Beitzel. Zugleich bemängelte er: „Die Informationen an die Personen, die betroffen sind, fließen eher spärlich.“
Wer nach Katar einreisen will, benötigt für die Dauer des Turniers unter anderem eine gültige Hayya-Karte. Einigen Leuten fehle für diese momentan noch die Bestätigung, berichtete Beitzel. „Wir versuchen das mit der deutschen Botschaft zu lösen. Das gestaltet sich schwierig.“
TV-Quote steigt weiter
Die Zahl der TV-Zuschauer steigt bei der Fußball-Weltmeisterschaft weiter, bleibt aber hinter früheren Werten zurück. Die Live-Übertragung des Spiels Polen gegen Argentinien am Mittwochabend war die meistgesehene Partie des Turniers in Katar ohne deutsche Beteiligung und kam auf 6,719 Millionen Zuschauer. Das ZDF erzielte damit einen Marktanteil von 25,1 Prozent. Die Telekom, die ebenfalls übertrug, veröffentlicht keine Zahlen.
Im Vergleich zu früheren WM-Turnieren bleibt das Interesse der TV-Zuschauer allerdings weiter gering. Zum gleichen Zeitpunkt der WM in Russland vor vier Jahren hatte es bereits einige Partien ohne deutsche Beteiligung mit Zuschauerzahlen von mehr als zehn Millionen gegeben.
Ghana sinnt auf Rache an Suarez: „Ganz Afrika hasst ihn“
Luis Suarez riss die Arme in die Luft, pritschte den Kopfball von Dominic Adiyiah irgendwie von der Torlinie - und wurde in nur einer Sekunde zum Erzfeind eines ganzen Kontinents. Zwölf lange Jahre quälte die Erinnerung an das legendäre Handspiel des uruguayischen Star-Stürmers, an das auf dramatische Art verlorene WM-Viertelfinale, die ghanaische Fußball-Seele. Doch jetzt stehen die Zeichen auf Rache, Suarez soll endlich bezahlen.
„Ganz Ghana hasst ihn, und ganz Afrika hasst ihn“, sagte der frühere Nationalspieler Ibrahim Ayew dem Portal The Athletic und fügte mit einem Lächeln an: „Und wir wollen uns rächen.“
Die Gelegenheit dafür war nie günstiger, das Schicksal führt sie wieder in einem Spiel zusammen, in dem es um alles geht. Mit einem Sieg beim Finale der Gruppe H am Freitag (16.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) könnte Ghana Suarez und Co. aus dem Turnier schießen - und selbst ins Achtelfinale von Katar stürmen.
Brasilien-Botschaft an Pelé
„Die ganze Mannschaft wünscht Pelé, unserem größten Repräsentanten, nur das Beste. Auf dass er bald wieder gesund wird“, sagte Brasiliens Nationaltrainer Tite (61) vor dem abschließenden WM-Vorrundenspiel der Seleção gegen Kamerun am Freitag.
Pelé (82) war zuvor erneut ins Krankenhaus in São Paulo gebracht worden. Nach Angaben seiner Tochter wird in der Klinik die Medikation ihres an Krebs erkrankten Vaters neu eingestellt. Medien hatten berichtet, dass die Ärzte besorgt seien, dass die Behandlung nicht mehr auf die Tumore in verschiedenen Organen seines Körpers ansprechen könnte.
Pelés Gesundheitszustand gab in den vergangenen Jahren wiederholt Anlass zur Sorge. Er unterzog sich mehreren Operationen an der Hüfte. Zudem hatte er Probleme an der Wirbelsäule und am Knie. Vor zwei Jahren wurde ihm nach einer Harnwegsinfektion ein Nierenstein entfernt. Pelé bestritt 92 Länderspiele und gewann drei WM-Titel (1958, 1962, 1970).
Ronaldo lehnt 200-Millionen-Angebot ab
Was macht Cristiano Ronaldo nach der WM? Portugals Superstar soll sich einem Medienbericht zufolge doch noch nicht mit dem saudischen Club Al-Nassr auf einen Transfer verständigt haben. Der 37-Jährige wolle weiter in der Champions League spielen und habe deshalb dem Vertragsangebot nicht zugestimmt, berichtete die englische Zeitung The Sun.
Zuvor hatte die spanische Marca gemeldet, der Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft stehe kurz vor der Unterschrift. Al-Nassr habe ihm einen Vertrag über zweieinhalb Jahre mit einem Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro pro Saison inklusive Werbeeinnahmen angeboten.
