Wirft BFC-Trainer Dirk Kunert einen Blick auf die Tabelle der Regionalliga, schießt schnell ein Wunsch durch den Kopf: „Natürlich würden wir am liebsten da oben stehen.“ Doch kaum ist das Wunschkonzert beendet, ist klar, was die nackten Zahlen aussagen: Die Liga ist so verdammt ausgeglichen.
Mit einem Spitzenreiter Greifswald haben nicht viele gerechnet. „Aber diejenigen, die sich mit den Interna der Liga auskennen“, kontert Kunert und erklärt: „Der direkte Aufstiegsplatz am Ende der Saison weckt Begehrlichkeiten. Da rechnen sich viele Vereine seit langem viel aus.“
Wie beispielsweise Greifswald. „Da ist Geld vorhanden, da kann man sich dann schon eine starke Truppe aufbauen“, sagt Kunert und ist insgeheim froh, dass der BFC das Spiel dort bereits weg und mit einem 0:0 auch einen Punkt mitgenommen hat.
Es gibt in der Liga keine Über-Mannschaft, die sich 15 Punkte Vorsprung erspielt
Eine andere Wahrheit des ersten Fünftels das Saison ist für Kunert auch, dass es „keine Top-Top-Top-Mannschaft gibt, die 15 Punkte wegziehen wird. Es wird extrem spannend.“ In jeder Partie steht immer alles auf dem Spiel. Unterschätzen ist verboten. Da sieht Kunert den BFC kaum gefährdet. „Die Mannschaft ist intakt. Die Jungs wissen, dass es keine leichten Spiele gibt, sie gegen jeden Gegner auch verlieren können. Es gibt in dieser Liga kein sogenanntes Kanonenfutter. Die Mannschaft muss ans Limit gehen, um vorne dabei zu sein.“
Umkehrschluss dieser Sätze ist die Fußballerweisheit fürs Phrasenschwein. Der nächste Gegner ist der schwerste. „Dafür zahle ich gerne ein“, schmunzelt Kunert und sagt dann den Satz fürs Phrasenschwein. Sonnabend, 14.05 Uhr, steigt dieses Spiel beim 1. FC Lok Leipzig. Das nächste Spiel mit Knallernamen. Gegen Babelsberg schickte Kunert bei seinem Einstand die perfekte Truppe aufs Feld. Nach einer weiteren Woche tüftelt er jetzt wieder am Siegerteam. Um Greifswald auf den Fersen zu bleiben und sich so schnell wie möglich den Traum von Platz 1 zu erfüllen.


