Deutschland im EM-Fieber: Dafür verantwortlich ist die außergewöhnliche Leistung des Frauen-DFB-Teams unter Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Das Gesicht der Power-Mannschaft ist Kapitänin Alexanda Popp: So selbst- und siegesbewusst sieht man Frauen selten auftreten, und auch das Ergebnis stimmt: Deutschlands Frauen-Nationalteam steht im Finale gegen England im längst ausverkauften Wembley-Stadion. Einige Tickets werden zu Wucherpreisen im Internet angeboten, die Fernseh-Übertragung Sonntag ab 18 Uhr auf ARD und DAZN wird absehbar für Traumquoten sorgen.
Dennoch gibt es für Deutschlands Power-Frauen keinen Cent mehr Geld, das hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach dem Halbfinal-Sieg des deutschen Teams gegen Frankreich (2:1) in Milton Keynes klargestellt. Einen Zuschlag für die deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft vom Deutschen Fußball-Bund auf die festgelegten Prämien werde es nicht geben. „Die Verhandlungen sind abgeschlossen, wir freuen uns jetzt auf das Finale“, so Neuendorf. „Ich glaube, dass es jetzt primärer ist, den Pokal in die Luft zu recken. Das ist jetzt das Allerwichtigste.“
DFB-Männer kassieren ein Vielfaches an Prämien, von Equal Pay keine Spur
Von einer gleichen Bezahlung im Vergleich zu den Prämien, die männliche Nationalspieler erzielen, sind die Frauen also weiterhin weit entfernt. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass die Frauen von ihrem eigenen Erfolg überrascht waren – sonst hätten sie vielleicht im Vorfeld so hart verhandelt, wie sie auf dem Platz auftraten.
Der Mannschaftsrat der DFB-Frauen mit Alexandra Popp, Almuth Schult, Svenja Huth, Sara Däbritz, Lina Magull und Lena Oberdorf hatte sich weit vor dem Turnier in England mit dem Verband auf die Zahlungen geeinigt. Für die Final-Teilnahme hat jede Spielerin schon mal 30.000 Euro sicher. Bei einem EM-Triumph würde es insgesamt 60.000 Euro geben.