Video: Brutale Festnahmen iranischer Fans
In Katar sind offenbar mehrere Menschen festgenommen worden, die sich am Rande der Fußball-WM mit der Frauenbewegung in Iran solidarisierten. In sozialen Medien kursieren Videos mit teils brutalen Szenen, in denen mehrere Menschen von katarischen Sicherheitskräften niedergerungen werden.
Irre-WM-Wette mit Messi
Spielschulden sind Ehrenschulden? Nicht für Wojciech Szczesny. „Ich werde ihn nicht bezahlen, er hat genug“, sagte der polnische Nationalkeeper scherzend über Lionel Messi, nachdem er eigenen Angaben zufolge im WM-Spiel gegen Argentinien (0:2) eine 100-Euro-Wette gegen den Superstar verloren hatte.
„Wir haben vor dem Elfmeter gesprochen und ich habe gewettet, dass der Schiedsrichter den Strafstoß nicht geben wird“, sagte Szczesny. Der 32-Jährige hatte Messi mit der Hand im Gesicht getroffen, Schiedsrichter Danny Makkelie zeigte nach Ansicht der Videobilder auf den Punkt (39.) - und Szczesny parierte.
„Ich weiß nicht, ob so eine Wette bei einer Weltmeisterschaft überhaupt erlaubt ist. Ich werde dafür gesperrt“, sagte Szczesny mit einem Augenzwinkern dem polnischen TV-Sender TV2. Es war bereits der zweite Strafstoß im Turnier, den der Keeper von Juventus Turin entschärfen konnte.
„Es steckt viel Arbeit dahinter, aber du brauchst auch etwas Glück, um einen Messi-Elfmeter zu halten“, sagte Szczesny, der mit Polen nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Mexiko erstmals seit 36 Jahren ins Achtelfinale einzog und d
Sex-Gerüchte schocken Serbien
Was ist eigentlich bei Serbien los? Das hochveranlagte Team mit vielen Superstars kommt bei der WM in Katar einfach nicht in Schwung.
Nun schwappen Gerüchte herüber, die ein Grund für die bisher dürftigen Leistungen sein könnten. Sex- und Fremdgehgerüchte, um genauer zu sein, die drohen, Serbiens Endspiel gegen die Schweiz (Freitag, 20 Uhr) um Platz zwei komplett in den Schatten zu stellen. Nun äußert sich ein angeblich Beteiligter: Star-Stürmer Dusan Vlahovic. Die ganze wilde Geschichte lesen Sie hier.
Mord: Iranischer Nationalspieler trauert
Wie entmenschlicht ist eigentlich das Mullah-Regime in Teheran?
Nach dem 0:1 gegen die USA war der Iran am Dienstag bei der WM ausgeschieden. Das freute den Iraner Mehran Samak (27), weil er wie viele in seinem Land die Nationalelf als indirekte Unterstützer der Regierung sieht, die seit Wochen wegen Massenprotesten unter Druck steht. Mit seinem Auto fuhr er hupend durch die Stadt Bandar Ansali am Kaspischen Meer.
Daraufhin wurde er von Polizisten in den Kopf geschossen und starb. Unfassbar! Mittlerweile äußerte sich auch ein Nationalspieler, der offenbar mit dem ermordeten Samak gut befreundet war. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Trainer-Guru Hrubesch kritisiert DFB-Star Gnabry
Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch vermisst bei DFB-Star Serge Gnabry die Gier auf Tore. „Wenn ich dessen Möglichkeiten in der Liga und bei der WM sehe, muss er einfach geil darauf sein, Tore zu machen. Das werfe ich ihm vor, dass er diese Chancen nicht konsequent nutzt“, schrieb der frühere Top-Torjäger Hrubesch in einer „Kicker“-Kolumne (Donnerstag). Noch vor der Bundesliga-Saison habe er auf Gnabry als Torschützenkönig getippt.
Bei der Fußball-WM in Katar ist der 27 Jahre alte Bayern-Profi nach zwei schwachen Auftritten noch torlos. In der Liga hat der Münchner in 15 Partien acht Treffer erzielt.
Schwankende Leistungen wirft Ex-Europameister Hrubesch auch Gnabrys Teamkollegen Leroy Sané (26) vor. Dieser sei „mal genial, mal unterirdisch“. Hrubesch setzt auf einen Reifeprozess bei den beiden Bayern-Stars. „Mit der Zeit werden sie alle erfahrener und es begreifen. Arjen Robben und Franck Ribery wuchsen in München auch allmählich rein, auch Gnabry und Sané haben eine riesige Qualität“, schrieb der 71-Jährige.
Ex-Hertha-Trainer Klinsmann schwärmt von Füllkrug
Jürgen Klinsmann hat sich wie ganz Fußball-Deutschland in Niclas Füllkrug verliebt. „Mir als ehemaligem Stürmer geht das Herz auf, wenn es mit einem echten Neuner funktioniert“, sagte der frühere Bundestrainer dem kicker.
Füllkrug habe aus seiner Sicht über seine ureigene Aufgabe hinaus einen hohen Wert für die deutsche Nationalmannschaft, meinte Klinsmann. „Es geht gar nicht nur um Tore. Ein präsenter Neuner schafft immer Entlastung, wenn er die Bälle festmachen kann und verteilt, dadurch ein Spiel auch beruhigen kann.“
Der Bremer Füllkrug „kann das, er hat eine gute Präsenz, ist gut am Ball, das Gefühl und das Näschen für die Situationen vor dem Tor hat er sowieso“, ergänzte Klinsmann. Der Weltmeister von 1990 sprach von einer „Wiederbelebung der Nummer 9“.
Entscheidungen am Donnerstag
Es hilft nur ein Sieg: Das DFB-Team von Hansi Flick muss Costa Rica schlagen, um noch ins Achtelfinale einziehen zu können. Doch selbst dann ist das Weiterkommen nicht sicher. Es kommt auf das Ergebnis zwischen Japan und Spanien an. In der Gruppe F werden zuvor die Gegner der deutschen Gruppe im Achtelfinale ausgespielt. Trifft Deutschland im Achtelfinale auf Marokko?
Kanada - Marokko (16.00 Uhr/MagentaTV)
Die Marokkaner könnten zum ersten Mal seit 36 Jahren in die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft einziehen. Dafür braucht das Team um Hakim Ziyech (FC Chelsea) und Achraf Hakimi (Paris Saint-Germain) nur noch ein Unentschieden gegen den Gruppenletzten Kanada. Die Nordamerikaner sind bereits ausgeschieden. Ihr erstes Tor bei einer Fußball-WM haben sie immerhin geschossen, jetzt soll der erste Punkt her.
Kroatien - Belgien (16.00 Uhr/ARD und MagentaTV)
Nach der starken Vorstellung beim 4:1 gegen Kanada reicht dem Vize-Weltmeister aus Kroatien ein Punkt zum Weiterkommen. Spielmacher Luka Modric wäre bei einer weiteren Gelben Karte in einem möglichen Achtelfinale gesperrt. Bei den Belgiern lagen zuletzt die Nerven blank. Eine Krisensitzung soll die Wende bringen. Das Team benötigt einen Sieg oder einen Punkt und eine hohe Niederlage Marokkos gegen Kanada.
Costa Rica - Deutschland (20.00 Uhr/ARD und MagentaTV)
Nach dem schlechtesten Start in der deutschen WM-Historie seit 1938 muss die DFB-Elf gegen die Defensivkünstler aus Mittelamerika den Tore-Turbo anwerfen. Die Stimmung ist nach dem Remis gegen Spanien gut. Alle 26 Spieler sind fit. Spannend wird, auf wen Trainer Flick in der Offensive setzt. Den Costa Ricanern kann sogar ein Punkt für das Weiterkommen reichen.
Japan - Spanien (20.00 Uhr/MagentaTV)
Um sicher ins Achtelfinale zu kommen, muss Japan nach Deutschland den nächsten Ex-Weltmeister schlagen. Gegen Spanien könnte Coach Moriyasu wieder eine ähnliche Elf bringen wie gegen die DFB-Elf. Seine Veränderungen gegen Costa Rica wurden kritisiert. Spanien ist als Tabellenführer mit vier Punkten in der besten Situation, schon ein Unentschieden reicht zum Weiterkommen. Spielmacher Gavi konnte zuletzt zweimal nicht trainieren.
+++ Mittwoch, 30. November +++
Polen schrammt trotz 0:2 gegen Messi ins Achtelfinale
Was für ein irrer Showdown in Gruppe D in der Nachspielzeit. Polen verliert 0:2 gegen Argentinien, doch das andere Parallelspiel lief noch. Mexiko führte 2:0 gegen Saudi-Arabien. Kompletter Punkt und -Torgleichstand zwischen Polen und Mexiko. Nur wegen der Fairplay-Wertung (drei Gelbe Karten weniger als Mexiko) wäre Polen weiter gewesen. Robert Lewandowski und Co und die vielen polnischen Fans im Stadion zitterten. Dann die Erlösung: Die Saudis machten das 1:2 gegen Mexiko. Polen doch noch wegen des besseren Torverhältnisses weiter. Polen spielt jetzt im Achtelfinale gegen Weltmeister Frankreich. Der Gruppenerste Argentinien spielt gegen Australien.
Leckie lässt Australien jubeln
Australien hat zum zweiten Mal das WM-Achtelfinale erreicht. Nach 2006 haben es die Socceroos wieder geschafft. Und wer hat es möglich gemacht? Ex-Herthaner Mathew Leckie (31, von 2017 bis 2021 im Verein). schoss das entscheidende 1:0 im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark. Ein schneller Konter, ein Pass auf Leckie, der Flügelflitzer machte zwei Hakén um den Dänen Maehle und haute den Ball ins Tor (60.). Leckie: „Es ist ganz schwer, meine Emotionen zu beschreiben. Wir wussten, wir können es schaffen - mit unserem Spirit, mit unserem Glauben. Die letzten 15, 20 Minuten haben wir stark gekämpft. Ich bin so stolz. Jetzt geht es darum, sich auszuruhen. Schon bald kommt das nächste Spiel.“ Australien zieht als Gruppenzweiter ins Achtelfinale gegen Argentinien. Übrigens: Da war Tunesiens sensationeller 1:0-Sieg gegen den Gruppenersten Frankreich, der nur mit einer B-Elf antrat, für die Gruppenplatzierung nicht mehr ausschlaggebend.
Klinik! Große Sorge um Pele
Brasiliens Idol Pele (82) musste wieder ins Krankenhaus. Erst vor 14 Monaten unterzog sich der dreifache Weltmeister einer Darmkrebsoperation. Ein ganzes Land zittert um seinen Nationalhelden. Lesen Sie hier mehr!
Auch bei WM-Pleite: Hansi Flick denkt nicht an Rücktritt
Bundestrainer Hansi Flick denkt auch im Fall des Ausscheidens in der WM-Vorrunde nicht an einen Rücktritt. „Das kann ich bestätigen, von meiner Seite - ich weiß nicht, was sonst noch so kommt“, sagte Flick am Mittwoch im FIFA-Medienzentrum in Al-Rajjan. „Ich habe Vertrag bis 2024, ich freue mich auf die Heim-EM, aber das ist noch lange hin.“ Die DFB-Auswahl braucht am Donnerstag (20.00 Uhr/ARD und Magenta TV) einen Sieg gegen Costa Rica, um das Achtelfinale der Fußball-Endrunde in Katar zu erreichen.
Auch aufgrund der Gruppenkonstellation - Deutschland ist mit bislang einem Punkt Letzter hinter Spanien (4), Japan (3) und Costa Rica (3) - gehe er „sehr stark“ von einer defensiven Ausrichtung der Mittelamerikaner aus. Costa Rica könnte ein Remis zum Einzug in die K.o.-Runde genügen.
„Wir wollen das Spiel natürlich gerne früh klar machen, um auch etwas Druck auf die andere Partie auszuüben, aber wir wissen, dass es schwer wird, gegen eine sehr defensive Mannschaft“, sagte Flick.
Kauft Saudi-Arabien Ronaldo?
Die Zukunft des aktuell vereinslosen Cristiano Ronaldo (37) wird in diesen Tagen immer wieder diskutiert. Eine neue, heiße Spur führt laut der meist bestens informierten spanischen Zeitung Marca nach Saudi-Arabien.
Demnach habe sich der 37 Jahre alte Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft mit dem saudischen Klub Al-Nasr Verein bereits auf einen Zweieinhalbjahresvertrag geeinigt. Das unglaubliche Gesamtvolumen des Deals soll in etwa bei 200 Millionen Euro einschließlich Werbeeinnahmen liegen – pro Saison versteht sich. Kommt es so, würde sich Ronaldo, der seit der schmutzigen Trennung von Manchester United seit vergangener Woche vereinslos ist, für das Geld und gegen eine sportliche Perspektive entscheiden.
Matthäus lästert über Joachim Löw
Lothar Matthäus geht fest davon aus, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar das Achtelfinale erreichen wird. Im Vergleich zum blamablen Vorrunden-Aus vor vier Jahren sei die Situation eine ganz andere.
„Wir haben Spieler, die damals nicht dabei waren, der Bundestrainer heißt Hansi Flick (57) und nicht Jogi Löw (62). Und Costa Rica ist nicht so stark wie Südkorea“, schrieb Matthäus in einer Kolumne für die „Sport Bild“. Der 61-Jährige hält auch einen „hohen Sieg“ am Donnerstag (20 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) für möglich, der aus DFB-Sicht nötig wäre, falls Japan gegen Spanien gewinnt. „Unsere Chance weiterzukommen ist wesentlich größer, als die Gefahr auszuscheiden“, meinte Matthäus.
Das 1:1 gegen Spanien habe der deutschen Mannschaft mehr Selbstvertrauen gegeben als das „glückliche 2:1 gegen Schweden“ 2018, führte Matthäus aus. „Sie haben jetzt ein gutes Spiel gemacht, sich gesteigert und verdient einen Punkt geholt.“ Die DFB-Elf habe gegen einen WM-Mitfavoriten ein „starkes Signal“ gesendet. „Die deutschen Tugenden, die wir zuletzt etwas vermisst hatten, sind zurück“, schrieb der deutsche Rekord-Nationalspieler.
Katar verteidigt Todesstrafe für Homosexuelle
Der katarische Energieminister Saad Scherida Al-Kaabi (55) richtet scharfe Worte an Deutschland nach dem Katars Gas-Deal mit der Bundesregierung öffentlich wurde. Änderungen in der Zukunft im Umgang mit der LGBTQ-Bewegung in seinem Land erteilt er eine klare Absage. Noch schlimmer: Gastgeber Katar verteidigt Todesstrafe für Homosexuelle! Mehr darüber lesen Sie hier.
Kann das gutgehen? DFB mit Horror-Bilanz
Au Backe! Diese Bilanz macht wenig Hoffnung auf den WM-Titel! Bei DFB-Torwart Manuel Neuer steht die Null schon lange nicht mehr. In den letzten zehn Spielen bei Welt- und Europameisterschaften kassierte die Fußball-Nationalmannschaft immer mindestens einen Gegentreffer und geriet zudem im Laufe des Spiels immer in Rückstand.
Diese seit dem EM-Halbfinale 2016 gegen Frankreich (0:2) laufende Serie setzte sich auch bei der WM in Katar in den Gruppenspielen gegen Japan (1:2) und Spanien (1:1) fort.
Deutsche bekommen WM-Lust
Das Interesse an WM-Spielen mit Beteiligung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nimmt zu. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 37 Prozent der Deutschen an, das dritte Gruppenspiel der DFB-Auswahl gegen Costa Rica am Donnerstag (20.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) live vor dem Bildschirm schauen zu wollen. 54 Prozent haben dies nicht vor, 10 Prozent machten keine Angabe. Die Abweichung von 100 Prozent ist in den Rundungsdifferenzen begründet.
Zum Vergleich: 24 Prozent hatten in einer vorherigen Umfrage angegeben, das erste Gruppenspiel gegen Japan am 23. November um 14.00 Uhr live schauen zu wollen, 33 Prozent das zweite Gruppenspiel gegen Spanien am 27. November um 20.00 Uhr.
Kampf ums Achtelfinale: Das bringt der WM-Tag
England feiert Marcus Rashford
Englands Nationaltrainer Gareth Southgate hat Doppeltorschütze Marcus Rashford nach dem 3:0-Sieg gegen Wales ausdrücklich für dessen große Fortschritte gelobt. „Im Sommer hatte ich ein langes Gespräch mit ihm. Er hatte klare Ideen, wo er ansetzen muss. Man sieht es bei ihm im Club, dass er glücklich ist und gute Leistungen zeigt in dieser Saison“, sagte Southgate, der den Angreifer von Manchester United am Dienstagabend in Al-Rajjan erstmals bei dieser WM von Anfang an spielen ließ. Der 25 Jahre alte Rashford dankte es mit zwei Toren, darunter ein sehenswerter Freistoßtreffer.
„Wir haben eine ganz andere Version als bei der EM letzten Sommer. Er hat dafür gesorgt, dass er diese speziellen Momente schafft. Er hätte einen Hattrick erzielen können. Das ist großartig für ihn und großartig für uns“, sagte Southgate. Ob Rashford auch am Sonntag (20.00 Uhr) im Achtelfinale gegen Senegal von Beginn an spielt, ist offen. Auf den Flügeln ist die Konkurrenz in Person von Raheem Sterling, Bukayo Saka und Phil Foden extrem groß. In den ersten beiden Spielen gegen Iran (6:2) und USA (0:0) waren Sterling und Saka die Stammbesetzung.












































